Ausstellung in Echterdingen Im Gold baden wie Dagobert Duck

Wolfgang Haug  hat im Museum eine besondere Badewanne aufgestellt. Foto: Frank Wahlenmaier
Wolfgang Haug hat im Museum eine besondere Badewanne aufgestellt. Foto: Frank Wahlenmaier

Auf zwei Stockwerken ist im Stadtmuseum Echterdingen bis zum Ende des Jahres die Ausstellung „Entenhausen war in Stetten. 70 Jahre Ehapa-Verlag Deutschland“ zu sehen – mit einer ganz besonderen Attraktion.

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Echterdingen - Stolz führt der ehrenamtliche Kurator Wolfgang Haug durch die Gänge des Stadtmuseums in Echterdingen. In den gesicherten Vitrinen sind seit Juni dieses Jahres Plastiken, Comics und alte Zeitungsartikel ausgestellt, die das Leben von Donald, Dagobert Duck und Co. erzählen sollen. Die vielen Exponate stammen von verschiedenen Sammlern, und auch das Stadtarchiv konnte einiges zu der Ausstellung beitragen. Denn, was vermutlich viele Fans der Lustigen Taschenbücher nicht wissen, ist, dass die Geschichten der Helden aus Entenhausen seit 1951 im Ehapa-Verlag in Leinfelden-Echterdingen entstanden sind und abgedruckt wurden. 2001 zog der Verlag dann nach Berlin.

„Lange Zeit hat der Verlag auf den Fildern die meisten Gewerbesteuern gezahlt“, sagt Wolfgang Haug. Und nicht etwa Mercedes oder Porsche – so gut sei das Geschäft mit den Geschichten gelaufen. Dagobert Duck, der bekannt für seinen Reichtum und seinen robusten Geldspeicher ist, wäre bestimmt stolz gewesen. Ihm zu Ehren hat sich Wolfgang Haug auch etwas ganz besonderes einfallen lassen.

Museum war früher eine Bank

Im Erdgeschoss des Museums hat der Kurator nämlich einen eigenen Geldspeicher eingerichtet, wo man selbst in Goldmünzen baden kann. „Dazu muss man wissen, dass das Gebäude nicht immer ein Museum beherbergte“, erzählt Haug. „Von 1937 bis 1944 war das hier nämlich das Bankgebäude der Kreissparkasse.“ Selbst der ehemalige Bankdirektor habe in der Filiale gewohnt und über das Geld der Kunden gewacht. Genau so wie Dagobert Duck, der immer wieder um sein Vermögen bangen muss, denn seine Erzrivalen, die Panzerknacker, versuchen schon seit Jahrzehnten ihn um seine Besitztümer zu erleichtern. Es sei außerdem die erste Bank auf den Fildern gewesen, die über einen begehbaren Tresor verfügte.

Genau hinter diesen massiven Stahltüren befindet sich auch die eigentliche Attraktion der Ausstellung. Eine goldene mit Münzen gefüllte Badewanne. Dank dem Tresor absolut diebstahlsicher. Umgeben von Figuren von Dagobert Duck, kann man hier tatsächlich in Geld baden. Zugegeben, es handelt sich hierbei um Golddublonen mit Schokoladenfüllung, aber dennoch, diese darf man in die Höhe schmeißen und einmal erleben, wie es sich wohl anfühlt, in Geld zu schwimmen.

Das scheint gut anzukommen, denn „wir verzeichnen hier einer der höchsten Besucherzahlen seit langem“, sagt Wolfgang Haug. Mehr als 1100 Gäste haben hier schon ein Münzbad genommen. Für so ein kleines aber feines Museum sei dies schon viel, sagt Wolfgang Haug. Nachdem die anhaltende Corona-Pandemie es zunächst nicht zuließ, dass Besucher sich die Ausstellung vor Ort anschauen, war diese nur digital über die Internetseite des Museums zu bestaunen. Umso mehr freut sich Wolfgang Haug nun, wieder Tür, Tor und Tresor für seine Gäste öffnen zu dürfen.

Stadtmuseum

Öffnungszeiten
Das Stadtmuseum befindet sich an der Hauptstraße 79 in Echterdingen. Die Ausstellung kann jeden Sonntag von 10.30 - 12.30 Uhr sowie von 14.30 - 17.30 Uhr bestaunt werden und dauert bis zum 31.12.2021 an. Führungen können unter 0711 79 10 82 gebucht werden. Der Eintritt ist kostenlos.




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