Ausstellung in Schorndorf Luftige Skulpturen aus geblähtem Stahl

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Die Schorndorfer Galerie Q zeigt spektakuläre Skulpturen des Bildhauers Thomas Kühnapfel. Die Ausstellung ist bis 13. April zu sehen und hat ein umfangreiches Begleitprogramm.

Thomas Kühnapfels Kunst lässt den Betrachter staunen und grübeln. Foto: Gottfried Stoppel
Thomas Kühnapfels Kunst lässt den Betrachter staunen und grübeln. Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf - Der erste Eindruck der beiden elefantengroßen Skulpturen ist der von exotischen Tieren. Die eine Skulptur glänzt verchromt, die Stahlteile der anderen sind matt. Beide wirken wie Elefanten, Büffel oder andere große Herdentiere, die versonnen und gemächlich durch eine Savanne ziehen. Seit Freitag stehen die beiden zusammen mit weiteren Exponaten der Ausstellung „Dynastien“ in der Galerie Q in Schorndorf.

Zur Eröffnung war der Bildhauer Thomas Kühnapfel zusammen mit seinem Team angereist. Bereits Tage zuvor hatten sie damit begonnen, die tonnenschwere Kunst in die Räume zu transportieren. Eine Erfahrung , so Stefanie Grüners, die sie als Geschäftsführerin des Kulturforums Schorndorf noch nicht gemacht habe. „Ein Sattelschlepper fuhr vor und mit einem Gabelstapler und einem Lastwagen wurden die Teile der Ausstellung in unserer Räume gebracht.“ Man fragt sich als Besucher, wie sie durch die Tür kamen.

Stahl wird mit Pressluft bearbeitet

Auch die Art und Weise, wie Kühnapfels Kunstwerke entstehen, stellt den Betrachter erst einmal vor ein Rätsel. Dabei lege der Künstler gar keine große Bedeutung auf seine Technik, sagte Heiderose Langer von der Rottweiler Kunststiftung Erich Hause, die während der Vernissage in die Ausstellung einführte. „Aber weil dr Schwob gern weiß, wie es geht“, so Grüners, verriet die Referentin doch, wie die Skulpturen entstehen. Kühnapfel schneidet dazu Stahlbleche zu, schweißt sie zusammen wie metallene Kissenbezüge und pumpt daraufhin Pressluft hinein, bis sie sich aufblähen. „Eine nicht ungefährliche Arbeit“, so Heiderose Langer.

Thomas Kühnapfel wurde 1966 in Rees am Niederrhein geboren. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei bei Tony Cragg, dessen Meisterschüler er wurde. 1990 wurde ihm der Bernhard-Hoetger-Preis der Kunstakademie Düsseldorf verliehen. Kühnapfel lebt und arbeitet in der Region am Niederrhein.