Ausstellung in Schorndorf Stahl trifft auf Stein

Die Plochinger Bildhauerin Manuela Tirler schafft organisch anmutende Formen aus Metall. Foto: Gottfried Stoppel
Die Plochinger Bildhauerin Manuela Tirler schafft organisch anmutende Formen aus Metall. Foto: Gottfried Stoppel

Eine Ausstellung zweier Bildhauer wird am Montagabend in der Schorndorfer Galerie Q eröffnet – sie wirft einen Blick auf die Formenwelt am 11. Juni startenden Bildhauersymposiums.

Rems-Murr: Oliver Hillinger (hll)
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Schorndorf - Naturbelassenheit oder künstlerische Umformung – dazwischen pendeln die Arbeiten der beiden Künstler, deren Ausstellung am Montagabend in der Schorndorfer Galerie Q eröffnet wird. Die Materialien sind unterschiedlich. Jo Kley, der sein Atelier in der Nähe von Kiel hat, arbeitet als Steinbildhauer mit Marmor oder Findlingen, Manuela Tirler bevorzugt in ihrem Plochinger Atelier die Bearbeitung von Baustahl. Beide gestalten ihr Material grundlegend um – und finden letztlich doch zu Formen der Natur zurück.

Jo Kley arbeitet gerne runde, knotige oder kristalline Formen aus dem Stein heraus, Manuela Tirler arrangiert den Stahl so, dass er am Ende wie ein Gewächs aussieht. Kein Zufall ist daher, dass eine ihrer Arbeiten als eines der ersten Weinstädter Gartenschauprojekte am Dienstag auf der Luitenbächer Höhe bei Großheppach enthüllt wird. Die Stahlskulptur, die auf einen verkleideten Wasserhochbehälter montiert wird, erinnert an ein Bündel abgeschnittener Weinreben.

Ein stählerner Baum

Dass Tirler und Kley in Schorndorf in einer Doppelausstellung zu sehen sind, hat seinen Grund allerdings in dem Bildhauersymposium, das vom 11. bis zum 25. Juni in der Stadt stattfindet. Beide gehören zu den fünf Künstlern, die Arbeiten für den öffentlichen Raum schaffen, die in diesem Jahr alle in Nachbarschaft der Rems platziert werden. Manuela Tirler wird eine Schöpfung aus der Serie „Crossing“ beisteuern, eine Stahlskulptur, die an einen Baum erinnert und an der mittleren Brücke als Abschluss einer Baumreihe gesetzt werden soll. Jo Kleys Arbeit, eine Steinskulptur, die sich spiralförmig in den Himmel windet, soll ein Eck an der Einfahrt des Sportparks Rems schmücken.

Dass beide Künstler gemeinsam eine Ausstellung gestalten, hat das Schorndorfer Kulturforum angebahnt. Man sei der Meinung gewesen, dass die Arbeiten gut zueinander passen, sagt Alexa Heyder, die Geschäftsführerin. Und dennoch wurde der rechteckige Raum der Galerie Q diesmal in mehrere Abteile gegliedert, die jeweils unterschiedlich zugeteilt sind. Vorne empfangen den Besucher Tirlers Stahlgewächse, hinten runden Kleys runde Steinformen das Bild ab, in der Mitte und im Innenhof haben die Ausstellungsmacher Begegnungszonen geschaffen, in denen sich Stein und Stahl umgarnen, ohne dass eines der Materialien die Oberhand gewinnt.

Prägnante Farbe

Ob sie ihre Formen aus der Natur abgeschaut oder sie in ihren Kopf entstehen, sei recht unterschiedlich, sagt Manuela Tirler. Das wechsele sich ab. Wichtig sei für sie jedoch, dass der Baustahl trotz allen Verformungen seine Härte behalte. Die rostige Oxydschicht lasse sie entstehen, indem sie den Stahl mit Wasser behandele.

Gerade für Außenskulpturen sei das eine sehr prägnante Farbe, lobt die Kulturforums-Geschäftsführerin Alexa Heyder. Von Werner Prokorny, bei dem Manuela Tirler an der Stuttgarter Kunstakademie studiert hat, stammt das ebenfalls rostrote „Haus mit durchbrochener Form“, das seinen Platz am Schorndorfer Busbahnhof gefunden hat. Auch Gerda Biers Arbeit „Tor/Weg“, welche die Besucher der Stadt am Kreisverkehr an der B-29-Ausfahrt Schorndorf-West empfängt, leuchtet rötlich in die Landschaft.




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