Ausstellung in Stuttgart-Feuerbach Wo sich in manchem der Kreis schließt

Otto A. Scheibe, porträtiert von Richard Albrecht sowie die Töchter Katrin Bühler, Stefanie Becht und Ehefrau Christa Scheibe (von links) Foto: Susanne Müller-Baji
Otto A. Scheibe, porträtiert von Richard Albrecht sowie die Töchter Katrin Bühler, Stefanie Becht und Ehefrau Christa Scheibe (von links) Foto: Susanne Müller-Baji

Seit Freitag sind im Café „kitz 7“ die Aquarelle von Otto A. Scheibe zu sehen. Die Ausstellung kann bis 30. September besucht werden.

Stuttgart-Feuerbach - Ansichten aus der Region – und immer wieder die Feuerbacher Stadtkirche – schmücken seit Freitag auf dem Feuerbacher Balkon den Gang des Service- und Quartiershauses der Samariterstiftung. Gemalt hat die Aquarelle Prof. Dr. med. Otto A. Scheibe (1924 bis 2011) und mit der Werkschau schließt sich ein Kreis.

Denn Scheibe kehrt durch sein Hobby an seine alte Wirkungsstätte zurück: Er war Chefarzt der Chirurgischen Klinik Feuerbach und das jetzige Service- und Quartierhaus, vormals Bettenhaus, ist das einzige Gebäude, das vom Krankenhausstandort erhalten geblieben ist. Die Vernissage wurde so für Scheibes Familie auch zur Gelegenheit des Wiedersehens mit alten Freunden und Weggefährten.

Andererseits führt die Ausstellung geradewegs in die örtliche Kunstszene der 80er Jahre zurück: Das Künstler-Dreigestirn Richard Albrecht, Kunstprofessor Hugo Peters und Horst Bulling hatte auf dem Heimweg von einer Malexkursion einen Unfall und kam ins Feuerbacher Krankenhaus. Dort lernte man den Chirurgen Scheibe kennen, der von seinem Traum vom Malen erzählte. „Wenn Du malen willst, dann geh doch mal mit“, habe Richard Albrecht daraufhin gesagt und damit eine langjährige Freundschaft besiegelt, erzählten Scheibes Töchter Stefanie Becht und Katrin Bühler.

Das belegt das Porträt, das Richard Albrecht von Scheibe gemalt hat und das nun ebenfalls zu sehen ist. Die drei Könner nahmen den Hobbymaler fortan unter ihre Fittiche, was auch Spuren in seinen Aquarellen hinterließ: Waren sie zu Beginn noch sehr vorsichtig und detailversessen, wurden sie im Laufe der Zeit immer freier und leichter.

Im Ruhestand hat sich Otto A. Scheibe intensiv seinem Hobby gewidmet

Die familiäre Vernissage war nun ein schöner Auftakt für die Werkschau: Jungmusiker Alexander Röck umrahmte den Abend mit sommerlichen Gitarrenklängen und warb für das Feierabendkonzert „Talente aus dem Bezirk musizieren“, das am Donnerstag, 13. Juli, um 18.30 Uhr im Feuerbacher Bezirksrathaus stattfindet. Andreas Schlegel von der Samariterstiftung unterstrich bei der Begrüßung die Bedeutung der Quartiersarbeit, deren Anliegen sei, Menschen jeden Alters zusammenzuführen und zur Solidarität zu inspirieren.

Die Landschaften aus der Umgebung werden nun besonders diejenigen Anwohner des Feuerbacher Balkons erfreuen, die alters- oder krankheitsbedingt nicht mobil sind. Und auch für alle anderen kann die Ausstellung des Hobbymalers Ansporn sein: Zeit für sein geliebtes Hobby hatte Otto A. Scheibe nämlich erst seit dem Ruhestand, bis ins hohe Alter habe er aber danach gestrebt, noch etwas Neues zu lernen und auszuprobieren.

„Wenige Monate vor seinem Tod hat er im Augustinum noch einen Malkurs belegt“, berichteten die Töchter und zeigten ein Landschaftsbild, das sich ganz von den Zwängen befreit hatte. Scheibes Künstlerfreund Hugo Peters hat dazu einmal gesagt: „Wenn einer jung ist, dann ist er es für immer.“ Ein Satz, den man nicht oft genug unterstreichen kann.




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