Ausstellung in Stuttgart-Stammheim Frühlingshafte Kunst

Von Susanne Müller-Baji 

Monika Mayer läutet mit ihrer Ausstellung im Bezirksrathaus in Stuttgart-Stammheim den Frühling ein. Eröffnet wird die Schau mit Bildern in Acryltechnik am Freitag, 16. März.

In ihrer Landschaft „Mandelblüte in der Pfalz“ hat Monika Meyer eine liegende Acht als Zeichen für Unendlichkeit platziert, als Wunsch nach einem „ewigen Frühling“. Foto:  
In ihrer Landschaft „Mandelblüte in der Pfalz“ hat Monika Meyer eine liegende Acht als Zeichen für Unendlichkeit platziert, als Wunsch nach einem „ewigen Frühling“. Foto:  

Stammheim - Glaubt man den Meteorologen, rollt draußen gerade die nächste Kältewelle heran. Glücklicherweise grünt und blüht es nun wenigstens drinnen im Stammheimer Bezirksrathaus: An diesem Freitagabend eröffnet die Kornwestheimerin Monika Mayer ihre Ausstellung „Frühling“, und der Titel ist Programm. Allerdings nur, wenn man die Ausstellung in der richtigen Reihenfolge von oben nach unten durchläuft: Dann stehen die beiden fotorealistischen, arktischen Landschaften ganz am Anfang, und mit dem Abstieg wird es immer wärmer, linder, frühlingshafter.

Monika Mayer zeigt überwiegend Arbeiten in der Acryltechnik, die von vielen Künstlern wegen ihrer Vielseitigkeit geschätzt wird. Sie ergänzt sie freilich durch einige Extras: Strukturpaste ahmt die Rinde eines Baumes oder die Oberfläche eines Felsens nach. Das Große Pfauenauge im Treppenhaus sitzt vor einem Hintergrund, dessen blumige Struktur die Malerin mit Aquarellfarbe und eingestreuten Salzkristallen erzeugt hat. Über die neuesten Arbeiten legen sich außerdem oft leichte Nebelschleier, die aus den gleichen Spraydosen stammen wie so manches Graffiti.

Überwiegend sind Blumenbilder zu sehen

Dass sie nun überwiegend Blumenbilder zeigt, bedeutet nicht, dass sich Monika Mayer sonst auf wenige Sujets und Themen beschränkt: „Aber Frau Korge, die Bezirksvorsteherin, hat sich den Frühling in ihr Rathaus gewünscht.“ Monika Mayer erzählt, dass sie sich gerne von Fotoaufnahmen oder von Bildbänden inspirieren lässt. „Ich bilde das aber nicht einfach nur ab – sonst könnte ich mir ja gleich ein Kalenderblatt an die Wand hängen.“

Es ging ihr wie vielen, die als Kind gerne gemalt, das aber über die Jahre aus den Augen verloren haben. Zurück zur bildenden Kunst kam sie in der Familienpause, machte dann aber gleich Nägel mit Köpfen und absolvierte im zweiten Bildungsweg ein Studium an einer privaten Kunstschule: Immerhin zehn Jahre dauerte das, „ich konnte ja immer nur zwei halbe Tage die Woche“. Aber dann hatte sie alle Techniken und Herangehensweisen erlernt und konnte sich der praktischen und theoretischen Abschlussprüfung stellen. Heute ist sie selbst Dozentin, unter anderem bei mehreren Volkshochschulen und in der freien Kunstakademie Gerlingen, unterrichtet Acryl- und Aquarellmalerei. Im Treppenhaus des Stammheimer Rathauses stößt man nun auch auf ein „Tulpentrio mit Tautropfen“. Irgendwie wirken letztere schärfer, als das Auge sie normalerweise erfassen würde. Kenner sprechen hier von Hyperrealismus. In der Landschaft „Mandelblüte in der Pfalz“ hat sie überdies eine liegende Acht als Zeichen für Unendlichkeit platziert – „mein Wunsch nach einem ewigen Frühling“. Besonders geschickt gehängt ist das Bild „Rosenfantasie“ im Sitzungssaal, der ja auch als Trauzimmer fungiert. So lyrisch untermalt, muss die Ehe ja gelingen.

Farb-Schleier aus der Spraydose

Im unteren Bereich der Werkschau stößt man überdies auf die „Tulpen im Frühlingslicht“. Sie verdeutlichen, was Monika Mayer meint, wenn sie sagt, sie lasse ein Bild „am liebsten wachsen“: Die Tulpen sollten ursprünglich farbig werden, erzählt sie. Aber dann begann sie mit ihrer derzeitigen Lieblingstechnik, den Farb-Schleiern aus der Spraydose, zu experimentieren. Heraus kam ein monochromes Blumenbild im Gegenlicht. Hauptsache, es klappt mit dem „Frühling“.

Info Die Ausstellung von Monika Mayer im Treppenhaus und im Sitzungssaal des Stammheimer Bezirksrathauses, Kornwestheimer Straße 5, wird an diesem Freitag, 16. März, eröffnet . Zu sehen sind die Werke bis 31. Mai, jeweils montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr, außerdem dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

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