Ausstellung in Waiblingen Von Nolde bis Picasso: Berühmte Meisterwerke neu interpretiert

Im Kameralamt Waiblingen arbeitet die Künstlergruppe Art U Zehn derzeit an den Bildern ihrer neuen Ausstellung. Foto: Gottfried Stoppel

Kunstgeschichte neu gesehen und gemalt: Im Kameralamt Waiblingen zeigt die Gruppe Art U Zehn ihre Interpretationen berühmter Meisterwerke.

Picasso, Manet, Nolde, Toulouse-Lautrec: In der nächsten Ausstellung der Künstlergruppe Art U Zehn im Kameralamt Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) dreht sich alles um berühmte Gemälde. Emil Noldes „Sonnenblumen im Abendlicht“, Picassos verstörendes Kriegsbild „Guernica“ aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs oder die Bar(dame) des Pariser Theaters Folies-Bergère von Edouard Manet gehören zu den Meisterwerken, welche die Mitglieder der Künstlergemeinschaft ausgewählt haben.

 

Wie in den Vorjahren haben sich die Künstlerinnen und Künstler für die Ausstellung im Kameralamt Waiblingen eine gemeinsame Aufgabe gestellt. Unter dem Titel „Cover Versionen“ zeigen sie Gemälde, die von weltbekannten Werken inspiriert sind. Dabei geht es nicht darum, diese Bilder möglichst originalgetreu abzupinseln. „Einen Manet zu kopieren, da wären wir etwas überfordert“, sagt Michael Schäfer. Er gehört zu der Dreiergruppe, die sich von Manets Bild „Bar in den Folies-Bergère“ inspirieren hat lassen.

Die berühmten Bilder sollten ein Denkanstoß sein. Als Impuls diente mal das Bildmotiv oder einzelne Aspekte davon, mal das generelle Thema, aber auch die Farbgebung oder lediglich der Titel, der eine Assoziation auslöste. „Man tastet sich langsam ran und entdeckt so manches neu“, erzählt Michael Schäfer. Zum Beispiel die Beine eines Trapezkünstlers, den Manet auf seinem letzten Werk in der linken oberen Ecke verewigt hat.

Cover-Versionen von Picasso und Rauschenberg

Das Kameralamt nutzen die Künstlerinnen und Künstler jedes Jahr als Atelier. Foto: Gottfried Stoppel

Christa Rilling hat ihre Cover-Version von Picassos „Guernica“ mit Artikeln über Kriegsgebiete ergänzt, Susanne Thumm mischt in ihrer Interpretation von Robert Rauschenbergs „Rebus“ Leinwand, Papier und Zeitungsausschnitte. Die Interpretationen sind ab Samstag, 31. Januar, zu sehen, die Vernissage beginnt um 14 Uhr im Kameralamt in der Langen Straße 40. Die Cover-Bilder werden zudem in der Kunstschule Unteres Remstal am Eva-Mayr-Stihl-Platz 4 sowie im Restaurant Vorratskammer schräg gegenüber ausgestellt.

Michael und Ursula Schäfer von der Gruppe Art U Zehn beim Malen ihrer Cover-Versionen von Manet und Nolde. Foto: Wilfried Steiner

Parallel dazu sind in der Galerie Schäfer in der Langen Straße 9 die Schwarz-Weiß-Fotografien von Wilfried Steiner zu sehen. Er hat die knapp 20-köpfige Künstlergruppe während des dreimonatigen Entstehungsprozesses der Bilder beobachtet, begleitet und fotografiert. Von allen hat er drei Bilder angefertigt: eines bei der Arbeit, eines, das die Techniken und Arbeitsweisen zeigt sowie ein klassisches Porträt. „Ich wollte nicht die Kunstwerke zeigen, sondern die Menschen, die sie erschaffen“, sagt der Waiblinger. Auch deshalb hat er sich für Bilder in Schwarz-Weiß entschieden, die auf sehr mattem Papier ausgedruckt wurden: „Die Personen und Persönlichkeiten kommen dabei besser rüber, die Gemälde rücken in den Hintergrund.“

Die Ausstellung „Cover Versionen“ im Kameralamt Waiblingen und den zwei weiteren Standorten läuft von 31. Januar bis 15. Februar, die Öffnungszeiten sind mittwochs von 10 bis 13 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr.

Die Galerie Schäfer, Lange Straße 9, zeigt die Fotografien von Wilfried Steiner unter dem Titel „Künstler im Porträt“ von 30. Januar bis zum 7. März. Die Öffnungszeiten der Galerie sind bis 15. Februar mittwochs von 10 bis 13 Uhr, donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Ab dem 16. Februar ist die Galerie dann donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr offen.

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