Ausstellung Mercedes G-Klasse in Stuttgart Ein Auto für jedes Gelände – und für den Papst

Von Julia Schenkenhofer 

Die Mercedes-Benz G-Klasse wird 40 Jahre alt. Das Mercedes-Benz Museum widmet dem Geländewagen nun eine ganze Ausstellung – mit einigen interessanten Fahrzeugen.

Die G-Klasse schafft jede Steigung Foto: Julia Schenkenhofer
Die G-Klasse schafft jede Steigung Foto: Julia Schenkenhofer

Stuttgart - Stattliche 40 Jahre hat die Mercedes-Benz G-Klasse schon auf dem Buckel. Grund genug, dem Auto zum Geburtstag eine eigene Ausstellung zu widmen: „Als wir im vergangenen Jahr die Sonderausstellungen geplant haben war uns klar, dass wir dieses Ausnahmeauto zu seinem Geburtstag würdigen müssen“, sagte Benni Weiler, der die Sonderausstellung „G-schichten“, die seit diesem Freitag im Mercedes-Benz Museum zu sehen ist, kuratiert hat und der ebenfalls ein großer G-Klasse Fan ist.

„Die G-Klasse hat mich schon immer fasziniert. Viele schätzen die Ursprünglichkeit, denn der alte G sieht fast genauso aus wie der neue. Ich mag darüber hinaus aber auch die Vielseitigkeit. Der G besteht in rauem Gelände genauso wie auf der Straße,“ sagte Weiler bei der feierlichen Eröffnung am Donnerstagabend im Museum.

Eine G-Klasse mit goldenen Felgen

Elf Fahrzeuge und weitere Exponate entführen den Besucher in die Welt der Technik, der Geschichte und der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. So steht eine G-Klasse auf einer Rampe mit einer 100-prozentigen Steigung. Und die ausgestellten Fotografien beweisen, dass der Geländewagen-Klassiker auch unwegsames Gelände mühelos meistert.

Schnell wird dem Besucher dabei klar: Der G hat viel erlebt. Da wäre beispielsweise der 300 GD „Otto“, mit dem Gunther Holtorf 26 Jahre um die Welt fuhr und insgesamt 215 Länder und Territorien bereiste. Der blaue Wagen, der während der Reise nie eine Panne hatte, wie der Weltenbummler erzählt, lockt die Besucher mit seinem ungewöhnlichen Aussehen an: Eine goldene Halskrause aus einzelnen Ringen auf der Motorhaube, Vorratskisten auf dem Dach und viele bunte Aufkleber aus den unterschiedlichsten Ländern auf dem Heck.

Ein weiteres Highlight ist für viele Besucher das Modell, das fast ganz hinten in der Ausstellung steht und das durch einen Aufbau aus Plexiglas, goldene Felgen und einen goldenen Mercedes-Stern auffällt: das Papamobil. Der 230 G wurde im Jahr 1980 für Papst Johannes Paul angefertigt und begleitete ihn auf seiner Reise durch Deutschland.

Zwei besondere Autos

Für Benni Weiler sind diese beiden Publikumslieblinge aber lange nicht die einzigen Höhepunkte der Ausstellung. Der Kurator freut sich besonders über zwei Leihgaben, die es in die Ausstellung geschafft haben: „Das sind für mich ganz besondere Autos“, so Weiler. Damit meint er zum einen den 240 GD Baureihe 460, der auf den ersten Pressebildern aus dem Jahr 1979 mühelos durch eine Dünenlandschaft fährt. Weilers zweites Traumauto ist ein originalgetreuer Nachbau des 280 GE, mit dem Jacky Ickx und Claude Brasseur die Gesamtwertung der legendären Rallye Paris–Dakar im Jahr 1983 gewannen. Aber nicht nur im, sondern auch vor dem Museum finden sich derzeit zahlreiche G-Klassen in unterschiedlichen Lackierungen. Und: es kommen immer wieder neue dazu, denn wer mit seiner G-Klasse während der Ausstellungsdauer bis zum 19. April 2020 das Museum besucht, darf diese kostenlos auf dem Hügel vor dem Museum parken.

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