Ausstellung „Modellautos“ im Muse-O Gablenberg Als Cabrios aus dem Stuttgarter Osten kamen

Von Armin Friedl 

Aufgrund des großen Besucherzuspruchs wird die Modell-Ausstellung im Gablenberger Muse-O bis Ende Februar verlängert. Zu sehen sind zahlreiche Fahrzeuge mit Stuttgart-Bezug.

Transportfahrzeuge aus Stuttgart im Gablenberger Museo Foto: Armin/Friedl
Transportfahrzeuge aus Stuttgart im Gablenberger Museo Foto: Armin/Friedl

S-Ost - Wie lautet eigentlich die Mehrzahl von Baukran: Krane, Kräne? – Die Fachleute vom Bau müssen es ja wissen. Und die waren auch zahlreich eingeladen an diesem Dreikönigs-Montag ins Gablenberger Muse-O, auf jeden Fall mal die Sammler von Modellfahrzeugen aus dem Bauwesen. Allerdings ist von denen niemand gekommen zum festgesetzten Termin. Und dennoch waren die Räume des kleinen Museums in der Alten Schule bestens besucht im Rahmen der Ausstellung „Modellautos“. Ganz offensichtlich haben die Bürger nur auf einen Veranstaltungstipp gewartet, um die Schau unter dem Motto „Es ist ein Modell (und es sieht gut aus)“ frei nach dem Hit der Deutschrock-Gruppe Kraftwerk zum Ende des Feiertagsreigens zu besuchen.

Kundige Besucher

Wobei – das Bauwesen ist dennoch ganz gut vertreten: Eine komplette Vitrine gehört den Fahrzeugen der Firma Scholpp, die sich auf den Umgang mit ganz schweren und sperrigen Lasten spezialisiert hat. Sie hat aktuell zu Dreikönig auch einen Karton dem Muse-O zugeschickt mit aktuellem Werbematerial. Und dann gab es auch so genügend Kundige unter den Besuchern, die hinreichend versichern konnten, dass der Plural Krane und nicht Kräne heißt. Auf jeden Fall gilt das so unter Sammlern.

Das Muse-O besticht immer wieder mit seinen sachkundigen Ausstellungen und Publikationen, die mit den vorhandenen beschränkten Möglichkeiten doch immer überraschend viele Eindrücke und Erkenntnisse vermitteln. Hier wird etwa an Stuttgarts Slotracing-Bahn in den 1970er Jahren erinnert, die sich in der Innenstadt mal im einstigen Vergnügungsviertel der so genannten Hüttenwerke befand. Also dort, wo heute das Schwabenzentrum steht. Das war die große Zeit der Modellauto-Rennbahnen von Carrera und Co. Mladen Mitrovic hatte da eine zehnspurige Piste gebaut mit Steilwandkurven, Schikanen und Zeitmesser auf einer Streckenlänge von beachtlichen 72 Metern, auf der zum allgemeinen Vergnügen öffentlich Rennen ausgetragen wurden. Und da war es natürlich das hehre Ziel, mit selbst entwickelten Modellen den Lorbeerkranz des Siegers zu erringen.

SSB-Busse und Transporter aus Stuttgart

Aber die sechs Sammler aus dem Muse-O-Umfeld, von denen die meisten Exponate stammen, haben auch noch ganz andere Stuttgardia in petto. Da gibt es eine große Flotte an SSB-Bussen vom Oldtimer bis zum aktuellen Hybrid-Bus. Oder die vielen Liefer- und Speditionsfahrzeuge, versehen mit der Werbung von einstigen Stuttgarter Firmen, seien es Getränkehersteller oder Möbelzulieferer.

Karosserien und Cabrios von Baur

Fast schon vergessen ist der Karosseriebetrieb Baur aus dem Stuttgarter Osten, der sich schon früh in den 1920er Jahren auf Cabrios, also auf das „umlegbare Verdeck“ spezialisiert hatte. Bis zur Schließung des Werks im Berger Mühlenviertel 1999 war Baur lange die Cabrioschmiede für BMW. Nicht nur Stuttgart-spezifisch, dafür sehr zeittypisch: In einer weiteren Vitrine sind Hippie-Fahrzeuge der Flower-Power-Generation versammelt, meist VW-Busse oder auch viele VW-Käfer mit auffälligen Blumenmustern.




Unsere Empfehlung für Sie