Ausstellung zur Fußball-EM Werke aus Marbach im Deutschen Fußballmuseum zu sehen

Der digitale Skizzenraum im Fußballmuseum, in dem gerade ein Entwurf von Fritz Genkinger gezeigt wird Foto: Manfred Knappe

Werke des Marbacher Künstlers Fritz Genkinger werden anlässlich der EM im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund gezeigt. Es ist eine besondere Wertschätzung für den im Jahr 2017 Verstorbenen, der auch Serigrafien für den VfB Stuttgart kreiert hat.

Manfred Knappe, der Vorsitzende des Marbacher Fritz Genkinger Freundeskreises, wirkt immer noch ganz beseelt. „Dass wir jetzt in der internationalen Liga mitspielen, finde ich einfach fantastisch“, sagt Knappe mit Freude, aber auch mit Stolz in der Stimme. Der Initiator des Fritz-Genkinger Kunsthauses in Marbach, das er als Architekt auch baulich realisiert hat, ist in den Ruhrpott gereist, um bei der Eröffnung der Fußball-Kunst-Schau „In Motion – Art & Football“ im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund dabei zu sein. Denn dort werden aktuell Kunstwerke des Malers Fritz Genkinger gezeigt, der viele Jahre in Marbach-Rielingshausen gelebt hat. Die Ausstellung vereine eine noch nie gezeigte Gesamtschau der Malerei der europäischen Moderne zum Gegenstand Fußball, wirbt das Museum auf seiner Homepage.

 

Bis Januar 2025 ist die Ausstellung zu sehen. Foto: Manfred Knappe

Genkinger selbst interessierte sich für Fußball, ein leidenschaftlicher Fußballfan sei er jedoch nicht gewesen, erzählt Knappe. „Als Jugendlicher hat er selbst Fußball gespielt und stand im Tor. Deshalb spielen Torhüter in seinen Werken auch eine größere Rolle.“ 1974 war Genkinger vom Bundespresseamt beauftragt worden, drei Plakate für die damalige Fußballweltmeisterschaft zu gestalten. Wie es zu dem Auftrag kam, wisse man nicht gesichert, sagt Knappe. Vermutlich habe aber Gerhard Mayer-Vorfelder seine Finger mit im Spiel gehabt.

Mayer-Vorfelder war damals Vorstandsmitglied des Württembergischen Fußball-Verbandes und ein Jahr später dann Präsident des VfB Stuttgart. „Die beiden kannten sich“, weiß Knappe. Der Rielinghäuser Künstler fertigte 1979/1980 für den VfB eine Serie von zwölf Serigrafien zum Thema Fußball an. „Deshalb war er zusammen mit Mayer Vorfelder auch einmal zu Gast im ZDF Sportstudio.“ Zu sehen sind die drei Plakate zur Weltmeisterschaft 1974 jetzt bei der Schau im Deutschen Fußballmuseum – zusammen mit weiteren Künstlern aus all den Nationen, die an der in zwei Wochen beginnenden Fußball-Europameisterschaft beteiligt sind und die mit ihren Werken das eigene Land repräsentieren.

Der digitale Traumraum. Foto: Manfred Knappe

Insgesamt 20 Werke wurden beim Marbacher Freundeskreis Fritz Genkinger für „eines der größten Kulturprojekte zur EURO 2024“ angefragt, wie Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, die Dortmunder Schau bei der Eröffnung bezeichnete. Der Museumsdirektor Manuel Neukirchner löste am Montagabend in einer Feierstunde gemeinsam mit Roth sowie Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen, per Knopfdruck die erste Vorführung aus.

Vor den Augen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal und 350 Gästen aus Politik, Sport, Kultur und Gesellschaft wurde aus 175 Arbeiten großer europäischer Meister ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Claudia Roth unterstrich die Bedeutung der EM-Ausstellung mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass sie die Besucherinnen und Besucher begeistern wird – Kultur-, aber auch Fußballfreundinnen und -freunde! Genau das wollen wir mit dem Kulturprogramm zur Europameisterschaft erreichen: Wir wollen zu Begegnungen zwischen Kunst und Fußball einladen, darüber die Menschen zusammenbringen und für beides Begeisterung entfachen.“

Fritz Genkinger selbst ist ein Künstler gewesen, der diese erhoffte Begeisterung zu schüren vermochte und immer noch vermag – davon ist Knappe überzeugt. „Denn er hat weit über den Tellerrand hinaus geschaut und mit seiner Kunst die tiefen Dimensionen des Menschseins erfasst. Auch seine Fußballbilder zeugen davon.“ Der Freundeskreis genießt als Verein ein Einzelstellungsmerkmal unter den beteiligten Institutionen, die ihre Bilder für die Schau zur Verfügung stellen. Und für den Vereinsvorsitzenden ist die Tatsache, dass unter wenigen weiteren deutschen Künstlern Fritz Genkinger als wichtiger Vertreter ausgewählt wurde, „eine Wahnsinnswertschätzung“ dem 2017 verstorbenen Künstler gegenüber.

Vier seiner Werke werden bei der immersiven Schau in der Arena des Museums gezeigt. „Es ist das Herzstück der Ausstellung. Hier kann sich Kunst großflächig verbinden“, schwärmt Knappe über den rund 1000 Quadratmeter großen Raum. Manfred Knappe ist begeistert von „dieser fulminanten Inszenierung, die beinahe alle Sinne anspricht“. Und dabei akzeptiert er auch, dass die Werke nicht wie er sie kennt, sondern in einem anderen Kontext auftauchen und auch komplett andere Ausmaße einnehmen.

Die weiteren 16 Werke Fritz Genkingers sind im umfangreichen Ausstellungskatalog veröffentlicht, der bereits in der Erstauflage bei 10 000 Stück liegt. Eines steht für Manfred Knappe fest: „Die Teilnahme von Genkingers Werk bei dieser Ausstellung ist eine große Motivation für uns als Verein. Sie bestätigt unsere Arbeit und stärkt unser ehrenamtliches Engagement enorm.“

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