Zwei Museen im Strohgäu zeigen in den kommenden Wochen Weihnachtliches. Im Heimatmuseum Münchingen gibt es Krippen zu sehen von weither, im Gerlinger Stadtmuseum steht Volkskunst aus dem Erzgebirge im Mittelpunkt der Weihnachtsschau.

Korntal-Münchingen/Gerlingen - Der Stern hat den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zur Krippe gewiesen – und macht dasselbe nun in Münchingen. Genauer gesagt, im Heimatmuseum. Dessen Leiterin Sabine Rathgeb hat Krippen für eine Ausstellung zusammengetragen, die am Sonntag, 30. November, eröffnet wird. Um vor allem den jungen Besuchern den Weg zu den Exponaten zu weisen, hat sie über ihnen Sterne angebracht.

Am Eingang des Museums stehen drei der sechs größten Krippen. Zwei davon hat der Münchinger Modellbauer Hans Kreuzberger geschaffen, eine orientalisch wirkende mit Ton als Hauptmaterial, die zweite im alpenländischen Stil. Sie sei deutlich aufwendiger gewesen und habe rund 100 Stunden Arbeit erfordert. Seine schönste Krippe aber, weiß Sabine Rathgeb, stelle er dieses Jahr in der Johanneskirche aus.

Die meisten der insgesamt 20 Krippen stammen aus der Sammlung der Stuttgarterin Gerda Ott. „Sie legt Wert auf Vielfalt“, sagt Rathgeb und führt beim Gang durch das Museum vorbei an Krippen mit Figuren aus eher ungewöhnlichen Materialien wie Porzellan, unbemaltem Terrakotta (von 1930) oder Masse (Verbindung von Holz und Leim). Zu sehen sind aber auch Szenen aus Kulturkreisen wie Venezuela mit bunt bemalten Figuren und Tieren, die stärker an Zebras als an Ochs und Esel erinnern, oder aus Olivenbaumholz, was eher für eine orientalische Herkunft spreche. Stolz ist Rathgeb auch auf die Krippen aus Papier, Sperrholz zum Selberaussägen oder die eher nüchterne Krippe aus der DDR.

Ergänzung zur großen Wendezeit-Ausstellung

Weihnachten in der ehemaligen DDR ist das Thema der kompletten Jahresendzeitschau im Gerlinger Stadtmuseum – und zwar als Ergänzung zur großen Ausstellung über die Wendezeit im ersten Stock. Die Museumsleiterin Catharina Raible hat den Schwerpunkt Erzgebirge gewählt – denn dort wurden viele Nussknacker, kerzenbetriebenen Windräder und allerlei anderes Spielzeug hergestellt. „Weihnachten wurde gefeiert“, sagt Raible, „obwohl alles Kirchliche von der SED nicht gern gesehen wurde.“ So mutierte der Engel, rein sprachlich, zur „Jahresend-Flügelfigur“. Die elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung lieferte der „VEB Elektroinstallation Oberlich“, und das Lametta kam vom „VEB Baumschmuck Steinheid“.

50 bis 60 Figuren zeigen in den Vitrinen die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten – bis hin zum Räuchermännchen, dem der Mund schon kräftig angekokelt ist. Alle Figuren seien von Menschen ausgeliehen worden, die heute in Gerlingen lebten und zu denen sie im Rahmen der Wendezeit-Ausstellung Kontakt bekommen habe, sagt Railbe. Auch das Puppenkaufhaus Marke Eigenbau mit „Erfrischungsraum“ und „Tanzdiele“ ist zu sehen. Eines haben die unzähligen Nussknacker übrigens gemeinsam: Sie tragen Uniform, als Soldat, als Polizist, als Feuerwehrmann.

Päckchen hin und her über die Grenze

Die Verpackungen wurden nicht aus Faulheit mit in die Vitrinen gestellt – sondern um zu zeigen, wie unterschiedlich Werbung hüben und drüben der Grenze war. Darüber gingen jahrzehntelang viele Päckchen hin und her; mit Schokolade, Orangeat und Zitronat gen Osten, mit erzgebirgischen Räuchermännchen oder Dresdner Stollen nach Westen.

WAS – WANN – WO an Vorweihnachtlichem

Münchinger Krippen
Das Heimatmuseum Münchingen zeigt die Krippen vom 30. November bis zum 1. Februar. Geöffnet ist sonntags von 11 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, dienstags von 15 bis 18 Uhr. Am Eröffnungstag ist um 14.30 Uhr eine Führung.

Weihnachten in der DDR
Die Schau im Gerlinger Stadtmuseum wird morgen um 11.15 Uhr eröffnet und dauert bis 1. März. Am Nachmittag lädt das „Sonntagscafé für dich und mich“ ein. Das Museum ist dienstags von 15 bis 18.30 Uhr und sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Hemmingen
Weihnachtliches Spielzeug für Jungen zeigt eine Ausstellung im Etterhof, die am ersten Adventssonntag eröffnet wird und die bis Dreikönig läuft. Zu sehen sind unter anderem Baukästen, Zinnsoldaten oder Dampfmaschinen. Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 17 Uhr. Am dritten Advent um 15 Uhr ist eine Singstunde um das Harmonium herum.

Lebendige Adventskalender
In Gerlingen und in Korntal beginnen am Montag, 1. Dezember, wieder die Lebendigen Adventskalender. In Gerlingen starten die besinnlichen halben Stunden jeden Tag um 18 Uhr an wechselnden Orten – von verschiedenen Kirchen über das Rathaus, das Breitwiesenhaus, die Bücherei oder das Familienzentrum bis hin zum Stadtmuseum. Der Abschluss ist am vierten Advent, 21. Dezember.

In Korntal wird der Lebendige Adventskalender von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde sowie der Brüdergemeinde bis zum 23. Dezember veranstaltet. Ebenfalls um 18 Uhr wird auch dort jeden Tag an einem anderen Ort Station gemacht.

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