Austausch Aus Freunden sollen Partner werden

488 Kilometer sind es von Vezzano sul Crostolo nach Friolzheim – Luftlinie natürlich. Wer  mit dem Auto fährt, der hat um die 700 Kilometer vor sich Foto: Gemeinde Friolzheim
488 Kilometer sind es von Vezzano sul Crostolo nach Friolzheim – Luftlinie natürlich. Wer mit dem Auto fährt, der hat um die 700 Kilometer vor sich Foto: Gemeinde Friolzheim

Die Gemeinde strebt eine Kommunalpartnerschaft mit Vezzano sul Crostolo an.

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Friolzheim - Friolzheim soll eine Partnergemeinde bekommen. Vezzano sul Crostolo heißt die in der norditalienischen Reggio Emilia gelegene, gut 4000 Einwohner zählende „Braut“. Jetzt sei Verlobung, sagte CDU/BL-Mann Rainer Benzinger erfreut und tat dies stellvertretend für die Mehrheit des Gemeinderats angesichts des mit nur zwei Gegenstimmen gefassten Beschlusses. Damit sollen die bereits seit zwei Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen weiter gefestigt werden.

Grundlage für die Entscheidung war ein entsprechender Antrag der Fraktionen CDU/Bürgerliste (BL) sowie Freie Wähler. Vorangegangen waren Besuch und Gegenbesuch von Italienern und Friolzheimern – Vertretern von Gemeinderat, -verwaltung, Vereinen und katholischer Kirchengemeinde – in diesem und im vergangenen Jahr. Nicht nur der CDU/BL-Fraktionsvorsitzende Ferry Kohlmann outete sich als „riesengroßer Fan“ der möglichen Kommunalpartnerschaft. „Wir sind in Vezzano sul Crostolo mit offenen Armen empfangen worden. Ich habe mich dort wie zu Hause gefühlt“, schwärmte er. „So eine Freundschaft tut einer Gemeinde gut. Wir sollten es versuchen und probieren“, sprang ihm FWV-Chef Helmut Jentner zur Seite.

Einzelne kritische Stimmen

Im krassen Gegensatz dazu stand die Darstellung von Barbara Merz-Schabel. Die WFF-Rätin war auf eigene Faust in Vezzano sul Crostolo. „Ein langweiligeres Dorf hätten wir uns nicht aussuchen können“, schimpfte sie und setzte noch die Bemerkung, sie habe dort „nur unfreundliche Leute getroffen“ obendrauf. Der fraktionslose Andreas Schur bezweifelte die generelle Wichtigkeit einer solchen Partnerschaft für die Bürger von Friolzheim und führte außerdem eine mögliche Mehrbelastung für die Verwaltung durch damit verbundene Arbeit ins Feld. Die beiden Kritiker blieben unter sich.

TSG reist nach Süden

„Die Hauptarbeit sehe ich ganz klar bei mir“, erklärte Bürgermeister Michael Seiß die „auswärtigen Beziehungen“ zur Chefsache, die bis Mitte 2018 mit einem Freundschaftsvertrag besiegelt werden sollen. Außerdem verwies der Schultes auf zahlreiche positive Rückmeldungen beim diesjährigen Vereinstreffen im Oktober. 5000 Euro stehen laut Beschluss im Haushalt 2018, um diesbezügliche Aktivitäten von Friolzheimer Vereinen und Institutionen zu unterstützen. Ein noch zu gründendes Gremium wird das weitere Vorgehen koordinieren. Bis hin zur möglichen späteren „Hochzeit“, das heißt der Unterzeichnung einer Urkunde zur Städtepartnerschaft.

Ganz auf eigene Kosten fahren dagegen schon jetzt weitere Friolzheimer nach Süden. Eine Delegation der TSG ist am kommenden Wochenende beim traditionellen Sankt-Martins-Markt in Vezzano sul Crostolo vertreten.




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