Australia Day Nationalfeiertag zwischen Party und Demo

Viele Australier feiern den Australia Day ausgelassen. Es gibt aber auch Gegner des Nationalfeiertags. Foto: Rex Features 7 Bilder
Viele Australier feiern den Australia Day ausgelassen. Es gibt aber auch Gegner des Nationalfeiertags. Foto: Rex Features

In Australien wird jedes Jahr der Australia gefeiert und damit an die Ankunft der ersten britischen Flotte im Hafen von Sydney erinnert. Neben Partys gibt es aber auch Proteste gegen den Nationalfeiertag.

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Sydney - Mit Partys sowie der Einbürgerung von mehr als 16.000 Einwanderern hat Australien am Donnerstag seinen Nationalfeiertag gefeiert. In Sydney nahmen Ureinwohner (Aborigines) zum Australia Day aber auch an einer sogenannten Rauchzeremonie teil. Dabei werden einheimische Pflanzen verbrannt, um den Körper vor bösen Geistern zu schützen. Solche Zeremonien gibt es bei den Aborigines oft bei Geburten und Todesfällen. In Sydney fand außerdem im Hafen der jährliche „Ferrython“, ein Fährenrennen, statt.

Die größte Einbürgerungszeremonie gab es in Wanneroo an der Westküste, wo allein 800 neue Australier aus 49 Ländern ihren Eid auf die Verfassung ablegten. In mehreren Städten gab es aber auch Protestmärsche, weil der Nationalfeiertag die Aborigines missachte. Mit dem Australia Day wird jedes Jahr an die Ankunft der ersten britischen Flotte im Hafen von Sydney am 26. Januar 1788 erinnert - für die meisten Australier ein Grund zum Feiern.

20.000 Gegner in Melbourne und Sydney

In den beiden Millionen-Metropolen Sydney und Melbourne waren jeweils etwa 10.000 Gegner auf der Straße. Einer der Organisatoren, Dave Bell, bezeichnete die Ankunft der Briten vor 229 Jahren als „Beginn eines Völkermords“. Tatsächlich ermordeten die Ankömmlinge aus Europa Tausende Männer, Frauen und Kinder. Heute gibt es noch etwa 700.000 Aborigines. Das sind nur noch etwa drei Prozent der 23 Millionen Einwohner Australiens. Ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt zehn Jahre niedriger als beim Rest der Bevölkerung. Zugleich machen sie 27 Prozent der Gefängnis-Insassen aus.




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