Spritverbrauch, Bußgeld und Alternativen Auto im Winter warmlaufen lassen

Warmlaufen lassen oder direkt losfahren? Foto: Ody_Stocker / shutterstock.com
Warmlaufen lassen oder direkt losfahren? Foto: Ody_Stocker / shutterstock.com

Wenn im Winter die Temperaturen unter null Grad sinken, ist es verlockend, den Motor im Stand laufen zu lassen, um das Auto vorzuwärmen. Aber ist das überhaupt zielführend? Und was sagt das Ordnungsamt dazu?

Digital Unit: Lukas Böhl (lbö)
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Bei gefrorenen Scheiben in den kalten Jahreszeiten neigen viele Autofahrer dazu, ihren Wagen im Stand laufen zu lassen, die Lüftung hochzudrehen und erst dann das Eis abzukratzen. Dadurch soll sich nicht nur der Innenraum aufwärmen und die Scheiben schneller enteisen, sondern auch der Motor warmlaufen. Aber was bringt das eigentlich?

Motor warmlaufen lassen: Gut oder schädlich?

Die Experten vom ADAC sind der Meinung, dass es schädlich ist, den Motor warmlaufen zu lassen. Denn solange der Motor nicht warm ist, gelange viel unverbrannter Kraftstoff auf die Zylinderoberfläche, wodurch es wegen schlechter Schmierung zu erhöhter Reibung komme. Dies wiederum führe zu Zylinder- und Kolbenverschleiß. Auch der Motorverschleiß könne sich erhöhen, wenn unverbrannter Kraftstoff in die Ölwanne gelangt und das Motoröl verdünnt.

Wie viel Sprit verbraucht das Warmlaufen?

Das Umweltbundesamt rät, den Motor im Winter nicht warmlaufen zu lassen, weil dadurch unnötig Sprit verbrannt wird. Ein Test des ADAC hat gezeigt, dass bereits nach vier Minuten warmlaufen 0,1 Liter Benzin verbrannt wurden. Wer direkt losfährt, schont also nicht nur die Umwelt, sondern auch seinen Geldbeutel. Hinzu kommt, dass das Warmlaufen im Stand kaum etwas bringt. Im ADAC Test hat sich die Temperatur des Motoröls nach vier Minuten warmlaufen bei einer Außentemperatur von -10 °C auf gerade einmal -7 °C erwärmt. Aus den Lüftungsschlitzen im Innenraum strömte die Luft mit gerade einmal 13 °C.

Strafe: Darf man sein Auto überhaupt warmlaufen lassen?

In § 30 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) heißt es, dass es verboten ist, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen. Denn unnötiger Lärm und Abgasbelästigungen seien zu vermeiden. Wer sein Auto warmlaufen lässt, begeht demnach eine Ordnungswidrigkeit. Selbst dann, wenn der Motor auf dem Privatgrundstück warmläuft. Der neue Bußgeldkatalog sieht in diesem Fall ein Bußgeld von 80 € vor.

Alternativen zum Warmlaufen lassen

Eine recht günstige Alternative zum Warmlaufen im Stand ist eine Frostschutzfolie für die Frontscheibe (Auf Amazon kaufen / ANZEIGE). Wer nicht nur die Frontscheibe vor Frost schützen will, kann sich eine sogenannte Halbgarage (Auf Amazon kaufen / ANZEIGE) zulegen. Diese Abdeckung reicht über alle Scheiben des Autos und sorgt somit für eine freie Rundumsicht beim Losfahren. Sind auch die Innenscheiben beschlagen oder vereist, ist der Innenraum des Autos vermutlich feucht. Was Sie dagegen tun können, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Gegen die eisige Kälte im Innenraum kann das Nachrüsten einer Standheizung helfen. Allerdings ist dabei mindestens mit einer hohen dreistelligen Summe zu rechnen.

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