Autobahn 81 Neue Technik soll Staus verhindern

Im Leitraum der Landesstelle für Straßentechnik in Feuerbach werden die digitalen Verkehrsschilder über den Autobahnen gesteuert. Foto: Horst Rudel
Im Leitraum der Landesstelle für Straßentechnik in Feuerbach werden die digitalen Verkehrsschilder über den Autobahnen gesteuert. Foto: Horst Rudel

Mit neuen computergesteuerten Anzeigetafeln soll der Verkehr auf der Autobahn 81 künftig besser fließen. Die Anlagen zwischen Leonberg und Mundelsheim haben ihren Betrieb aufgenommen.

Stuttgart - Das oberste Ziel des Projekts sei es Staus und Unfälle zu vermeiden, erklärt der Landesverkehrsminister, Winfried Hermann (Grüne), als er am Montagnachmittag die sogenannte ­Streckenbeeinflussungsanlage, kurz SBA, in Betrieb nimmt. Auf insgesamt 54  Kilometern soll der Verkehr auf der A 81 zwischen dem Dreieck Leonberg und der Anschlussstelle Mundelsheim abhängig von Auslastung und Wetter mit Hilfe digitaler Anzeigen ­gesteuert werden.

Eine Leinwand, unzählige Computerbildschirme und Pulte und der direkte Blick auf die Stuttgarter Automeile – die Heilbronner Straße –, das ist der Leitraum der Landesstelle für Straßentechnik in Feuerbach. Von hier werden die digitalen Verkehrsschilder über den Autobahnen in Baden-Württemberg ­gesteuert. Die Anwendungen auf der ­mehrere Meter breiten Leinwand lassen sich verschieben wie die Programme auf einem modernen ­Mobiltelefon. Live-Bilder der Überwachungskameras zeigen die aktuelle Lage auf den Straßen, Computerprogramme ­ermöglichen es, die Geschwindigkeit per Mausklick von 120 auf 80 Stundenkilometer herunterzusetzen oder vor einer ­neuen Baustelle zu warnen. Verkehrstelematik – ein Begriff zusammengesetzt aus Telekommunikation und Informatik – nennen das die Experten.

Hermann: Es ist billiger und geht schneller

„Was vor einigen Jahren noch belacht wurde, wird heute ernst genommen“, so Winfried Hermann. In den kommenden 20 bis 30 Jahren sollen die digitalen Schilder samt der dazugehörigen ­Sensoren und Kameras an ­allen hochbelasteten Strecken für möglichst flüssigen Verkehr sorgen, so der Plan des Ministers. Zum einen ist Hermann von der Technik und ihrer Wirkung überzeugt, zum anderen gibt er offen zu: „Was wir hier gemacht haben, ist billiger und geht schneller als ein Ausbau der Strecken.“

Es sei inzwischen allgemeiner Konsens, dass ein Autobahnring um die Landeshauptstadt nicht mehr gebaut ­werde und die A 8 und die A 81 an ihrer ­Belastungsgrenze seien, beschreibt ­Hermann die Ausgangslage. Wenn alle Autofahrer mit 80 bis 100 Stundenkilometern unterwegs sind, ist die Kapazität der Autobahnen am höchsten – Experten ­sprechen von einer Leistungssteigerung von bis zu 20 Prozent.

Hermann will sämtliche Bundesmittel abrufen

Nachdem die A 8 bereits mit einer ähnlichen Anlage ausgestattet wurde – dort teilweise mit festen Blitzern gekoppelt –, ist die SBA auf der A 81 der nächste Schritt. Die Autobahnen rund um Ulm, die A 5 bei Heidelberg sowie die Strecken rund um Karlsruhe und Baden-Baden sollen folgen, so Hermann. „Der Bund ist ständig auf der Suche nach Partnern, die die im Haushalt eingestellten Mittel abrufen“, sagt Guido Zielke, der Leiter der Abteilung Straßenbau und -planung im Bundesverkehrsministerium, am Montag in Stuttgart. Geld für einen sechs- oder gar achtspurigen Ausbau der Autobahnen habe man nicht, so Zielke. Für die Beeinflussungsanlagen seien jedoch nicht alle Mittel abgerufen worden: „In manchen Ländern fehlt es an Ingenieuren, um die Projekte umzusetzen.“

Landesminister Hermann betont: „Wenn der Bund Partner sucht, wir sind ­dabei. Wenn wir Mittel zugesichert bekommen, nutzen wir diese.“ In der Vergangenheit war von der CDU Kritik an Hermanns Ministerium laut geworden. Dieses hätte 2013 Bundesmittel nicht abgerufen.




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