Autobahn-Deckel Böblinger Rathaus will Minimallösung – Kritik von CDU und „Leise A 81“

Der Lärmschutzdeckel an der A 81 ist im Rohbau fertig. Foto: Stefanie Schlecht

Wer kümmert sich um die Gestaltung des A 81-Deckels? Die örtliche CDU, das Böblinger Rathaus und die Initiative „Leise A 81“ haben unterschiedliche Ansichten.

Nicht mehr lange, und der Lärmschutzdeckel an der A 81 zwischen Böblingen und Sindelfingen geht zum Teil in Betrieb. Anfang 2027 sollen die Autos zunächst durch eine der beiden Röhren rollen. Parallel schwelt seit vielen Jahren die Diskussion um die Gestaltung der Deckel-Oberfläche, aktuell wird das noch einmal im Böblinger Gemeinderat Thema sein. Nun meldet sich zudem die Bürgerinitiative „Leise A 81“ zu Wort.

 

Eigentlich liegt der Deckel auf Sindelfinger Gemarkung. Und der dortige Gemeinderat hatte im Sommer 2025 eine relativ einfache Oberflächengestaltung beschlossen: begrünte Freiflächen, Photovoltaik-Anlagen, Fuß- und Radwege sowie eine Mobilitätsstation am S-Bahn-Halt Goldberg. Doch Ende 2025 brachten die CDU-Fraktionen Böblingen und Sindelfingen den Antrag ein, die Deckel-Gestaltung im Gemeinsamen Gremium der beiden Städte zu thematisieren.

Böblingen hat sich 2022 verabschiedet

Diesen Antrag will die Böblinger Stadtverwaltung nun im Technischen Ausschuss, der an diesem Mittwoch tagt, ablehnen lassen. Denn bereits Ende 2022 sei im Böblinger Gemeinderat beschlossen worden, sich an der weiteren Planung und Umsetzung der Deckel-Gestaltung nicht weiter zu beteiligen – aus Kostengründen und weil man sich inhaltlich zuvor mit Sindelfingen nicht habe einigen können.

Dies wiederum kritisieren nun die Bürgerinitiative „Leise A 81“ und ihr Sprecher Thorsten Breitfeld, der auch der Böblinger CDU-Fraktion vorsitzt. „Die Deckel-Gestaltung ist kein Randthema, sondern ein gemeinsames städtebauliches Zukunftsprojekt“, schreibt Breitfeld. „Wenn Böblingen und Sindelfingen jetzt konsequent gemeinsam handeln, kann aus der technischen Infrastruktur ein verbindender Stadtraum entstehen.“

Studenten-Entwürfe zeigen Potenzial

Aus der örtlichen Bürgerbeteiligung seien 2011 gute Ideen hervorgegangen, es gebe Studenten-Entwürfe, die das städtebauliche Potenzial aufzeigen würden. „Die Chance, hier etwas Besonderes zu schaffen, ist real und greifbar“, schreibt Breitfeld als Sprecher der Bürgerinitiative „Leise A 81“, die seinerzeit den Lärmschutzdeckel erkämpft hatte.

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