Autobauer werden Partner Wie Daimler und BMW das Carsharing bündeln

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Im Februar haben Daimler und BMW die Carsharingtöchter Car2go und Drive Now in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Nun müssen die Technik und das Marketing vereinheitlicht werden.

Der erste BMW im  Mercedes-Museum: Das Elektroauto i3 (links) macht gemeinsam mit einem Smart auf eine Sonderausstellung zum Carsharing aufmerksam. Foto: Share now Foto:  
Der erste BMW im Mercedes-Museum: Das Elektroauto i3 (links) macht gemeinsam mit einem Smart auf eine Sonderausstellung zum Carsharing aufmerksam. Foto: Share now

Stuttgart - Es ist eine Premiere der besonderen Art: Erstmals wird im Stuttgarter Mercedes-Museum ein BMW ausgestellt. Das Elektroauto i3 des Münchner Mercedes-Wettbewerbers steht im Foyer des Museums neben einem Smart und soll auf eine Sonderausstellung aufmerksam machen, die an diesem Dienstag eröffnet wird und bis zum 27. Juli läuft: In dieser Präsentation wird die Geschichte des Carsharings bei den beiden Autobauern nachgezeichnet, die künftig diesen Markt gemeinsam erschließen wollen. Im Februar wurde dazu das Gemeinschaftsunternehmen Share Now gegründet. Daimler und BMW sind je zur Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Auch die Flotte des neuen Unternehmens soll je zur Hälfte von beiden Herstellern bestückt werden.

Daimler stieg 2009 in das Vermietgeschäft ein, das bisher unter dem Namen Car2go lief, BMW folgte 2011 mit Drive Now. Das neue Gemeinschaftsunternehmen ist nach Angaben von Daimler das weltweit größte Unternehmen im Bereich des flexiblen stationsunabhängigen Carsharings.

So schnell wie möglich soll eine neue App entwickelt werden

Weltweit hat Share Now heute mehr als vier Millionen Kunden an 31 Standorten in 14 Ländern in Europa und Nordamerika. In den kommenden Monaten wolle man möglichst schnell eine neue App entwickeln, sagte Slavko Bevanda, der Technik-Geschäftsführer von Share Now, vor der Eröffnung der Sonderausstellung. Mit dieser App können dann die Wagen von Mercedes, Smart, BMW und Mini gebucht, geöffnet und bezahlt werden. Derzeit habe man knapp 100 Entwickler, weitere sollen eingestellt werden. Zudem arbeite man daran, so Bevanda, ein einheitliches Preismodell zu entwickeln sowie die jeweiligen Geschäftsgebiete der bisherigen Konkurrenten in den einzelnen Städten anzugleichen. Durch die Bündelung versprechen sich die beiden Autohersteller sinkende Kosten sowie eine größere Verfügbarkeit von Wagen, die Wettbewerbsvorteile bringen soll.

Die Zentrale von Share Now ist in Berlin

Auch die Belegschaft soll in Berlin unter einem Dach arbeiten. Die Zentrale von Car2go war in Leinfelden-Echterdingen, die Büros von Drive Now waren in München. Ein großer Teil der Mannschaft sei bereits umgezogen, sagte Bevanda. Insgesamt sind bei dem neuen Unternehmen rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Nachdem dieses Jahr Paris und Budapest als weitere Städte für das Carsharing hinzugekommen sind, will man sich nun zunächst einmal auf die Zusammenführung des Geschäfts konzentrieren. „Im nächsten Jahr geben wir wieder Gas“, sagte Bevanda, der große Wachstumschancen in diesem Markt sieht.