ExklusivAutohersteller VDA warnt vor Quote für Elektroautos

Von Anne Guhlich 

Verbandspräsident Matthias Wissmann kritisiert die Vorschläge von Umweltministerin Barbara Hendricks. Die Kosten für die Batterien seien nicht durch einen Zaubertrick zu senken, sagt Wissmann.

Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Autoindustrie (VDA) wehrt sich gegen den Vorwurf, die Hersteller  hätten den Trend zur Elektromobilität verschlafen. Foto: dpa
Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Autoindustrie (VDA) wehrt sich gegen den Vorwurf, die Hersteller hätten den Trend zur Elektromobilität verschlafen. Foto: dpa

Detroit - Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), hat den Vorstoß der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kritisiert, in Deutschland eine feste Quote für Elektroautos einzuführen. „Dieser Vorschlag ist gut gemeint, aber nicht gut gedacht“, sagte Wissmann unserer Zeitung am Rande der North American International Auto Show (Naias) in Detroit. „Denn ich glaube, dass am Ende der Kunde entscheiden muss.“ In den kommenden Jahren werde die Zahl der Autos mit Elektroantrieb stark ansteigen. „Wir kommen mit immer weiteren Modellen auf den Markt. Derzeit sind es über 30 und 2020 werden es rund 100 Modelle sein“, so der VDA-Präsident. „Wenn die Bundesumweltministerin sagt, wir sollten noch preisgünstigere Modelle auf den Markt bringen, dann darf sie eines nicht übersehen: Es ist noch immer so, dass die Batterie das Auto teurer macht als wir es gerne hätten.“ Die Batteriekosten seien jedoch nicht durch einen Zaubertrick zu senken. „Das ist eine riesige wirtschaftliche und technische Anstrengung.“

Hoher Marktanteil in Norwegen

Wissmann wehrt sich zudem gegen die Aussage, dass die deutsche Autoindustrie bei der E-Mobilität zu langsam sei. „Auf diese Idee würde im Ausland niemand kommen“, sagte er. „Wir haben etwa in Norwegen, dem größten Elektromobilitätsmarkt, einen Marktanteil von über 50 Prozent“. In den USA liege er bei 20 Prozent. „Wir müssen nicht zu unserem Glück getrieben werden – auch nicht von der Bundesumweltministerin.“