Stadtkind Stuttgart

Autor Björn Springorum aus Stuttgart „Schreibblockaden kenne ich nicht“

Von Nadja Dilger 

Der Stuttgarter Journalist und Autor Björn Springorum hat mit „Der Ruf des Henkers“ einen neuen Historienroman veröffentlicht. Am Freitag liest er daraus in der Buchhandlung Wittwer.

Björn Springorum legt mit Der Ruf des Henkers seinen dritten Roman vor. Foto: Stefan Heilemann 3 Bilder
Björn Springorum legt mit "Der Ruf des Henkers" seinen dritten Roman vor. Foto: Stefan Heilemann

Stuttgart - Die Geschichte von Richard Winters, einem jungen Henkerslehrling, dem der berüchtigte Henker William Calcraft das Töten lehrt, spielt im London des 19. Jahrhunderts. Wichtiger Teil der Ausbildung ist eine Erkenntnis: "Jeder Schuldige ist sein eigener Henker“. So heißt es zu Beginn dieser Geschichte, die nächste Woche unter dem Namen „Der Ruf des Henkers“ im Buchhandel erscheint.

„Der Ruf des Henkers“ hat Björn Springorum geschrieben. Es ist das dritte Buch des 33-jährigen Stuttgarters, der vielen bereits als Musikjournalist bekannt sein müsste. Björn schreibt in der Region und auch darüber hinaus, von Metal über Gothic bis hin zu Pop. Sein Musikblog „Igitt, Baby“ ging vor circa zwei Jahren ins Netz und jetzt wäre da wieder ein Buch. Wie macht er das bloß? „So was wie eine Schreibblockade kenne ich nicht“, sagt er im Interview, „gerade bei diesem Buch war die Motivation und die Energie einfach da.“ Morgens, abends - Björn schrieb zwischen Artikeln und Blogeinträgen an der Geschichte von Richard Winters. Auch am Wochenende vertiefte er sich in die Welt der Henker. „Was ist schon Freizeit“, scherzt Björn. Dabei sei bei diesem Roman vor allem die Recherche am Aufwendigsten gewesen. Den Henker William Calcraft gab es wirklich. Im 19. Jahrhundert war er in England für seine Hinrichtungen berüchtigt. Er lockte Menschenmassen an und scheute auch nicht davor zurück, mit der Tötung zu spielen. Björn war es wichtig, diesen Henker genau zu studieren. Er las Biografien und historische Romane - die Lücken, die dabei entstanden, füllte er durch Richard Winters, der die Geschichte nun erzählt. Nicht schwierig für Björn, wie sich herausstellt, denn das 19. Jahrhundert faszinierte ihn schon immer: „Ich verliere mich gerne in so einer Zeit, in so einer Epoche leben, würde ich aber weniger gern.“

Die Vorliebe für Historik und England hat sich bei Björn bereits in der Schule gebildet. In Calw geboren und aufgewachsen, zog es ihn 2004 zum Studium der Geschichte und Anglistik nach Stuttgart. Bereits zu Studienzeiten schrieb er an Romanen. „In meiner Schreibtischschublade müssten noch drei Manuskripte liegen“, sagt er, „die werden da aber auch bleiben.“ Björn betitelt diese Schriften als Übungsphase, seine ersten Veröffentlichungen als Entwicklung. 2013 erschien der Vampirroman „Herbstbringer“, 2015 ein gemeinsames Werk mit der Autorin Susanne Glanzer. „Amulett der Ewigkeit“ heißt das Buch und erzählt von einer Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen im 21. Jahrhundert und einem Jungen im 19. Jahrhundert. „Ein Jugendbuch im Genre Fantasy“, wie es Björn betitelt - wo auch ab kommender Woche sein neues Buch stehen soll. Doch dem Autor gefällt der Ausdruck Fantasy nicht ganz. „Bei Thienemann, wo 'Der Ruf des Henkers' erscheinen wird, spricht man gern von Fantastik - eine rätselhafte, fantastische Welt, die aus heutiger Sicht erzählt wird“, sagt Björn. Für die Jugend schreibe er übrigens am Liebsten: Jugendliche hätten noch die Faszination beim Lesen und sie verschlingen geradezu die Kapitel. 

Ganz dem Autorendasein kann sich Björn jedoch nicht widmen. Der Journalismus liege ihm genauso am Herzen - auch wenn das Schreiben an einem Roman persönlicher sei. „Für die Zukunft würde ich mir einfach wünschen, ein bisschen mehr Zeit für ein Buch zu haben“, sagt er. "Der Ruf des Henkers" soll nämlich nicht sein letzter Roman sein. Und Björn weiß, dass „jeder Schuldige sein eigener Henker ist.“ So ist er zumindest seinen Lesern weitere Geschichten schuldig. 

Lesung: Björn Springorum, „Der Ruf des Henkers“: Freitag, 12. Februar, 18.30 Uhr, Buchhandlung Wittwer, Königstraße 30.

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