Franziska Heck hat ihr erstes Buch veröffentlicht, den Roman „Eine Verkettung des Glücks“. Die 32-Jährige erzählt, wie sie es bis zur Veröffentlichung geschafft hat.

Volontäre: Marie Part (par)

Zehn Menschen, von denen viele einander nie begegnet sind – und doch genügt ein Moment, um eine Kettenreaktion auszulösen, die sie alle verbindet. Der Ausgangspunkt: Die früheren Schulfreunde Leni und Samuel, die sich nach Studienabschlüssen und einigen Wohnsitzwechseln aus den Augen verloren haben – bis sie sich bei der Eröffnung von Lenis Laden „Wundervoll“ wiedersehen. Ein kleiner, gemütlicher Ort zum Stöbern, mit Café und Bücherecke.

 

Zur Eröffnung kommt auch Romy, die eine besondere Vorliebe für solche Läden hat. Dass Leni zu ihr sagt: „Schön, dass du den Weg zu mir gefunden hast“, löst bei Romy etwas aus. Sie stellt sich vor, dass ihr Vater ihr diese Worte sagt – und fasst den Mut, ihm nach Jahren der Distanz zu schreiben. „Jede Figur hinterlässt etwas“ – eine Geste, einen Gedanken, einen Moment –, der die nächste Person beeinflusst, erzählt Franziska Heck. „Bis sich der Kreis am Ende wieder in Lenis Laden schließt – dort, wo alles begann.“

Autorin aus Fellbach veröffentlicht neuen Roman

In Franziska Hecks Roman „Eine Verkettung des Glücks“ geht es um Augenblicke, die das Leben verändern. Auch die 32-Jährige brauchte einen solchen Moment. Auch für sie war es eine Herausforderung, den Mut und die Zeit zu finden, ein Buch zu schreiben. Denn die Autorin lebt nicht von der Schriftstellerei, sondern arbeitet im Robert-Bosch-Krankenhaus. Nach ihrer Elternzeit hat sie kürzlich wieder ihren Job im Pflege- und Projektbereich aufgenommen.

Franziska Heck ist in Fellbach-Schmiden (Rems-Murr-Kreis) aufgewachsen – in jenem Haus, in dem sie auch heute mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern im Alter von dreieinhalb und eineinhalb Jahren lebt. Schon als Kind habe sie in diesem Haus Geschichten erfunden, Tagebuch geführt und erste Jugendroman-Versuche in den Computer getippt, so die Autorin. „Ich habe einfach schon immer gerne geschrieben“, erzählt sie.

Young Storyteller Award als Sprungbrett für junge Autoren

Doch der Gedanke, dass eine Idee tatsächlich ein ganzes Buch tragen könnte, kam Franziska Heck vor drei Jahren. In einem eben gekauften Buch steckte ein Lesezeichen, das auf den Young Storyteller Award hinwies – ein Schreibwettbewerb, den der Buch-Gigant Thalia gemeinsam mit der Autoren-Plattform story.one ausrichtet. Der Gewinner erhält 7000 Euro Preisgeld. Auch ein sechsmonatiges Mentoringprogramm und eine Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse gibt es.

„Ich dachte: Das wäre doch die Gelegenheit, einfach mal anzufangen“, sagt Franziska Heck. Denn eine komplette Romanidee zu entwickeln und einen Verlag zu finden, erschien ihr als enorme Hürde. Der Wettbewerb bot einen klaren Rahmen: höchstens 17 Kapitel, jedes maximal drei Seiten lang. „Cover und Klappentext musste man sich selbst überlegen“, erzählt die Fellbacherin.

Doch Franziska Heck hatte lange keine passende Idee und ließ die Teilnahmefrist verstreichen. Auch im Jahr darauf spielte sie mit dem Gedanken, begann sogar ein oder zwei Geschichten – doch letztendlich wurde nichts daraus. Erst die Ankündigung, dass der Young Storyteller Award im Jahr 2025 vorerst zum letzten Mal stattfindet, gab ihr den entscheidenden Anstoß.

Mit story.one zum eigenen Buch – ohne Lektorat, aber mit Freiheit

Außer mit ihrem Mann sprach sie zunächst mit niemandem über ihr Buchprojekt. „Ich wusste nicht, ob das hinhaut mit zwei kleinen Kindern“, erzählt sie. Doch etwa vier Wochen vor der Abgabefrist nahm die Geschichte plötzlich Form an – ohne Lektorat, ohne Verlag, aber mit der Freiheit, einfach auszuprobieren.

„Die intensive Schreibphase konzentrierte sich auf die letzten drei Wochen vor dem Einsendeschluss“, erzählt die Autorin. Sie schrieb bis spätabends, wenn die Kinder im Bett waren – und am Wochenende, wenn sich irgendwo eine freie Minute auftat. „Ich brauche Deadlines“, sagt sie. So entstand schließlich das Manuskript zu „Eine Verkettung des Glücks“. Abgabe war Ende August – zwei Tage später war das fertige Buch bereits online erhältlich.

Franziska Hecks Roman auf einen Blick:

  • Titel: Eine Verkettung des Glücks
  • Autorin: Franziska Heck
  • Umfang: 64 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungs-Plattform: story.one publishing – www.story.one
  • Erscheinungstermin: 3. September 2025

Unter die Finalisten schaffte es das Buch der Fellbacherin bei dem Wettbewerb nicht – doch für Autorin Heck zählt vor allem, dass sie ihr Projekt tatsächlich umgesetzt hat. Der größte Gewinn sei für sie nicht die Sichtbarkeit oder der Verkaufserfolg, sondern der Gedanke, dass irgendwo jemand ihr Buch liest und Freude daran hat.

Das Cover von „Eine Verkettung des Glücks“ zeigt ein Bild, das Franziska Heck selbst gemalt hat. Foto: Gottfried Stoppel

„Mir ging es nicht um komplizierte Plots oder dramatische Wendungen, sondern um eine warme, hoffnungsvolle Erzählung“, sagt die Autorin. Gerade in Zeiten, in denen negative Schlagzeilen dominieren, sei es wichtig, sich hin und wieder mit Schönem zu umgeben.

Umso bewegender war für sie der Moment, als sie ihr eigenes Buch in einer Auflistung online lieferbarer Bände entdeckte. „Das war schon irre“, erzählt sie. Auch die vielen positiven Rückmeldungen aus Familie und Freundeskreis bedeuten ihr sehr viel. „Viele wollten wissen, wie die Geschichte entstanden ist, stellten Fragen zu Figuren und Hintergründen.“

Was nach „Eine Verkettung des Glücks“ kommen könnte

Seitdem Franziska Heck ihr Buch als fertiges Hardcover zum ersten Mal in Händen hielt, lässt sie der Gedanke ans Schreiben nicht mehr los: „Ich habe viele Ideen und überlege, welche ich als Nächstes umsetze“, erzählt sie. Eine Freundin hat sogar schon eine Fortsetzung bestellt – sie wünscht sich zu jeder Person aus dem Erstlingswerk einen eigenen Roman.

Und tatsächlich spielt Autorin Heck mit dem Gedanken, eine der Figuren aus „Eine Verkettung des Glücks“ in einem neuen Projekt weiterzuführen. Erste Entwürfe gibt es bereits – mehr möchte sie allerdings nicht verraten. Vielleicht ist das der Anfang einer neuen Kettenreaktion – einer, die diesmal bei der Autorin selbst beginnt.