Bei der Autoshow in Detroit wird wieder einmal deutlich: Die Amerikaner lieben große Autos. Doch auch Wagen mit alternativen Antrieben sind immer stärker gefragt.

Detroit - Der Ford F 150 ist in diesem Jahr einer der großen Stars auf der Automesse in Detroit. Der robuste Pick-up ist seit drei Jahrzehnten der meistverkaufte Wagen auf dem US-Markt. Die Neuauflage, die in diesem Jahr Premiere feiert, hat abgespeckt. Weil viel Aluminium verwendet wird, ist das Auto bis zu 320 Kilo leichter als der Vorgänger, was den Verbrauch senkt. Dennoch ist der robuste Pritschenwagen alles andere als ein Sparmobil. Auch die anderen US-Marken lieben es groß und rücken gerne PS-Protze ins Rampenlicht, wie etwa die neue Corvette Z06 mit 630 PS. Nach Ökoautos muss man in den Messehallen lange suchen. Geht der Trend zu deutlich sparsameren Autos und alternativen Antrieben an Amerika vorbei?

 

Die Amerikaner kaufen große Wagen

„Die USA sind kein Vorreiter bei verbrauchsarmen Autos und werden es in der überschaubaren Zukunft auch nicht werden“, urteilt Willi Diez, der Chef des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen. Die Amerikaner seien sehr pragmatisch, erläutert der Wissenschaftler. „Wenn der Benzinpreis nicht steigt oder gar sinkt, kaufen sie große Wagen“, so Diez. Ferdinand Dudenhöffer, der Chef des Duisburger Forschungsinstituts CAR, sieht insgesamt gleichwohl Fortschritte der US-Hersteller auf dem Weg zu umweltfreundlicheren Autos. „Zwar ist der Durchschnittsverbrauch der Neuwagen immer noch höher als bei uns, aber die Verbesserungen sind deutlich spürbar“, urteilt Dudenhöffer. Im Jahr 2008 hätten die verkauften Neuwagen im Schnitt noch 11,3 Liter auf 100 Kilometer geschluckt, bis zum vergangenen Jahr sei dieser Wert auf 9,5 Liter gesunken.

Der Liter Sprit kostet derzeit umgerechnet etwa 60 Eurocent, und der politische Druck zur Senkung des Flottenverbrauchs ist geringer als in Europa. Bis 2025 soll der Flottenverbrauch auf umgerechnet 4,3 Liter auf 100 Kilometer sinken. Deutlich großzügiger als in Deutschland sind die staatlichen Anreize für die Einführung von Wagen mit alternativem Antrieb. Gefragt waren im vergangenen Jahr vor allem Personenwagen mit Hybridantrieb, also einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Der Absatz kletterte 2013 um 15 Prozent auf 470 000 Autos – der Anteil am Pkw-Gesamtmarkt lag damit bei 6,2 Prozent. Die deutschen Autobauer vervierfachten ihren US-Absatz von Hybridmodellen auf fast 7600 Fahrzeuge.

Der Anteil der batteriebetriebenen Wagen hat sich verdreifacht

„Wir sind also sehr gut aus den Startlöchern gekommen und sehen hier noch erhebliches Potenzial“, meint Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie. Auch im Markt von Elektrofahrzeugen gehe es voran. Der Absatz habe sich 2013 auf knapp 96 000 Autos fast verdoppelt. Als Elektroautos werden batteriebetriebene Wagen sowie Autos mit Plug-in-Hybridantrieb gezählt, die an der Steckdose aufgeladen werden können.

Der Anteil der rein batteriebetriebenen Autos hat sich auf 47 000 Wagen mehr als verdreifacht. Der Schwung kam dabei vor allem vom kalifornischen Pionier Tesla sowie vom Nissan Leaf. Beide profitieren auch davon, dass Filmstars den Ökoantrieb schick finden. So postete etwa Tom Hanks auf Facebook, dass er unter anderem einen Nissan Leaf fahre und seinen eigenen Solarstrom erzeuge. Dafür erhielt er eine Fülle von begeisterten Kommentaren, wie etwa von Kary Rebolledo aus Tampico. „Tom, du bist toll, ich liebe dich“, schrieb die Mexikanerin.