Hedelfingen - Wenn es nach den Vorstellungen der Stadtplaner und der Hedelfinger Bezirksbeiräte geht, wird es von 2025 an vor dem Bürgerhaus rund gehen. Die Kreuzung am Hedelfinger Platz soll in einen Kreisverkehr umgewandelt werden. Die Stadtplaner Andreas Hemmerich und Martin Hasenäcker stellten nun die vorläufigen Planungen des weiträumigen Verkehrskonzepts vor. Sie beziehen nämlich die Otto-Hirsch-Brücken, den Westkai, die Amstetter- und Rohrackerstraße in ihre weitsichtigen Überlegungen mit ein. Erste Pläne für den Hedelfinger Platz gibt es schon seit dem Jahr 2002.
Kreisverkehr statt Ampelregelung
Die Stadt hat nun die Zahl der Autos, Radler und Fußgänger, die den Hedelfinger Platz überqueren, ermittelt und festgestellt: Bereits heute ist der Hedelfinger Platz in den Spitzenstunden überlastet. „Erste Berechnungen zeigen, dass die Leistungsfähigkeit eines Kreisverkehrs in der morgendlichen und nachmittäglichen Rushhour leicht unter der heutigen Regelung mit der Lichtsignalanlage liegt. Deswegen haben wir flankierende Maßnahmen geplant, die den Platz entlasten. Außerhalb dieser Zeiten bietet der Kreisel aber eine sehr gute Verkehrsqualität “, so Hasenäcker.
Spatenstich 2024 möglich
Die Stadtplaner wollen die dann detaillierter ausgearbeiteten Pläne bis zu den Beratungen für den städtischen Doppelhaushalt 2024/25 fertigstellen und präsentieren. „Der Spatenstich könnte dann 2024 erfolgen“, wagt Hemmerich eine Zeitprognose. Im Einzelnen ist Folgendes vorgesehen:
Hedelfinger Platz
Geplant ist ein einspuriger Kreisverkehr mit einer Fahrbahnbreite von 4,5 Metern und einem Grünbereich in der Mitte. Autos fahren aus allen Richtungen einspurig in den Kreisel. In der Rohrackerstraße und am Übergang vom Löwengarten zum Bürgerhaus soll es einen Zebrastreifen mit je einer Aufstellinsel in der Mitte geben. In der Hedelfinger Straße und der Amstetter Straße sind wie bisher nur kurze Fußgängerüberwege vorgesehen. Auf den Otto-Hirsch-Brücken in Richtung Obertürkheim beginnt ein separater Radweg, der rechts an der Bushaltestelle vorbeiführt. Autos können einspurig am wartenden Bus vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite steht den Bussen eine eigene Spur mit Haltebucht an der Alten Schule zur Verfügung. Autos können an den Bussen vorbeirollen. „Der Platz gewinnt damit stadtgestalterisch an Attraktivität“, betonte der Bezirksvorsteher Kai Freier.
Otto-Hirsch-Brücken
Die Auf- und Abfahrten zur B 10 und die Anbindungen an den Westkai wollen die Stadtplaner, was die Autos betrifft, wenig verändern. Es soll aber einen separaten Rechtsabbiegerstreifen auf die B 10 geben. Neu ist auf der Seite an der katholischen Kirche ein eigener Radweg. Auf der Bürgerhausseite würde dann ein Bus- und Radweg eingerichtet. Der Bezirksbeirat regte dagegen zwei Kreisel an der B-10-Ausfahrt und am Westkai an. „Dafür fehlt die Fläche und wir könnten dann den Verkehr nicht durch Ampeln steuern“, so Hemmerich. Dafür ist ein neuer Kreisverkehr an der Kreuzung Otto-Hirsch-Brücken/ Am Mittelkai und in Richtung Hedelfingen eine gemeinsame Bus-Radspur über die Neckarbrücke geplant.
Otto-Hirsch-Center
Für die Anbindung ans Otto-Hirsch-Center gibt es zwei Varianten. Eine sieht vor, dass aus dem Otto-Hirsch-Center nur noch nach rechts zum Kreisverkehr abgebogen werden kann. Autofahrer nach Obertürkheim müssten im Kreisverkehr einen U-Turn machen. Dadurch würde Fläche für den auch beim Fußverkehrscheck gewünschten Fußgängerüberweg vom Otto-Hirsch-Center zur Kirche geschaffen. Die zweite Variante würde die heutige Verkehrsführung mit beidseitiger Ausfahrt beibehalten.
Rohrackerstraße
In der Rohrackerstraße sind auf der Hangseite künftig ein Radweg, ein breiter Gehweg, Baumreihen und abschnittsweise Parken möglich. Auf der Seite zum Ortskern wird eine eigene Bus- und Radspur geprüft. Die Bezirksbeiräte signalisierten aber, dass ihnen dort ein breiterer und attraktiver Gehweg samt Dürrbachrinne lieber wäre.
Am Westkai/ B 10
Die Verkehrsplaner plädieren zudem, die B-10-Anschlussstellen Hedelfingen und Wangen zu Vollanschlüssen auszubauen. Die Straße Am Westkai würde zur Einbahnstraße Richtung Otto-Konz-Brücken. Die provisorische Einfahrt würde zur regulären ausgebaut und vor den Otto-Konz-Brücken eine Ausfahrt aus der B 10 ermöglicht. Beide tragen zur Entlastung der Neckarbrücken bei.