Das Wetter an diesem Dienstag wirkt wie das perfekt auf den Vortrag von Arnd Franz abgestimmte Begleitprogramm. Zu Beginn der Bilanzpressekonferenz bei Mahle in Stuttgart taucht die Sonne den verglasten Saal in helles Licht, als der Vorsitzende der Geschäftsführung das Positive des Geschäftsjahres 2024 hervorhebt. So stieg das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr von 304 Millionen auf 423 Millionen Euro, was einer Ebit-Marge von 3,6 Prozent entspricht. Doch mit der später aufziehenden, immer dicker werdenden Wolkendecke trüben sich auch die Ausführungen des Vorsitzenden der Geschäftsführung zusehends ein.
Abwärtstrend beim Thermomanagement
Dann geht es um die gesunkene Fahrzeugnachfrage bei allen von Mahle bedienten Antriebsarten. Was 2024 zu einem Umsatzrückgang von 12,8 Milliarden auf 11,7 Milliarden Euro geführt hat. Einbußen gab es in allen Geschäftsfeldern, die im Mahle-Vorzeigesegment Thermomanagement mit 11,2 Prozent am deutlichsten ausfielen. Einzig auf dem Ersatzteilmarkt ging es bergauf.
„Nur dank harter Arbeit haben wir uns gut behauptet“, sagt Arnd Franz und bedankt sich bei der Mahle-Belegschaft, was mit einem Bonus verknüpft ist, der nach Information dieser Zeitung mit jeweils 1000 Euro so hoch wie im vergangenen Jahr ausfällt.
Allein diese harte Arbeit hat aber nicht genügt, um nach den Worten von Finanzchef Markus Kapaun „weiter stabil dazustehen“. Dazu trugen auch der Verkauf von Anteilen an einem Joint Venture und die Trennung vom Ausrüstungsgeschäft mit Thermostaten bei. Und die Standortschließungen in Gaildorf, Charleston (USA) und Mattighofen (Österreich). Und 2025 hat bei Mahle wie vielerorts auch nicht vielversprechend begonnen. Das erklärt allein schon das von Donald Trump entfachte Zoll-Chaos.