Die erste Entscheidung für einen Ausbildungsbetrieb ist nicht immer die richtige. Und daran muss der angehende Arbeitnehmer gar nicht mal selbst schuld haben. Lea Mehlmann hat dies selbst leidvoll erlebt: Sie hat sich für den Friseurberuf entschieden, ist im Rahmen ihrer dreijährigen Ausbildung bei einem Großhandel für Friseurbedarf gewesen. Doch vier Monate vor ihren Abschlussprüfungen hat dieser Betrieb dicht gemacht und Lea Mehlmann musste auf die Schnelle einen neuen Arbeitgeber suchen. Und hat ihn gefunden mit der Firma Mader in Leinfelden-Echterdingen. Die handelt mit dem Selbstverständlichsten, was es gibt: mit Luft.
Vielseitige Ausbildung
Freilich mit viel Luft für industrielle Zwecke. Und die muss häufig mit viel mehr Druck zur Verfügung stehen als der Mensch zum Atmen benötigt. Also etwas ziemlich anderes als Haare richten. Und Mehlmann ist sehr zufrieden: „Die Vielseitigkeit der Ausbildung hat sich bei Mader definitiv erfüllt“. Was ihr besonders Freude bereitet hat: „Ich war in vielen verschiedenen Abteilungen mit unterschiedlichen Tätigkeiten.“ Ihr Resümee: „Alle müssen gut zusammenarbeiten, um ein größeres Ganzes zu ergeben.“
Erfahrungen sammeln
Deshalb wurde sie inzwischen auch in die Abteilung Personalwesen übernommen. „Das ist ganz in meinem Sinne. Denn das Ende der Ausbildung bedeutet ja nicht, dass man alle Aufgaben kennt und beherrscht. Der berufliche Weg hält bei Mader weiter viel Neues bereit. Da gilt es, jeden Tag etwas dazuzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln“, so Mehlmann. Qualitäten, die Julia Sulzberger, Leiterin des Bereichs Personalwesen, sehr an der jungen Frau schätzt: „Lea ist gerade mittendrin in der Einarbeitung für viele verschiedene Themen. Das macht viel Freude, da sich Lea da sehr offen zeigt. Sie ist sehr motiviert, konzentriert und lernwillig: Das ist heute nicht mehr der Standard in der Ausbildung“. Hier hat Mehlmann auch einen Verbesserungsvorschlag: „Die Einführung von Blockunterricht wäre besser. Gerade bei sehr theoretischen Themen wäre es hilfreich, sich zwei bis vier Wochen nur auf die Berufsschule zu konzentrieren. Das hätte mir einiges erleichtert.“
Verantwortungsvolle Aufgabe
Ihrer Motivation hat das nicht geschadet: „Wenn es so weitergeht, hat Lea Mehlmann einen schönen Entwicklungsweg bei Mader vor sich“, so Julia Sulzberger. Denn die Realität sieht laut der Personalchefin meist eher so aus: „Einerseits erwarten Azubis viel, andererseits kann man ihnen verantwortungsvolle Aufgaben selten übertragen, weil sie davon schnell überfordert sind.“ Sulzberger fügt hinzu: „Das gilt nicht für alle, aber ein Dilemma ist das schon.“ Ihr Vorschlag: Das wirtschaftliche Grundprinzip „Leistung gegen Lohn“ müsse in Schule und Elternhaus wieder mehr thematisiert werden. Auch beim Verständnis für allgemeine wirtschaftliche Zusammenhänge und unternehmerischer Kompetenz sieht sie noch Aufholbedarf.
Als Ausbildungsleiterin bei Mader heißt das für sie: „Wir sind in einem engen Austausch mit unseren Auszubildenden. Wir begleiten sie auf einem teils steinigen Weg und vermitteln ihnen eine eigenständige Arbeitsweise, ohne dass die Überforderung zu groß wird“, so Sulzberger.