B 14 in Stuttgart An dieser Stelle herrscht hohes Unfallrisiko

Ein Mercedes dreht verbotswidrig an der Cannstatter Straße um. Foto: Sebastian Steegmüller

Immer wieder drehen Verkehrsteilnehmer in der Cannstatter Straße auf Höhe der Villastraße verbotswidrig um. Bei der Stadt und der Polizei gehen viele Beschwerden ein. Was wird getan?

Reporter: Sebastian Steegmüller (seb)

Im Mai 2022 hat die Stadt die marode Rosensteinbrücke, die vom Wilhelma-Theater zur Cannstatter Altstadt führt, gesperrt. Auto- und Lastwagenfahrer, die über den Neckar wollen, müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen. Zur Lenkung der Verkehrsströme wurden zwar Umleitungen über die Reinhold-Maier-Brücke sowie die Gaisburger Brücke ausgeschildert. Ortskundige Verkehrsteilnehmer suchen sich aber ihre eigenen Wege.

 

Eine beliebte Route haben sie offenbar im Stuttgarter Osten gefunden. Direkt nach dem Verlassen des Schwanenplatztunnels wird regelmäßig in der Cannstatter Straße auf Höhe der Villastraße umgedreht, um anschließend wieder stadtauswärts durch die Röhren in Richtung Bad Cannstatt zu fahren. Ein Manöver, das früher legal und nur vereinzelt zu sehen war. Durch die Brückensperrung haben sich die Verkehrsströme aber geändert, es wird dort mittlerweile so oft gedreht, dass das Amt für öffentliche Ordnung mittlerweile reagiert hat. „Diese Stelle ist nicht für eine höhere Anzahl an Wendefahrten ausgelegt“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Zum einen sei es zu Rückstaus im Tunnel, zum anderen aber auch zu vielen Gefahrensituationen im Kreuzungsbereich gekommen. „Fahrzeuge haben von der rechten Linksabbiegespur gewendet und gleichzeitig sind von der linken Fahrspur Fahrzeuge in die Villastraße abgebogen. Hierbei kam es zu Kollisionen und häufig beinahe zu Zusammenstößen.“ Ferner werde der Verkehr in die Villastraße in Richtung SWR behindert.

Wendeverbot und Umleitung eingerichtet

Mehrere Gelbe Karten seien dazu bei der Stadt eingegangen, auch beim zuständigen Polizeirevier sei die Problematik gemeldet worden. Und auch die Integrierte Verkehrsleitzentrale habe mittels der Verkehrskameras die Gefahrensituationen bestätigen können. „Nach erfolglosen Optimierungsmaßnahmen wurde im März 2023 ein Wendeverbot mit Umleitung über die Reitzensteinstraße beschildert“, sagt Hillinger. Viel gebessert hat sich allerdings seither nicht, weiterhin gehen bei Stadt und Polizei zahlreiche Beschwerden ein. Noch immer komme es zu Wendemanövern und damit zu gefährlichen Situationen sowie Rückstau im Tunnel, bestätigt der Stadtsprecher.

Mit der Inbetriebnahme der Linksabbiegerrampe von der Neckartalstraße auf die König-Karls-Brücke werden sich die Wendemanöver an der Cannstatter Straße wohl deutlich verringern, auch das Verbot wird wohl wieder aufgehoben werden. Die Fertigstellung der Auffahrt ist aber voraussichtlich erst Ende 2025 vorgesehen. Also was tun? Die Verkehrslage im Bereich Schwanenplatztunnel steht im Fokus verkehrspolizeilicher Beobachtung, teilt Hillinger mit. Denn auch im Polizeipräsidium Stuttgart komme man zu der Einschätzung, dass das Wenden insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten eine Unfallgefahr darstelle – und setzt offenbar vermehrt auf Kontrollen.

37 Verkehrsteilnehmer erwischt, die unerlaubt wendeten

Zuletzt legten sich Ende August 13 Beamte an der Kreuzung zur Villastraße auf die Lauer. Zwischen 9 und 11 Uhr erwischten sie 37 Verkehrsteilnehmer, zwei davon missachteten beim illegalen Wenden auch gleich noch die rote Ampel. Zugleich bestätigt die Polizei, dass beim verbotswidrigen Drehen auf der Cannstatter Straße die Lichtzeichenanlage in Fahrtrichtung Bad Cannstatt erst spät zu sehen ist. Keine Entschuldigung für die Rotlichtsünder, aber dadurch könne es zum Konflikt mit Abbiegern aus der Villastraße kommen.

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