Baby von Harry und Meghan Wie Lilibet Diana zu ihrem Namen kam

Meghan und Harry mit Söhnchen Archie im Jahr 2019 Foto: AFP/Henk Kruger

Prinz Harry und seine Frau Meghan haben für ihre neugeborene Tochter den Kosenamen ihrer Uroma Königin Elizabeth II. ausgesucht. Nun diskutiert Großbritannien, ob das ein ernsthafter Versuch ist, den Royals wieder näher zu kommen – oder nur Kalkül.

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Santa Barbara/London - Ausgefallen oder eher zeitlos? Nach der Großmutter (und wenn ja, welcher?) oder dem Lieblingsfußballer? Vielleicht auch passend zum Nachnamen? Bei der Namenswahl für ein neugeborenes Kind gibt es einiges zu beachten. Und man kann so manches falsch machen. Klar ist: Die Auswahl ist riesig. Und der Vorname sollte das Kind keinesfalls belasten. Denn in aller Regel trägt man ihn sein ganzen Leben lang. Insofern ist es gut, wenn sich die Eltern Gedanken machen. Und das haben wohl auch Prinz Harry (36) und seine Frau Meghan (39) getan: Lilibet „Lili“ Diana haben sie ihr Töchterchen genannt – die Wahl hätte kaum symbolträchtiger ausfallen können.

 

Lilibet ist Spitzname der Queen

Das Paar ließ keinen Zweifel daran, wem die Ehre gebührt: „Lili wurde nach ihrer Urgroßmutter, Ihrer Majestät, der Queen, benannt, deren Spitzname in der Familie Lilibet ist“, hieß es in der Mitteilung zur Geburt der Kleinen, die am Freitag mit einem Gewicht von 3500 Gramm in einer Klinik in Santa Barbara in Kalifornien zur Welt kam. Der Zweitname Diana sei ausgewählt worden, um ihrer geliebten Großmutter, der 1997 tödlich verunglückten Prinzessin Diana, sprich: Harrys Mutter zu gedenken. Von der Hommage zeigte sich Königin Elizabeth II. (95) jedoch recht unbeeindruckt: In einem kurzen Post bei Instagram ließ sie ausrichten: „Herzlichen Glückwunsch an den Herzog und die Herzogin von Sussex zur Geburt von Lilibet Diana! Die Königin (. . .) freut sich über die Nachricht.“ Kein Wort zum besonderen Namen. Verdenken könnte man ihr die nüchterne Nachricht nicht. Schließlich hängt der Haussegen bei den Royals schief. Harry und Meghan haben der Familie in letzter Zeit ordentlich Ärger bereitet.

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Rückzug aus dem Königshaus, Umzug in die USA, Prozesse gegen die britische Presse und ein explosives Fernsehinterview mit Rassismusvorwürfen gegen die Familie und schließlich scharfe Kritik von Harry am Erziehungsstil seines Vaters, des Thronfolger Prinz Charles (72): Harry und Meghan sorgten für wenig positive Schlagzeilen. Das Verhältnis zur Royal Family galt zuletzt als zerrüttet. Die Stimmung zwischen den Windsors und dem abtrünnigen Paar im selbst gewählten US-Exil war auf dem Tiefpunkt.

Für den Familienfrieden?

Nun also die freudige Nachricht über Lilis Geburt – und die aufsehenerregende Namenswahl. Kann sie dazu beitragen, den Familienfrieden wiederherzustellen? In der britischen Presse wird schon wild darüber diskutiert. Das Ganze könne als Friedensangebot an den Palast gesehen werden, kommentierte etwa der „Mirror“ am Montag. Doch es gibt auch gegenteilige Meinungen. „So entzückend“ der Name auch sei, die Wahl sei „seltsam“, schrieb die Buchautorin Ingrid Seward in der „Sun“. Und kritisierte, dass es nicht angebracht sei, einen derart „intimen königlichen Spitznamen für ihre Tochter zu verwenden“. Zumal die beiden „doch vorgeben, sich aus dem königlichen Leben entfernen zu wollen“.

Noch deutlicher wurde die Journalistin Angela Levin, die mit Harry mehrere Interviews geführt hatte. „Es ist nicht richtig, es ist unhöflich“, sagte sie im Fernsehsender ITV. „Es war ein sehr privater Spitzname, den Elizabeths Mann Philip nutzte, der erst vor Kurzem starb.“ Die „Daily Mail“ wies allerdings darauf hin, dass der Palast über die Namensgebung informiert worden sei. Manche vermuten gar, dass sich bei der Namenswahl um einen kalkulierten Schachzug von Harry und Meghan handelt – um sich bei der Queen wieder einzuschmeicheln.

Namen mit Bedacht gewählt

Klar ist: Seit jeher werden Namen neugeborener Mitglieder der Königsfamilien mit Bedacht gewählt. Großbritannien macht da keine Ausnahme. Zwar haben einige Enkel der Queen für ihre Kinder die Namen ausgesucht, die ihnen am besten gefielen – Enkelin Zara Tindalls (40) Kinder etwa heißen wenig royal Mia (7), Lena (bald 3) und Lucas, der im März dieses Jahres zur Welt kam. Ihr Bruder Peter Philipps (43) nannte seine Töchter Savannah (10) und Isla (9) – und gab ihnen somit recht ausgefallene Namen. Doch je näher am inneren Kreis und an der Thronfolge, umso traditioneller muss es sein.

Harrys älterer Bruder William (38) und seine Frau Kate (39) fügten sich brav – und nannten ihren Erstgeborenen somit George (7), nach George VI. (1895–1952), dem Vater der Queen. Der Name seines Bruders Louis (3) ist ein Tribut an Lord Louis Mountbatten (1900–1979), den Onkel von Urgroßvater Philip. Und Schwester Charlotte (6) ist wohl nach Prinz Charles benannt, ihrem Opa. Ihre weiteren Namen Elizabeth und Diana sprechen für sich. Lili ist somit nicht die Erste, die die Namen von Oma und Uroma trägt. Zudem heißt auch ihre Cousine Isla mit zweitem Namen Elizabeth – und somit erweisen drei Urenkelinnen der Queen namentlich die Ehre.

Auf der Thronfolge auf Platz acht

Lilibet ist bereits das elfte Urenkelkind der Queen und steht in der derzeitigen Thronfolge auf Platz acht. Einen offiziellen Titel wird das Mädchen – wie auch schon der große Bruder Archie (2) – allerdings nicht bekommen. Und vielleicht hat sich die Queen auch viel mehr über die Hommage an sie gefreut, als ihre öffentliche Reaktion vermuten lässt. Möglicherweise hat sie ihre kleine Namensvetterin sogar schon per Videocall kennengelernt und ganz persönlich begrüßt. Schließlich hat die Königin auch zu Lilis großem Bruder Archie, dessen unkonventioneller Name vor zwei Jahren ebenfalls für Wirbel gesorgt hatte, immer wieder Kontakt über Facetime. So oder so: Von den Verstrickungen ihrer Familie hat die kleine Lili ohnehin keine Ahnung – zum Glück.

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