Backnang Badetempel mit Sauna und Paarlounge

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Das Wonnemar wird am Montag eröffnet. Während der Feier der Fertigstellung des teuersten Bauprojekts in der Geschichte der Stadt Backnang herrscht Begeisterung.

Das Wonnemar hat auch ein Mineralsole-Außenbecken Foto: Gottfried Stoppel
Das Wonnemar hat auch ein Mineralsole-Außenbecken Foto: Gottfried Stoppel

Backnang - Der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper geht baden, die Gäste schmunzeln, aber der Stadtchef ist trotzdem glücklich. Komische Welt. Wie passt das zusammen?

Freitagabend, die Rundgänge durch das neue Backnanger Sport- und Familienbad sind längst absolviert, der Sekt ist getrunken. Zu vorgerückter Stunde stehen Frank Nopper, sein Sohn Franz Ferdinand, der Leiter der Backnanger Bäder, Wilko van Rijn sowie Volker Kurz, der Geschäftsführer der Firma Interspa, am Beckenrand des nagelneuen Bads. Alle vier sind lediglich mit altmodischen, rot-weiß-gestreifen Badeanzügen und ulkigen Sonnenhütchen bekleidet. Mit geschätzt 200 geladenen Gästen feiert das drollige Quartett den Abschluss der Bauarbeiten des teuersten Einzelprojekts in der Geschichte der Stadt. Rund 18,5 Millionen Euro hat sich die Kommune den Badetempel inklusive Erschließung kosten lassen. Die Firma Pellikaan als Generalunternehmer hat die kalkulierte Bauzeit von rund 19 Monaten eingehalten. Betreiber des Bads ist die Interspa aus Stuttgart, die mit jährlich rund 220 000 Besuchern rechnet.

Nopper sagt, Backnang rücke nun auf in den „Bade-Olymp“. Er spricht von einem Glanz- und Freudentag, denn die Stadt bekomme „viel mehr Bad für deutlich weniger Betriebskosten“. Bis dato ließ sich die Kommune das Freibad und das alte Hallenbad, das jetzt geschlossen worden ist, zusammen rund 740 000 Euro pro Jahr kosten. Künftig zahlt die Stadt an die Interspa, die das Freibad und das neue Bad als sogenanntes Kombibad betreibt, per anno einen Zuschuss in Höhe von 380 000 Euro. Nopper erklärt: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“ – und dann stürzen sich der Schultes, die beiden anderen Redner und der Bub in das Lehrschwimmbecken.

Volker Kurz bezeichnet das Wonnemar als „Bad der Extraklasse“, als ein „Schmuckkästchen, das wir als Betreiber so vielleicht noch nie vorgefunden haben“. Künftig, sagt Kurz, müssten die Bürger aus Backnang und Umgebung gar nicht mehr wegfahren, um einen Kurzurlaub zu machen. Im Wonnemar gibt es ein 25-Meter-Sportbecken, ein Erlebnis- und ein Warmsprudelbecken, ein Mineralsole-Außenbecken, eine 70 Meter lange Röhrenrutsche, mehrere Saunen, einen Dampf- und einen Kälteraum, ein Solarium und einen Ruheraum, an dessen Wand in großen Buchstaben ein Leitmotiv vom Mahatma Gandhi zu lesen ist: „Es gibt wichtigeres im Leben als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen“. Der luxuriöse Spa-Bereich zaubert manchem Besucher ein kurzes Schmunzeln ins Gesicht: Er verfügt nämlich sogar über eine Paarlounge inklusive Ruheliege, Privatbadewanne und -dampfbad.




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