Backnang Schild-Bürgermeisterstreich

Noch nach 30 Jahren fühlen sich manche dem BK-Schild verbunden. Foto: Gottfried Stoppel
Noch nach 30 Jahren fühlen sich manche dem BK-Schild verbunden. Foto: Gottfried Stoppel

Das alte Backnanger Kennzeichen ist vor ein paar Jahren an den Bördekreis vergeben worden. Dort fahren jetzt mehr als 80 000 Autos mit BK-Kennzeichen herum.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)
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Backnang - Während man in Leonberg, Schwäbisch Gmünd oder Nürtingen frohlockt, weil eine Bundesratsentscheidung vom vergangenen Freitag die Wiedereinführung alter Kfz-Kennzeichen wie LEO, GD oder NT möglich gemacht hat, ärgert sich Backnang schwarz. Vor fünf Jahren, als jene Initiative um mutmaßlich heimat- und identitätsstiftende Nummernschilder noch niemand wirklich im Sinn hatte, ist das an der Murr einst so vertraute BK nahezu unbemerkt nach Sachsen-Anhalt vergeben worden. Mehr als 80 000 Fahrzeuge sind seither mit dieser Buchstabenkombination für den Bördekreis unterwegs.

Dennoch sieht der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper die aktuelle Chance auf eine kennzeichentechnische Re­vi­sion der Zwangseingemeindung des stolzen Altkreises nicht gänzlich verwirkt. Seine Hoffnung, trotzdem jenen „schönen Farbtupfer“ setzen zu können, „der Identität und Heimatverbundenheit schafft“, begründet der Stadtchef mit einer Auskunft, die er vom baden-württembergischen Städtetag erhalten habe. Nopper hatte den Kommunalverband um Prüfung gebeten, ob eine BK-Nummernschildausgabe in Backnang parallel zu jener im Osten rechtlich möglich sei. Als Antwort habe er den Hinweis erhalten, dass in der aktuellen Fassung der Anlage I zur Straßenverkehrszulassungsordnung nach wie vor Backnang mit BK geführt werde und der Bördekreis mit BÖ. Frank Nopper zieht daraus folgende Konsequenz: „Mit dieser rechtlichen Bewertung im Rücken werden wir alles daran setzen, das BK-Kennzeichen für Backnang wieder zu ermöglichen.“

Als nächstes wolle er jetzt wegen „unklarer Umsetzungsdetails“ den Kontakt mit dem Landesverkehrsministerium suchen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat man sich in Baden-Württemberg nämlich noch nicht überlegt, wie man überhaupt mit der geänderten Zulassungsverordnung umzugehen gedenkt.




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