Backnang vergräbt 70 Millionen Backnang bleibt eine Mega-Baustellenstadt

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Die Stadt Backnang verbuddelt bis 2023 rund 70 Millionen Euro. Die Auto- und Radfahrer sowie die Fußgänger brauchen viel Geduld. Besonders eine Baustelle dürfte für sehr lange Staus sorgen.

Demnächst sollen Erklärvideos zu den Baustellen gepostet werden. Foto: Stoppel/Archiv
Demnächst sollen Erklärvideos zu den Baustellen gepostet werden. Foto: Stoppel/Archiv

Backnang - Im Vorjahr ist im Stadtgebiet Backnang auf 622 Baustellen gearbeitet worden. Diese schier unglaubliche Zahl hat der Baudezernent Stefan Setzerjetzt im Gemeinderat genannt – und klargemacht, dass es in den kommenden Jahren ähnlich weitergeht. Die meisten der Baustellen sind zwar nur kurzzeitig in Betrieb, doch die größeren würden von den Auto- und Radfahrer sowie von den Fußgänger weiter viel Geduld abverlangen. Bis 2023 würden für die Baustellen rund 70 Millionen Euro ausgegeben, erklärte der Erste Bürgermeister Siegfried Janocha. Der größte Teil dieses Mammutsumme wird vergraben, denn es gilt, viele Gas- und Wasserleitungen sowie Strom- und Breitbandkabel im Boden zu verlegen.

Die Baustelle im Bereich Maubacher-/Stuttgarter Straße/Adenauerplatz werde die Menschen vermutlich „am meisten in Atem halten“, denn der Bahndurchlass müsse zeitweise gesperrt werden, was auf das Verkehrsgeschehen große Auswirkungen haben dürfte. Auf der betroffenen Straße, die zeitweise gesperrt werden muss, rollt ein großer Teil der Autos mit jenen Menschen, die durch Backnang kommen wollen. Längere Staus dürften kaum zu vermeiden sein.

Die Kronenhöfe mitten in Backnang werden wohl 2021 fertig

Auch die Großbaustelle mitten in der Altstadt, auf der zurzeit die Kronenhöfe entstehen, dürfte schwer zu betreuen sein. Die Arbeit vieler Baufirmen müsse möglichst gut koordiniert werden, sagte Setzer. Die Kronenhöfe sind mehrstöckige Wohn- und Geschäftshäuser, die voraussichtlich Mitte 2021 fertiggestellt werden.

Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) sagte mit Blick auf die vielen Baustellen: „Wir haben Großes und Bedeutendes vor.“ Vorübergehend seien die Baustellen lästig, keine Frage. Aber „die Zukunftsperspektive ist erfreulich“, denn „alles werde besser und viel attraktiver“, beispielsweise die Straßenbeläge und die Wegführungen. Heinz Franke, der Fraktionschef der SPD, sagte, alle Autofahrer sollten bereits an den Ortseingängen auf die aktuellen Baustellen hingewiesen werden. Wenn das konsequent gemacht werde, könnten die Menschen auf der B 14 um Backnang herum fahren statt mitten hindurch. Ute Ulfert, die CDU-Fraktionschefin, nannte die vielen Baustellen „ein Riesenpaket“.

„Kleine Erklärvideos“ auf Instagram geplant

Setzer sagte auf Nachfrage von Heinz Franke zum Personalstand, dass alle Mitarbeiter der Backnanger Bauverwaltung ordentlich Gas geben müssten. Die Leiterin des Ordnungsamts, Gisela Blumer, erklärte, dass der Mitarbeiter, der den jetzt präsentierten Baustellenplan ausgetüftelt hat, „viele Sonntage darauf verwendet habe“. Wenn niemand länger krankheitsbedingt ausfalle, so Setzer, dann sei das Mammutprogramm planerisch zu bewältigen. Es sei auf dem Arbeitsmarkt derzeit aber ohnehin kaum möglich, neue Fachleute zu bekommen.

Wer sich informieren wolle, auf welchen Straßen aktuell gebaut wird, könne sich auf der Internetseite der Stadt schlau machen (Startseite unter „Backnang baut“). Die Verwaltung wolle zudem „kleine Erklärvideos“ auf der Internetplattform Instagram veröffentlichen.




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