In einem Langzeitprojekt wollen Bürger die Zukunft aktiv gestalten. Bis 2030 sollen die Pläne umgesetzt werden. Zunächst soll es vier Themenabende im Kursaal geben.

Bad Cannstatt - Bad Cannstatt soll bald in neuem Glanz erstrahlen. Denn in dem ältesten Stadtbezirk Stuttgarts schlummert nach Ansicht vieler Einwohner ein bislang ungenutztes Potenzial. Konkrete Pläne, wie sie ihren Stadtbezirk aufwerten können, wollen die Bürger in einer Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Volkshochschule Schritt für Schritt entwickeln. Bis 2030 sollen aus Anregungen und Vorschlägen neue Gebäude und Veranstaltungen entstehen.

Die Auftaktveranstaltung war am Dienstag. Das Bezirksamt hatte zu einer Diskussionsrunde eingeladen, an der etwa 30 Bürger teilgenommen haben, darunter auch Vertreter von Parteien, Verbänden und Institutionen sowie der Volkshochschule Stuttgart. „Ich möchte, dass Bad Cannstatt wieder zu Bedeutung und Schönheit findet“, sagte der Grüne Dietrich Haaf. Als Initiator von „Zukunft Bad Cannstatt – Ein Prozess der Annährung“ will er jenseits von Parteipolitik gemeinsam mit den Bürgern etwas bewegen. Unterstützt wird er dabei von dem Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler. „Dafür brauchen wir aber insbesondere die Unterstützung der Cannstatter. Schließlich geht es um ihren Stadtbezirk“, erklärte Haaf.

Ein Blick in die Nachbarschaft zeige, dass andere schon weiter seien. Als Beispiel nannte Haaf Schwäbisch Gmünd, wo das Thema „Stadt am Fluss“ auf kreative Weise umgesetzt worden sei. Im Zuge der Landesgartenschau wurde dort der Fluss neu umgestaltet. Bad Cannstatt stehe der Stadt an der Rems an Möglichkeiten in nichts nach, betonte Haaf. „Andere Städte sollten uns als Vorbild dienen. Dass können wir auch“, forderte er. Ideen, um den Stadtteil zu verbessern, gebe es viele. „Unsere Aufgabe ist es, diese nun zu bündeln und strategisch umzusetzen“, erklärte der Bezirksvorsteher Löffler seine Rolle in diesem Langzeitprojekt. Als Moderator des Abends strukturierte er die Ideen und Vorschläge der Anwesenden.

Bad Cannstatt gestern – heute – morgen

Geplant ist eine Veranstaltungsreihe, bestehend aus vier Themenabenden. „Vorbereitungsgruppen gestalten zu jedem Schritt einen Abend mit anschließender Diskussion“, beschrieb Löffler den Prozess.

Am Dienstag sammelte Löffler zusammen mit den Teilnehmern zunächst mögliche Themen. Im ersten Schritt solle das Bewusstsein für Bad Cannstatt geweckt werden, so Löffler. Die zahlreichen Vorschläge reichten von Cannstatt als Bäderstadt bis zu den römischen Anfängen des Bezirks. Olaf Schulze, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Pro Alt Cannstatt, erklärte sich bereit, als Gruppenleiter den ersten Abend am Dienstag, 10. November, zu gestalten.

„Am zweiten Abend wollen wir einen Blick auf das heutige Bad Cannstatt, also den aktuellen Zustand werfen“, sagte Löffler. Neben Bezirksbeiräten von SPD und CDU erklärten sich auch die NetzwerkerInnen Bad Cannstatt bereit, den Abend am 24. November mit vorzubereiten. Wohin der Stadtbezirk in Zukunft gehen könnte, will der Gewerbe- und Handelsverein gemeinsam mit den Bürgern am 1. Dezember herausfinden. „Dieser Abend soll die Wünsche aufzeigen“, sagte Löffler. Den vierten und letzten Abend will er offen lassen: „Hier wollen wir diskutieren, welche bis dahin erarbeiteten Ziele wirklich realisierbar sind.“ Alle Veranstaltungen sollen im großen Kursaal stattfinden.

Die Idee zu diesem Zukunftsprojekt hatte Dietrich Haaf während seines Wahlkampfs. „Mir ist aufgefallen, wie viel in Bad Cannstatt steckt. Diese vergessenen Schätze wollte ich wieder an die Oberfläche bringen“, sagte er. In einem kleinen Heftchen hat er seine Idee zu Papier gebracht. Dass Bad Cannstatt einiges zu bieten hat, steht nicht nur für ihn außer Frage.