Bad Cannstatt - Seit Jahren monieren Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Cannstatter Bezirksbeirat die Verkehrssituation im Bereich des Römerkastells. Rund um den Exerzierplatz werde insbesondere nachts gedriftet und zu schnell gefahren. Die Folge: Lärm und schwarze Reifenspuren auf der 4500 Quadratmeter großen Fläche. Um dies zu unterbinden, hat der Eigentümer, die MKM Römerkastell, auf dem Exerzierplatz bereits Schilder mit dem Hinweis „Befahren verboten“ aufgestellt, die jedoch vor allem zu später Stunde nur wenig Beachtung finden. Um zu schnelles Fahren und den damit verbundenen Lärm im Bereich der Naststraße zu verhindern, wurden zudem Bodenschwellen, sogenannte „Sleeping Police Men“, installiert – „vermutlich vom Eigentümer“, heißt es aus der Verwaltung.
Was tun gegen die Poserszene?
Dass die nächtliche Ruhestörung aufgrund der Autos und das verbotswidrige Befahren des ehemaligen Exerzierplatzes ein Problem sind, ist der Stadt bekannt. Weil die Fahrbahnen innerhalb des Römerkastells öffentliche Verkehrsflächen sind – auch wenn die entsprechenden Grundstücke in Privateigentum stehen – ist auch das städtische Tiefbauamt involviert. In enger Abstimmung mit dem Investor, der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei werde geklärt, „ob und gegebenenfalls wie eine möglicherweise vorhandene Poser- und Raserszene abgehalten werden kann“, sagt der Stadtsprecher Martin Thronberens.
„Berliner Kissen“ als Bremsschwellen
Zur Eindämmung der Poserszene hat die Verwaltung im Innenstadtbereich bereits sogenannte „Berliner Kissen“ erprobt. Das sind etwas flachere Bremsschwellen, die auch von Radfahrerinnen und Radfahrern problemlos über- oder umfahren werden können. Die Stadt stimmt derzeit den Einbau mehrerer dieser Kissen – auch als Ersatz für die Bodenschwellen – mit dem Eigentümer ab. „In diesem Zusammenhang wird ebenso die bestehende Verkehrsregelung einer Revision unterzogen“, sagt Thronberens.
Römische Überreste unter dem Platz
Ein anderes Problem, dass im Zusammenhang mit dem Exerzierplatz immer wieder thematisiert wird, ist die Nutzung der Flächen. Zum einen wird seit Längerem eine Begrünung des Platzes gefordert, die jedoch angesichts des Denkmalschutzes nicht so leicht realisiert werden kann. Denn unter der Asphaltfläche befinden sich Überreste des römischen Kastells. Die Grünen-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat hatte daher eine mobile, temporäre und denkmalschutzkompatible Begrünung des Exerzierplatzes vorgeschlagen. Denn insbesondere in den Sommermonaten heizt sich die Asphaltfläche auf. Dies soll durch eine Begrünung des Areals reduziert werden.
Weiterhin hatte die Fraktion gefordert, dass die Stadtverwaltung überprüft, wie die Fläche künftig bespielt werden könnte. Der Vorschlag: Ein mobiles Sportflächenangebot auf dem ehemaligen Exerzierplatz soll den Stadtteil im Sommer bereichern.