Bad Cannstatt Kurpark-Anlagen weniger verschandelt

Von Iris Frey 

Im unteren Kurpark gibt es weniger Graffiti-Schmierereien. Das stellt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt auf Nachfrage fest. Auch die denkmalgeschützten Mauern an der Brunnenanlage sind seit längerer Zeit weiß geblieben.

Die denkmalgeschützten Wände sind weiß. Erstmals gibt es weniger Graffiti-Schmierereien im Kurpark. Foto: Iris Frey
Die denkmalgeschützten Wände sind weiß. Erstmals gibt es weniger Graffiti-Schmierereien im Kurpark. Foto: Iris Frey

Bad Cannstatt - Graffiti-Schmierereien sind in der Stadt fast überall zu finden. Auch in Bad Cannstatt gibt es einschlägige Stellen, die immer wieder beschmiert werden. Fachleute raten dazu, die Schmierereien immer wieder, so bald es geht, zu entfernen, um weiteren illegal Tätigen keinen Anlass zu bieten. Eine einschlägige Stelle ist der untere Kurpark. Auch dort nimmt es nach Jahren erstmals etwas ab.

Im oberen Kurpark haben sich die Schmierereien derzeit eingedämmt. Die Wandelhalle wurde gesäubert. Sie war in den letzten Jahren immer weiter beschmiert worden. Im unteren Bereich des Parks ist das Gerätehaus des Garten-, Friedhofs- und Forstamts immer wieder im Fokus der Sprayer. Seit vielen Jahren wurde es regelmäßig mit Sprüchen und Symbolen verunstaltet.

Deshalb hatte auch die ehemalige Kunstlehrerin Renate Esenwein vom Johannes-Kepler-Gymnasium 2006 das Fliesen-Projekt im Kurpark gestartet und zusammen mit Schülern nicht nur die grauen Mauern mit bunt bemalten Fliesen und künstlerischen Motiven und Sprüchen versehen, sondern auch das Gerätehaus des Garten-, Friedhofs- und Forstamts gegen die Graffiti-Schmierereien gewappnet.

Schmierereinen leicht zu entfernen

In Bad Cannstatt hat sie auch die Unterführung beim Mercedes-Museum mit Fliesen verschönert, in Karlsruhe die Schlossgarage. „Da die Fliesen einen besonderen Schutz tragen, können hier die Graffiti den Kunstwerken nichts anhaben“, so Esenwein. So können die Schmierereien wieder leicht entfernt werden, was auch in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist, so dass die künstlerisch gestalteten Fliesen stets schön aussehen und auch die philosophischen Gedanken gut lesbar bleiben.

Die umliegenden freien Flächen wurden in der Vergangenheit mit Graffiti beschmiert, auch die denkmalgeschützte Mauer an der Brunnenanlage. Diese ist seit einiger Zeit sauber, was die Kurparkbesucher freut. Immer wieder hatte das Garten-, Friedhofs- und Forstamt auch Anzeige erstattet. Die Entwicklung heute schätzt Amtsleiter Volker Schirner folgendermaßen ein: „Es scheint so zu sein, wenn etwas in gutem restaurierten Zustand ist, dass es dann wohl eine Hemmung verursacht.“

Amt reagiert schnell

Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt versucht stets, schnell zu reagieren. Es sei nicht immer einfach, weil bei Reinigungsaktionen geschaut werden müsse, ob der Etat noch reiche. „Auch die soziale Kontrolle ist in dem Zusammenhang sehr wichtig.“ Schirner erklärt, dass es einen besseren Pflegezustand in den Anlagen gebe. Vielleicht seien deshalb die Hemmungen größer geworden gegen Vandalismus. Auch die konstante mediale Begleitung spiele eine Rolle dabei. Fußgänger würden die Leute ansprechen, wenn sie sehen, dass etwas zerstört werde. Auch das helfe. Zuletzt war die Wandelhalle frisch gestrichen worden. Bislang habe er auch hier keine Klagen gehört.

Was das Graffiti-Problem betrifft, so setzt sich das Garten-, Friedhofs- und Forstamt mit der Polizei zusammen. Auch hier wird immer empfohlen, die Graffiti sofort zu entfernen. „Wenn es die anderen nicht sehen, ist die Wirkung weg“, so Amtsleiter Schirner. An der Jahn-Realschule wurde das Graffito, welches sich auf der Rückseite der Turnhalle befand, bereits entfernt. Auch die Schule hatte Anzeige erstattet. Bei der Stadt gibt es eine Initiative „Nein! Zu illegalem Graffiti“ vom Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart. Hier gibt es Tipps zur Vorbeugung. So kann durch den Einsatz von speziellen Farben und Wandmarkierungen der Sachschaden verringert werden. Auch wird zu Bepflanzungen von Wänden geraten, um sie für Sprayer unattraktiv zu machen. Die rasche Übermalung oder Entfernung soll den Sprayer entmutigen, sein Werk fortzusetzen. Licht- und Bewegungsmelder schützen vor unerwünschten Besuchern. In öffentlichen Anlagen rät auch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt zur sozialen Kontrolle und Aufmerksamkeit.

Es wird geraten, im Fall von Graffitischäden das lokale Polizeirevier zu informieren. Weitere Informationen gibt es zudem online unter http://sicheressauberesstuttgart.de. Bei der Stadt Stuttgart gibt es außerdem eine Graffiti-Hotline, die unter der Rufnummer 0711/216-80 282 erreichbar ist.

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