Baden im Asemwald Das höchste Schwimmbad in Stuttgart
Das Panoramabad in Stuttgart-Asemwald hat wieder offen. Das Bad im 20. Stock ist frisch renoviert. Für Badegäste gibt es allerdings nach wie vor Einschränkungen.
Das Panoramabad in Stuttgart-Asemwald hat wieder offen. Das Bad im 20. Stock ist frisch renoviert. Für Badegäste gibt es allerdings nach wie vor Einschränkungen.
Asemwald - „Mensch, das hat sich ja richtig gelohnt.“ Ina Fröhlich steht im Eingangsbereich des Schwimmbads im Asemwald und dreht sich einmal um ihre eigene Achse. Die Theke strahlt frisch gestrichen in Blau und Weiß. Neue Leuchten an der Decke tauchen den Empfangstresen in helles Licht. Auch hier frisches Weiß. An der Wand neben dem Eingang prangen Palmen und ein Sandstrand von einer Fototapete. Maritimes Flair hat die Orangetöne aus den 1970er Jahren abgelöst. Ina Fröhlich, Asemwälder Urgestein, gefällt das Ergebnis der Renovierung.
Beim Gang durch den neu gestalteten Eingangsbereich und die Kabinen stellt sie, deren Eltern mit Fertigstellung des Blocks A Anfang der 1970er Jahre in die Wohnstadt gezogen sind, fest: „Neues und Altes in guter Mischung.“ Ihr gefällt der neue Eindruck von ihrem Lieblingsschwimmbad. Seit 9. August hat es wieder geöffnet.
Seit vergangenem November war die Sporteinrichtung mit dem Panoramablick im 20. Stock des Blocks A im Asemwald coronabedingt geschlossen. Und auch davor hatten die Nutzer nur kurz etwas vom Schwimmbad. Denn nach nur einer Woche Öffnungszeit im Herbst musste es wegen der rapide ansteigenden Inzidenzzahlen erneut schließen. „In dieser einen Woche ist mein Mann mit unseren Kindern auch nicht gegangen. Das war uns zu umständlich, telefonisch eine Bahn zu buchen“, sagt Ina Fröhlich. Somit haben sie und ihre Familie wie so viele Stammgäste das Schwimmbad seit März 2020, dem Beginn des ersten Lockdowns, nicht mehr betreten. „Die Kinder haben es arg vermisst, das Becken hier ist unsere erweiterte Badewanne“, sagt die Mittvierzigerin. Vor allem am Samstagvormittag komme ihr Mann mit den Kindern gerne auf ein paar Bahnen vorbei. So, wie sie es selbst in ihrer Kindheit erlebt hat. „Hier bin ich schon mit meinem Vater und meinem Bruder samstags gewesen.“
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Mittlerweile lebt Ina Fröhlich mit ihrer Familie in Block B. Aber vom Balkon aus haben sie direkten Blick auf die Dachterrasse des Schwimmbad der Wohnstadt. Eine praktische Wohnlage, findet Fröhlich. „Da müssen wir nur vom Balkon schauen, wer sich gerade auf den Weg macht, und dann packen mein Mann und meine Töchter auch die Badetasche.“ Ob es diesmal auch nur eine so kurze Öffnung werden wird wie im vergangenen Herbst? „Ich hoffe nicht!“ Lidija Bevanda, eine der beiden Schwimmbadangestellten, schüttelt den Kopf. „Wir haben ein Hygienekonzept erarbeitet“, erzählt sie, die Bademeisterin, Rettungsschwimmerin und Reinigungskraft in Personalunion ist. Das Schwimmbad ist nun in vier Bahnen unterteilt. Die Sauna bleibt vorerst außer Betrieb, jedoch öffnet die Dachterrasse wieder. „Aha, auch hier habt ihr die Liegen gestrichen“, bemerkt Ina Fröhlich beim Rundgang durchs Schwimmbad auf der Terrasse zufrieden.
„Wir freuen uns darauf, wenn die Gäste endlich wieder kommen“, sagt Lidija Bevanda. Bevor es losgehen konnte, waren sie und ihre Kollegin Claudia Lips mit der Endreinigung des Beckens beschäftigt. Das Wasser wurde abgelassen, dann stiegen die beiden Frauen im Schutzanzug und mit dem Hochdruckreiniger ausgestattet ins Becken.
Allerdings hat das Schwimmbad zunächst mit Einschränkungen geöffnet. Bis auf Weiteres können nur Bewohner des Asemwalds die auf zwei Stunden begrenzten Belegzeiten buchen. Zudem sind auch die Öffnungszeiten verkürzt: Der Betrieb findet zunächst nur Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr statt. Am Samstag, dem Schwimmtag der Fröhlichs, bleibt es bis auf Weiteres zu. Auch wird es vorerst keine Kurse für Aqua-Gymnastik geben. Ina Fröhlich kann dies verschmerzen. „Ich freue mich, dass es überhaupt wieder öffnet und die Menschen hier im Asemwald wissen, dass man wieder sicher schwimmen gehen kann“, sagt sie.
Auch Edgar Straub, Ansprechpartner aus der Hausverwaltung für das Schwimmbad, zeigt sich vorsichtig optimistisch. Die aktuelle Lage, so hofft er, sei anders als im vergangenen Herbst. „Uns war es wichtig, dass wir den Bewohnern der Wohnstadt wieder den Service zugänglich machen können, für den sie auch bezahlen“, sagt er. Genauso wichtig sei es der Hausverwaltung und dem Verwaltungsbeirat jedoch auch gewesen, das Schwimmbad-Personal zu halten. „Wir haben Frau Bevanda und Frau Lips nicht in Kurzarbeit geschickt. Die beiden haben einfach andere Aufgaben in der Wohnstadt übernommen.“ So wurde die regelmäßige Desinfektion der Türgriffe während der Schließzeit des Schwimmbads etwa nicht von einer Reinigungsfirma übernommen, sondern von den beiden Bademeisterinnen. Und wenn dies verrichtet war, haben sich die beiden Frauen sonst auch noch um eine heimelige Atmosphäre in der Anlage gekümmert. „Die Idee mit der Osterdekoration, die war echt klasse. Das kam gut an“, bestätigt auch Ina Fröhlich.