Baden-Württemberg Kritik an Boykott-Aufrufen gegen Gülen-nahe Betriebe

Von red/dpa 

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut zeigt sich besorgt über Berichte über im Internet kursierende Listen und Aufrufe zur Denunziation von Gülen-nahen Firmen.

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut Foto: dpa
Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut Foto: dpa

Stuttgart - Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) reagiert nach Berichten über im Internet kursierende Listen und Aufrufe zur Denunziation von Gülen-nahen Firmen besorgt. „Sollte es zutreffen, dass aus der Türkei heraus dazu aufgerufen wird, bestimmte türkische Unternehmer in Deutschland zu boykottieren, müssen wir ein klares Stoppsignal setzen“, erklärte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Stuttgart. Rechtschaffenen Unternehmern zu schaden, um sie politisch zu disziplinieren, gehe nicht. „Es geht schon deshalb nicht, weil damit Arbeitsplätze in großer Zahl gefährdet werden.“

Hier geht es zum Interview mit dem türkischen Generalkonsul Ahmet Akinti

„Die Leute haben Angst“, sagte Önder Kurt, Generalsekretär des Bundesverbands der Unternehmervereinigungen, in dem viele Betriebe mit türkischen Wurzeln organisiert sind. Betroffene Firmen klagten über Umsatzverlust und dass sie von den Kunden gemieden würden. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht Anhänger der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen für den gescheiterten Putschversuch verantwortlich.

Im Südwesten gibt es laut Wirtschaftsministerium mehr als 10 000 Unternehmer mit türkischen Wurzeln. Sie beschäftigen rund 50 000 Mitarbeiter und machen einen Umsatz von 5 bis 6 Milliarden Euro.

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der Gülen-Bewegung findet auch mitten in Stuttgart statt. Ein Bericht des Landesamts für Verfassungsschutz aus dem Jahr 2014 löst nun viel Wirbel aus.

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