Baden-Württemberg Metall-Tarifverhandlungen kommen nicht voran

Wilfried Porth (rechts), Vorsitzender und Verhandlungsführer von Südwestmetall, mit Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Baden-Württemberg Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Wilfried Porth (rechts), Vorsitzender und Verhandlungsführer von Südwestmetall, mit Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Baden-Württemberg Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Nach einer baldigen Lösung des Metall-Tarifstreits im Südwesten sieht es weiter nicht aus. Die Verhandlungspartner wollen Ostern als Zielmarke trotzdem noch nicht abschreiben. IG-Metall-Bezirksleiter Zitzelsberger deutet aber schon mal Szenarien für danach an.

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Stuttgart - Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten kommen nicht voran. Auch in der vierten Runde am Dienstag in Kornwestheim bei Stuttgart gingen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach rund vier Stunden ohne größere Annäherung auseinander. IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger machte zugleich schon mal klar, dass man durchaus in der Lage sei, den Warnstreik-Druck zu erhöhen, falls sich bis Ostern nichts bewege. „Eine Lösung vor Ostern ist denkbar, braucht aber gegenüber den bisherigen Verhandlungsfortschritten einen deutlichen Sprung“, sagte Zitzelsberger.

Beide Seiten wollen sich noch vor den Feiertagen zur fünften Runde zusammensetzen, einen Termin dafür gibt es bisher aber nicht. Zunächst soll eine Expertengruppe spezielle Punkte klären, die für die Branche in Baden-Württemberg besonders relevant sind. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall zählt dazu vor allem tarifliche Sonderleistungen, die er kürzen will. Die IG Metall hingegen will die Lage der dual Studierenden verbessern, für die der Tarifvertrag bisher nicht gilt.

Die IG Metall fordert unter anderem vier Prozent mehr Geld

Südwestmetall-Chef Wilfried Porth sprach von einer schwierigen Situation in den Gesprächen. Vom Ziel, die Kosten für die Unternehmen zu senken, weiche man nicht ab. „Im Moment haben beide Seiten ihre Linien gehalten, was die ganze Sache nicht unbedingt einfacher macht“, sagte er und kritisierte erneut, dass die IG Metall schon Warnstreiks über den Verhandlungstag hinaus angesetzt hatte.

Die IG Metall fordert unter anderem vier Prozent mehr Geld - entweder in Form von Lohnsteigerungen oder als zumindest partiellen Ausgleich, wenn ein Betrieb in der Krise die Arbeitszeit reduziert. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall lehnt das ab und fordert stattdessen, tarifliche Sonderleistungen zu kürzen. Das wiederum will die Gewerkschaft nicht mitmachen.

Parallel zu den laufenden Verhandlungen hatte die IG Metall erneut zu Warnstreiks aufgerufen und will das auch weiterhin tun. Allein im Mercedes-Benz-Werk in Untertürkheim legten schon bis zum späten Vormittag rund 9000 Beschäftigte zeitweise die Arbeit nieder. Wann und wie genau man die Aktionen gegebenenfalls verschärfe, werde man dann sehen, sagte Zitzelsberger. Es gebe keine Automatismen.

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