Baden-Württembergs Lehrer klagen Bürokratie behindert Unterricht
Drei Viertel der Gymnasiallehrer im Land haben bei einer Umfrage erklärt: Ohne lästige Bürokratie am Hals, könnten sie besseren Unterricht machen.
Drei Viertel der Gymnasiallehrer im Land haben bei einer Umfrage erklärt: Ohne lästige Bürokratie am Hals, könnten sie besseren Unterricht machen.
Bürokratiekram und Verwaltungsaufgaben beeinträchtigen die baden-württembergischen Gymnasiallehrer beim Unterrichten. Das hat eine Umfrage des Philologenverbands auf Bundes-und Landesebene ergeben. Drei Viertel der Befragten aus dem Südwesten (76,8 Prozent) haben dabei angegeben, dass bürokratische Aufgaben die Qualität ihres Fachunterrichts einschränke. Bundesweit sagten das 78 Prozent.
Die überwältigende Mehrheit der Gymnasiallehrkräfte im Land (82,1 Prozent) ordneten diesen Teil ihrer Arbeit als „unangemessen und belastend“ ein; bundesweit waren es 85 Prozent. Häufig sind der Umfrage zufolge Lehrkräfte im Schulalltag aufgefordert, Klassenfahrten selbst abzurechnen, den Corona-Impfstatus ihrer Schüler oder den Masern-Impfstatus zu kontrollieren.
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Der Landesvorsitzende des Philologenverbands Ralf Scholl sieht deshalb Handlungsbedarf und fordert Abhilfe vom Kultusministerium. Es sei fatal, dass den Lehrern immer weniger Zeit für den Unterricht bleibe, obwohl genau das ihr Kerngeschäft sei. Scholl fordert eine „möglichst rasche und umfassende Entlastung von unterrichtsfernen Tätigkeiten“. Ähnlich bewertet Susanne Lin-Klitzing, die Bundesvorsitzende des Philologenverbands, die Situation: „Lehrer brauchen mehr Zeit für ihre Schüler.“ Sie schlägt vor, dass Klassenlehrer zur Entlastung eine Klassenleitungsstunde erhalten, und dass unterrichtsferne Tätigkeiten an Schulassistenten delegiert werden. Bundesweit nahmen 3000, in Baden-Württemberg fast 900 Lehrkräfte an der Befragung teil.