Badeseen im Kreis Esslingen Hier kann man bedenkenlos schwimmen

Klein, aber fein: Dem Bissinger See bescheinigt das Landesgesundheitsamt eine ausgezeichnete Wasserqualität. Foto: Horst Rudel

Im Kreis Esslingen gibt es drei offizielle Badeseen. Deren Wasserqualität ist top. Das geht aus der aktuellen Badegewässerkarte des Landesgesundheitsamtes hervor.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die Temperaturen steigen, ebenso die Anzahl der Sonnenstunden – nun beginnt wieder die Zeit, in der die Menschen die heißen Tage gerne am und im Wasser verbringen. An schönen Seen mangelt es dem Landkreis Esslingen nicht – doch lediglich drei von ihnen sind als offizielle Badegewässer ausgewiesen. Im Schäferhauser See und im Hüttensee in Wendlingen, im Grienwiesensee bei Unterensingen sowie in den Baggerseen in Wernau hingegen ist das Planschen untersagt, denn sie stehen unter Naturschutz.

 

DIe offiziellen Badeseen im Kreis Esslingen. Foto: Yann Lange

Damit Erholungssuchende in den drei Badeseen bedenkenlos schwimmen können, wird regelmäßig kontrolliert, ob das kühle Nass hygienisch einwandfrei ist. Der Badespaß im Aileswasensee in Neckartailfingen, im Bissinger See und im unteren Bürgersee in Kirchheim ist demnach ungetrübt: Das Land bewertet die Wasserqualität dort erneut mit den beiden Bestnoten „gut“ und „ausgezeichnet“. Gekennzeichnet wird dies auf der Badegewässerkarte mit grünen und blauen Punkten.

Um gesundheitliche Risiken möglichst gering zu halten, werden jedes Jahr zwischen Ende Mai und Mitte September die Badestellen in Baden-Württemberg nach den strengen EU-Vorgaben überprüft. In der Regel werden dafür acht bis zehn Proben pro Gewässer genommen. Auf der Grundlage der Messergebnisse der vergangenen vier Jahre nimmt das Gesundheitsministerium dann rückwirkend eine Einstufung der Badegewässerqualität im Südwesten zur beginnenden Badesaison vor.

Aus Stuttgart kommen gute Nachrichten: „Einem unbeschwerten Badevergnügen steht nichts entgegen“, teilt die Staatssekretärin Ute Leidig mit. Von den 314 in der Badesaison 2023 regelmäßig kontrollierten Badestellen seien 97 Prozent zum Baden bestens geeignet. Lediglich bei zwei Seen im Land sei die Wasserqualität mit „mangelhaft“ bewertet worden, drei weitere Seen erreichten nur ein „ausreichend“.

Angaben sind nur Momentaufnahmen

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Kreises Esslingen nehmen nun aus den hiesigen Badeseen alle 14 Tage Wasserproben und schicken sie nach Stuttgart, wo sie im Labor des Landesgesundheitsamtes auf Enterokokken und Ecoli-Bakterien untersucht werden. Bei ihren Kontrollbesuchen messen sie auch die Wassertemperatur und achten auf Auffälligkeiten wie Geruch, Trübung oder Verfärbung. Zu beanstanden war bislang nichts, ist der Gewässerkarte zu entnehmen: „Derzeit liegen derzeit keine Meldungen über erhöhte mikrobiologische Parameterwerte oder das Auftreten von Blaualgen vor“, wird dort informiert. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme: „Die mikrobiologische Zusammensetzung des Wassers kann sich durch den Einfluss des Wetters schnell ändern“, heißt es warnend aus dem Landesgesundheitsamt. Auch die große Anzahl von Wasservögeln könne zu einer Belastung der Seen führen.

Die Wasserqualität der drei Badeseen im Kreis Esslingen war den Untersuchungen zufolge in den vergangenen Jahren relativ stabil. Ein dauerhaftes Badeverbot musste nach Ministeriumsangaben bislang nicht verhängt werden. Allerdings kam es vereinzelt zu kurzzeitigen Einschränkungen. So wurde 2018 eine Warnung für den Bissinger See wegen eines Fischsterbens ausgesprochen. 2019 ist das Baden im Kirchheimer Bürgersee für ein paar Tage untersagt worden, weil darin angeblich kleine Krokodile gesichtet wurden – die sich kurz darauf als Plastikattrappen entpuppten. Und schon mehrfach gab es Blaualgenalarm im Aileswasensee, zuletzt im Sommer 2022.

Vom Baden in Flüssen rät das baden-württembergische Gesundheitsministerium grundsätzlich ab. Abgesehen von einigen wenigen ausgewiesenen Badestellen würde diese Fließgewässer in der Regel nicht kontrolliert, heißt es zur Begründung. Flüsse könnten daher mikrobiologische Verunreinigungen enthalten, die oberhalb der geltenden Grenzwerte liegen.

Über den hygienischen Zustand informiert das Landesgesundheitsamt online unter: https://badegewaesserkarte.landbw.de

Die Badeseen im Landkreis Esslingen

Aileswasensee
Der ehemalige Baggersee hat eine Fläche von neun Hektar, seine maximale Tiefe beträgt nur rund 2,50 Meter. Der Nordteil des Sees steht als Naturdenkmal unter Schutz, im südlichen Bereich darf man baden und auch Boot fahren. Am Wochenende ist die DLRG anwesend. In einem Seehaus mit Terrasse sind ein Kiosk, Umkleiden und Sanitäranlagen untergebracht.

Bissinger See
Er liegt mitten im Ort und ist nicht gerade groß, dafür aber 3,80 Meter tief. Ins Wasser gelangt man über Betontreppen am Ufer, neben einer Liegewiese gibt es auch einen Beachvolleyballplatz und einen markierten Flachwasserbereich für Kinder. Die Bereiche, in denen Schwimmen erlaubt beziehungsweise verboten ist, sind klar gekennzeichnet.

Bürgersee Kirchheim
Als Badesee ist der untere der drei Bürgerseen ausgewiesen, die sich südwestlich der Teckstadt befinden. Hier sind Baden, Eislaufen und Elektro-Modellbootfahren ohne Verbrennungsmotoren erlaubt. Er hat eine Tiefe von vier Metern. Am Ufer gibt es Grillstellen und einen Kiosk. Bürgerseefreunde und der Angelverein tragen ehrenamtlich zum Erhalt und zur Pflege des Naherholungsgebietes bei.

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