Auch für den Ebnisee gilt der Warnhinweis, derzeit besser nicht baden zu gehen. Foto: 7aktuell/Kevin Lermer
Bei fünf Seen im Rems-Murr-Kreis steht in der aktuellen Badegewässerkarte, man möge aufs Baden verzichten. Der Grund sind mögliche Verunreinigungen im Zusammenhang mit Überflutungen. Unsere Übersicht zeigt, warum sich dennoch ein Besuch lohnt.
Harald Beck
16.06.2024 - 10:03 Uhr
Ausgerechnet zum Beginn der Badesaison in den elf offenen Badegewässern in der Region ist das Planschen und Schwimmen in der Natur an einigen Stellen getrübt. Nach den Überflutungen im Rems-Murr-Kreis – mit seinen sechs Badeseen quasi das Seen-Mekka der Region – gelten laut aktuell veröffentlichter Badegewässerkarte des Landes Warnungen wegen möglicher Belastungen des Wassers. In den Seen im Nachbarkreis Esslingen sind entsprechende Warnungen der Wasserqualitätskontrolleure bereits wieder aufgehoben worden. Unsere Übersicht zeigt, wo und wie es sich momentan baden lässt.
Der Ebnisee bei Kaisersbach Von den elf offiziell ausgewiesenen Badeseen und -stellen, die in der jährlichen Badegewässerkarte des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration veröffentlicht werden, sind sechs im Rems-Murr-Kreis.
Wasserqualität der Badeseen in der Region Foto: Zapletal/Daten: Gesundheitsministerium
Der bekannteste dürfte der Ebnisee bei Kaisersbach sein. Neben Spazier-, Wander- und Radwegen gibt es einen Kiosk mit Biergarten, Grillstellen, Liegewiese und Bootsverleih. Was die Wasserqualität der seit dem 19. Jahrhundert viel gerühmten „Perle des Schwäbischen Waldes“ angeht, ist allerdings in diesem Jahr zumindest der Badespaß etwas getrübt. Zwar steht in der neuen Badegewässerkarte Baden-Württemberg nach wie vor der blaue Punkt für ausgezeichnete Wasserqualität. Zusätzlich findet sich aber, ebenso wie bei weiteren vier Seen im Rems-Murr-Kreis, auch ein Warnhinweis speziell für Badegäste in den weiteren Erläuterungen: „Wir raten aktuell davon ab, in den Badeseen im Rems-Murr-Kreis zu baden. Aufgrund der starken Regenfälle und des Hochwassers kann es bei den Badeseen im Rems-Murr-Kreis zu Ein- und Abschwemmungen sowie zu Überflutungen gekommen sein. Dadurch kann die Wasserqualität beeinträchtigt werden. Auch herumtreibende Gegenstände können eine Gefährdung darstellen“, so die Erklärungen.
Im Ebnisee wird nicht nur gebadet. Foto: Julian Rettig
Das Ziegelei-Seebad in Schorndorf Diesen Warnhinweis gibt es nicht für das Ziegelei-Seebad in Schorndorf, das eher in Richtung eines klassischen Freibads geht.
„Derzeit liegen für das Gewässer keine Meldungen über ein Badeverbot, erhöhte mikrobiologische Parameterwerte oder das Auftreten von Blaualgen (Cyanobakterien) vor. Die Badestelle kann ohne Einschränkungen genutzt werden“, heißt es in den Erläuterungen zum Gewässer, dem auch ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt wird. Das mit Quellwasser gespeiste Becken ist ein natürlicher See – aber mit der Infrastruktur eines Bades, einem Strand, Sprungfelsen mit Wasserfall, Rutschen, Liegewiese und einem Beachvolleyballfeld.
Anbaden im Ziegeleisee war schon im März. Foto: Gottfried Stoppel
Der Badesee in Plüderhausen Beim über die Bundesstraße gut erreichbaren See in Plüderhausen sorgt immer wieder das verstärkte Auftreten von Blaualgen für Probleme. Deshalb ist er in der aktuellen Übersicht in Sachen Badewasserqualität auch lediglich mit einem grünen Punkt für „gute Qualität“ versehen. Aus Sicherheitsgründen wurden am kleinen See eine Schwimminsel und die Rutsche abgebaut. Neben Liegewiese bietet die Badestelle einen Kiosk. Der See verfügt über einen abgegrenzten Nichtschwimmerbereich. Es sind Umkleidekabinen, eine Dusche, Klos und eine Behindertentoilette vorhanden. Auch in Plüderhausen gilt der Warnhinweis wegen möglicher Verunreinigungen.
Der See in Plüderhausen ist aus haftungstechnischen Gründen zur Badestelle herabgestuft worden. Foto: Gottfried Stoppel
Der Eisenbachsee bei Alfdorf Dieselbe Warnung steht beim ansonsten seit Jahren mit blauem Punkt für beste Wassergüte geadelten Eisenbachsee bei Alfdorf. Umgeben von Wald und Wiesen liegt er gut erreichbar an einer Kreisstraße. Mit rund 1,6 Hektar Fläche gehört er zu den kleineren Seen, einen abgeteilten Nichtschwimmerbereich gibt es nicht. Das „Ständle am See“ sorgt für einfache Verpflegung.
Der Eisenbachsee liegt idyllisch mitten im Grünen. Foto: Gottfried Stoppel
Der Aichstrutsee bei Welzheim Der Aichstrutsee in Welzheim war im vergangenen Jahr wegen eines erhöhten Aufkommens von Coli-Bakterien und Enterokokken gesperrt worden. Inzwischen sind die Werte zwar offenbar wieder im Normbereich angekommen – es reicht allerdings nur für den grünen Punkt. Doch seit den Fluten Anfang Juni wird auch hier offiziell empfohlen, vorübergehend auf das Baden zu verzichten. Der vier Hektar große See ist von großen Liegewiesen umgeben. Es gibt Grillstellen, einen Campingplatz mit Wohnmobilstellplätze sowie einen Imbiss.
Der Aichstrutsee hat den grünen Punkt für gute Wasserqualität. Foto: 7aktuell/Kevin Lermer
Der Waldsee bei Murrhardt Campen kann man auch am Fornsbacher Waldsee bei Murrhardt. Baden sollte man dort derzeit eher nicht. Die Einstufung in der Karte des Gesundheitsministeriums: blauer Punkt, aber Warnhinweis. Einst war der Fornsbacher Waldsee samt Restaurant Kulinarium ein Ausflugsziel der Stuttgarter High Society. Jetzt zieht es vor allem Familien und Camper zum See mit dem extra angelegtem Sandstrand. Dort kann man an bestimmten Uferabschnitten auch Angeln, Grillen, Minigolf spielen oder Boote mieten.
Auf dem Waldsee sind bisweilen auch Modellboote unterwegs. Foto: Gottfried Stoppel
Der Aileswasensee in Neckartailfingen Drei weitere Badeseen, für die Warnhinweise wegen Überschwemmungen bereits wieder aufgehoben sind, locken in den Kreis Esslingen. Einer davon ist der Aileswasensee in Neckartailfingen. Die Beurteilung lautet aktuell: blau, also ausgezeichnete Wasserqualität. Der Baggersee hat eine Fläche von neun Hektar, wobei seine maximale Tiefe nur rund 2,50 Meter beträgt. Im Seehaus mit Terrasse sind ein Kiosk, Umkleiden und die Sanitäranlagen untergebracht.
Der Bissinger See Der Bissinger See liegt mitten in Bissingen an der Teck. Auch er ist in der Karte mit einem blauen Punkt und keinen Einschränkungen versehen. Ins Wasser gelangt man dort über Betontreppen. Neben einer Liegewiese gibt es einen Beachvolleyballplatz und einen Flachwasserbereich für Kinder.
Die Bürgerseen bei Kirchheim Am unteren der Bürgerseen bei Kirchheim unter Teck ist Baden erlaubt, die Badegewässerkarte verzeichnet auch hier einen blauen Punkt für ausgezeichnete Wasserqualität. Es gibt Grillstellen und einen Kiosk. Die Anlage ist überdies auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Hunde sind erlaubt, sie müssen aber an der Leine geführt werden. In der Nähe gibt es einen Walderlebnispfad.
Die Seewaldseen bei Horrheim Im Kreis Ludwigsburg sind die Seewaldseen in Horrheim die einzigen offiziellen Badeseen und gelten eher als Geheimtipp. Auch sie weisen in der Karte des Landes den begehrten blauen Punkt auf. Während der obere See vor allem von einem Angelverein und FKK-Fans genutzt werden darf, ist der untere See für Familien geeignet. Diese gelangen am besten über zwei Treppen ins Wasser, am Ufer gibt es Liegeplätze, einen Spielplatz für den Nachwuchs und Grillstellen.
Der Breitenauer See bei Affaltrach Knapp jenseits der Regionsgrenze in Richtung Heilbronn findet sich noch der Breitenauersee bei Affaltrach. Auch ihm bescheinigt das Ministerium mit einem blauen Punkt eine ausgezeichnete Wasserqualität. Besucher können hier Volleyball spielen, Boot fahren, sich auf einem Gewässerlehrpfad informieren oder auf einer der großen Liegewiesen entspannen.