Badeseen in der Region Schwimmer haben die Qual der Wahl

Rems-Murr: Martin Tschepe (art)

ie anno dazumal weltberühmte Schwimmerin Gertrude Ederle hat einst im Bissinger See (Kreis Esslingen) das Kraulen gelernt. 1924 gewann die Tochter deutscher Auswanderer für die Vereinigten Staaten bei den Olympischen Spielen in Paris eine Goldmedaille. Zwei Jahre später durchschwamm sie als erste Frau den Ärmelkanal zwischen Cap Gris-Nez in Nordfrankreich und Dover in Großbritannien. Lange her. Die kleine Trude war einst, so erzählt man sich, zu Gast bei Verwandten in Bissingen an der Teck gewesen. Sie hatte den Bissinger See also quasi vor der Nase – und ergriff die Gelegenheit.

Wer heute in der Region Stuttgart im Freiwasser baden oder schwimmen will, der hat die Qual der Wahl. Allein im Rems-Murr-Kreis gibt es sechs Seen, die auf der jetzt vom Sozialministerium veröffentlichten Gewässerkarte empfohlen werden. Fast in allen Seen ist die Wasserqualität ausgezeichnet (siehe Karte oben). Der Aichstrutsee bei Welzheim wird an allen Wochenenden bis Mitte September von der DLRG bewacht, es gibt einen Kiosk, einen einfachen Zeltplatz sowie ein Gasthaus. Im Aichstrutsee wird am 1. Juli eine der größten Sportveranstaltungen weit und breit gestartet: der 33. Welzheimer Triathlon.

Der Waldsee am Ortsrand von Murrhardt-Fornsbach ist bestens erschlossen, auch Rollstuhlfahrer kommen problemlos ins Wasser. Es gibt einen Minigolfplatz, ein Restaurant und einen Campingplatz. Am Ebnisee bei Kaisersbach kann man Boote ausleihen und in ein Restaurant einkehren. Der Parkplatz am Ufer ist ein beliebter Treffpunkt von Motorradfahrern.

Der Eisenbachsee liegt etwas ab vom Schuss bei Alfdorf. Er ist bei gutem Wetter nicht ganz so überlaufen wie die meisten anderen Seen im Schwäbischen Wald und im Remstal. Beim Plüderhauser See gibt es einen Kiosk sowie einen abgetrennten Bereich mit seichtem Wasser für Eltern mit Kleinkindern. Der Ziegeleisee gehört zum Oskar-Frech-Bad in Schorndorf, Besucher müssen Eintritt bezahlen – außer freitags von 18 Uhr an bei Kultur am See.

Im Kreis Esslingen weist die Gewässerkarte außer dem Bissinger See den See Aileswasen bei Neckartailfingen und den Unteren See der Bürgerseen bei Kirchheim unter Teck aus. Im Kreis Ludwigsburg werden nur der Obere und der Untere Seewaldsee zwischen den Vaihinger Teilorten Horrheim und Gündelbach in der Badegewässerkarte aufgeführt. Insider behaupten, der Obere See sei für Nacktbader reserviert und der Untere See nichts für Zartbesaitete – wegen der Gräser, Schlingpflanzen, des Schilfs und des morastigen Wassers. Der Obere See liegt wildromantisch, ein schmaler Pfad führt am Ufer entlang, teilweise mitten durch den Wald. Auf der Wasseroberfläche wachsen Seerosen. Am Ufer des Unteren Sees gibt es Grillstellen, ein paar Tische und Bänke. Man hat einen tollen Blick in Richtung der Weinberge

Von den 315 in der vergangenen Saison kontrollierten Badestellen in Baden-Württemberg seien 95 Prozent zum Baden sehr gut beziehungsweise gut geeignet, so das Ministerium. Die kleine Trude, die Tochter der späteren Auswanderer, hätte ihre wahre Freude gehabt bei so einer Auswahl.




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