Der Insolvenzverwalter der angeschlagenen Bäckereikette kritisiert Mängel auf allen Ebenen des Unternehmens. Nun werden 18 weitere Filialen geschlossen und 109 Stellen abgebaut.

Stuttgart - Es sind deutliche Worte, die Wolfgang Bilgery, der Insolvenzverwalter der Bäckereikette Lang, wählt, um den Zustand des Konzerns zu beschreiben: „Ich habe eine Vielzahl von Mängeln auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Unternehmen festgestellt“, erklärt Bilgery. „Diese Mängel haben in der Vergangenheit zu hohen Verlusten und schließlich zur Insolvenz geführt. Es wird eine große Herausforderung sein, die Ursachen für diese Verluste zu beseitigen und die Bäckerei-Gruppe wieder zu einem Unternehmen zu formen, das verlustfrei arbeitet“, berichtet der Insolvenzverwalter am Mittwoch weiter. Um die in Schieflage geratenen Unternehmen zu retten, sollen nun Filialen geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut werden.

 

Für die Max Lang Bäckerei-Konditorei GmbH & Co. KG sowie für die Bäckerschmiede GmbH wurde Ende Januar dieses Jahres ein Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ludwigsburg gestellt. Unmittelbar betroffen waren rund 550 Mitarbeiter in 165 Filialen in Baden-Württemberg und Bayern. Seit Jahresbeginn wurden auslaufende Miet- und Pachtverträge bereits nicht mehr verlängert. Dadurch wurde die Zahl der Filialen bereits reduziert.

18 weitere Filialen werden geschlossen

Erklärtes Ziel des Insolvenzverwalters ist es, die angeschlagenen Unternehmen weiterzuführen und den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das hat Wolfgang Bilgery bereits mehrfach betont. Um das zu tun, sind nun offenbar schmerzhafte Einschnitte nötig. Das Sanierungskonzept sieht vor, dass von den derzeit noch 146 Filialen, die unter den Namen Max Lang, Stefansbäck und Sparback laufen, insgesamt 18 eigene Filialen geschlossen werden. Darüber hinaus stehen elf Filialen von wirtschaftlich unabhängigen Pächtern auf dem Prüfstand. „Was die Franchise-Filialen anbelangt, müssen die Verträge mit den Pächtern nachverhandelt oder notfalls beendet werden“, erklärt der Insolvenzverwalter.