Bäckerei Voß in Stuttgart Drei Kilo schwer – Hier entstehen die Mercedes-Riesenbrezeln

Dirk Voß und sein Sohn Benjamin zeigen im Backhaus in der Franz-Wachter-Straße, wie die Riesenbrezel entsteht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Bäckerei Voß im Stuttgarter Osten stellt riesige Brezeln her – unter anderem in Form des Mercedes-Sterns. Was steckt hinter diesem außergewöhnlichen Gebäck?

Auto-Team: Rouven Spindler (rsp)

Geht man bei der Bäckerei Voß in Stuttgart-Ost ins erste Stockwerk, dann kann man von dort aus einen direkten Blick in die Backstube werfen. „Wir wollen transparent sein und zeigen, was wir wie herstellen“, erklärt Geschäftsführer Dirk Voß den Grund für das Fenster.

 

Was Gäste und Kunden seiner Bäckerei an diesem Tag etwa um die Mittagszeit im Backhaus in der Franz-Wachter-Straße, wo es auch im Obergeschoss einige Tische gibt, mitverfolgen können: die Entstehung einer drei Kilogramm schweren Riesenbrezel. Und zwar in Sternform. Es ist unverkennbar: Das große Laugengebäck zeigt das weltbekannte Markenzeichen des Stuttgarter Autobauers Mercedes-Benz.

Dass die Riesenbrezeln zum Angebot der 1904 gegründeten Bäckerei gehören, die auch am Ostendplatz und in der Abelsbergstraße je eine Filiale hat, ist auf einen Arbeitskreisausflug zurückzuführen. Dirk Voß erinnert sich an das Jahr 2017. Damals entdeckt er derartige Brezeln bei der Bäckerei Böck in Zwiefalten, am Fuße der Schwäbischen Alb. „Komm, das machen wir auch“, sei damals der Gedanke gewesen.

Seither gehört das außergewöhnliche Angebot im eigenen Betrieb dazu: in klassischer Brezelform, als Herz sowie – seit 2020 und auf Kundenanfrage hin – auch in Sternform. Und das nur unweit von der Mercedes-Zentrale auf der anderen Neckarseite.

Voß: Viele Mitarbeiter von Mercedes-Benz sind Kunden

Bei den Beschäftigten des Konzerns, der unter anderem mit einem Abfindungsprogramm auf die Krise in der Autoindustrie reagiert, kommt die Riesenbrezel mit dem Dreizackstern offenbar an. „Es gibt viele Mitarbeiter von Daimler, die sie für einen Ausstand, einen Einstand oder einen Geburtstag holen“, sagt Dirk Voß, der das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau Iris Voß in vierter Generation führt und rund 60 Mitarbeiter hat.

Vier bis sechs der Riesenbrezeln entstehen laut dem 60-Jährigen aus Korb täglich. Etwa jede zweite, so heißt es in der Backstube, zeigt den Stern. Kostenpunkt für das Gebäck: zwischen 32 und 160 Euro. Die Brezeln gibt es als Zwei-Kilo-Version für etwa 15 bis 20 Personen und als Drei-Kilo-Gebäck für eine rund 25- bis 30-köpfige Gruppe. Kein Belag, Wurst, Käse, Lachs oder eine gemischte Auswahl – all das ist möglich, samt Salat. Anfragen für eine vegane Alternative mit Hummus seien selten, sagt eine Mitarbeitern.

So wird die Mercedes-Riesenbrezel hergestellt

Doch wie entsteht ein derart großes Gebäck eigentlich? Der Teig wird mehrere Minuten maschinell geknetet. In Handarbeit rollt Benjamin Voß, Sohn der Inhaber, ihn anschließend aus, wenig später formt er ihn zum Kreis. Drei zuvor abgetrennte 200-Gramm-Stücke ordnet der 31-jährige aus Stuttgart in der Mitte ausgerollt in Sternform an.

Abwiegen, ausrollen, formen: Benjamin und Dirk Voß in der Backstube Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Brezel kommt in den Kühl-, später zudem in der Gärraum. Der Hefeteig geht auf. Zum Stabilisieren muss er nochmal in die Kühlung, dann kommen Lauge und Salz auf das Gebäck, das eingeschnitten wird – und schließlich stehen rund 16 Minuten bei 220 Grad im Ofen an.

Einerseits ist das Ganze für Benjamin Voß, der seit 2017 im Geschäft der Eltern tätig ist und die Backstube leitet, zur Routine geworden. Doch er sagt auch: „Es ist irgendwie schon etwas Besonderes, weil es das in den anderen Bäckereien, in denen ich gearbeitet habe, nicht gab.“

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