Bäderkonzept der Stadt Neue Ideen fürs Hallenbad präsentiert

Von Torsten Ströbele 

Um mehr Wasserzeiten für Schulen und Vereine zu schaffen, schlagen die Bäderbetriebe vor, die Schwimmhalle umzubauen. Die Sauna müsste weichen, um das Nichtschwimmerbecken vergrößern zu können.

So sieht die Planskizze für zwei getrennte Bereiche im Hallenbad aus, die parallel genutzt werden können. Foto: 4a Architekten
So sieht die Planskizze für zwei getrennte Bereiche im Hallenbad aus, die parallel genutzt werden können. Foto: 4a Architekten

Stuttgarter Norden - Die städtischen Bäderbetriebe haben in den vergangenen Monaten keine leichte Aufgabe zu bewältigen gehabt. Vereine und Schulen sollten schnellstmöglich mehr Wasserzeiten erhalten, um die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Die einzige Chance, diesen Wunsch zeitnah umsetzen zu können, war, den öffentlichen Schwimmbetrieb zu reduzieren und die frei werdenden Zeiten den Schulen und Vereinen zur Verfügung zu stellen. Diese Idee wurde den Bezirksbeiräten Ende Januar im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung im Kursaal Bad Cannstatt vorgestellt. Die Bäderbetriebe baten anschließend darum, in den kommenden Wochen aus den einzelnen Bezirken eine Rückmeldung zu den Vorschlägen zu erhalten. Bis Ende Juni wurde in 16 der 23 Bezirke über das neue Bäderkonzept diskutiert und nur aus zwei erhielten die Bäderbetriebe Zustimmung – nämlich aus Botnang und Weilimdorf.

Auch aus der Bürgerschaft und von den Nutzern der Bäder gab es etliche Reaktionen. „Als Ergebnis der Auswertung beziehungsweise Bewertung aller Rückmeldungen ist festzuhalten, dass die Bäderbetriebe aufgefordert werden, von einer Reduzierung der öffentlichen Nutzungszeiten in ihren Hallenbädern abzusehen“, heißt es in einer aktuellen Drucksache der Bäderbetriebe. Dies bedeute allerdings, „dass die Pflichtaufgabe der bedarfsgerechten Versorgung der Schulen mit Wasserflächen für den Schwimmunterricht kurzfristig nicht erfüllt werden kann. Ebenso können die Bedarfswünsche der Vereine kurzfristig nicht realisiert werden“.

Für eine mittel- bis langfristige Lösung schlagen die Bäderbetriebe nun vor, dort neue „bedarfsgerechte Kurs- beziehungsweise Lehrschwimmbecken“ zu schaffen, wo es baulich und technisch möglich sei – zum Beispiel im Hallenbad in Zuffenhausen. Wie das Konzept dort künftig aussehen könnte, haben die Bäderbetriebe am vergangenen Freitag anhand einer Planskizze gezeigt. „Wir könnten das Nichtschwimmerbecken erweitern“, sagt Jens Böhm von den Bäderbetrieben auf Nachfrage unserer Zeitung. Somit hätte man zwei 25-Meter-Becken zur Verfügung, die an sieben Tagen in der Woche parallel genutzt werden könnten. Das eine Becken könnte dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, das andere den Schulen und Vereinen. In der Mitte des Bades würde eine Schallschutzwand beide Bereiche voneinander trennen. „Es gäbe keine Berührungspunkte“, betont Böhm. Allerdings müsste für diesen Umbau der Saunabereich weichen. „Es besteht aber die Möglichkeit, eine neue Sauna auf dem Dach zu bauen“, sagt Böhm. Das sei alles eine Frage des Geldes. „Die Kosten für das Projekt Generalsanierung/Erweiterung Hallenbad Zuffenhausen werden derzeit geprüft und liegen im Herbst vor.“ In der Sitzung des Bäderausschusses am 4. Oktober sollen die Optionen mit ersten Kostenschätzungen präsentiert werden. „Letztendlich muss die Politik entscheiden, wie es weitergeht. Wir liefern nur die Vorschläge und Ideen“, betont Böhm. Der Umbau des Zuffenhäuser Bades würde bei entsprechender Mittelbereitstellung wohl erst im Jahr 2023 starten. Auch der Bau eines neuen Lehrschwimmbeckens in Weilimdorf ist zwar vorgeschlagen, aber noch nicht abgesegnet und finanziert. Derzeit sucht das Schulverwaltungsamt noch nach einer geeigneten Fläche.

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