Bärenschlössle in Stuttgart Einbrecher entpuppt sich als Luftnummer
Nächtlicher Alarm klingelt den Bärenschlössles-Wirt aus dem Bett. Ein Einbruch in der Waldeinsamkeit? Die Aufregung ist groß, aber es soll ganz anders kommen.
Nächtlicher Alarm klingelt den Bärenschlössles-Wirt aus dem Bett. Ein Einbruch in der Waldeinsamkeit? Die Aufregung ist groß, aber es soll ganz anders kommen.
Stuttgart - Morgens um halb vier klingelt die Fernüberwachung den Bärenschlössles-Wirt Jürgen Unmüßig aus dem Bett. Gerade haben in drei verschiedenen Zonen seines Lokals die Bewegungsmelder angeschlagen. Seine Vermutung: „Einbruch!“ Die Fernüberwachung verständigt die zuständige Polizeiwache. Er selbst setzt sich ans Steuer, um an dem einsam gelegenen ehemaligen herzoglichen Lustschloss mitten im Rotwildpark nach dem Rechten zu sehen. Als er dort 15 Minuten später ankommt, sind schon vier Streifenwagen mit acht Beamten da.
„Guten Morgen, gibt es Einbruchsspuren?“, begrüßt Unmüßig die Polizisten. Im Hintergrund hört er das Gebell eines Schutzhunds im Polizeiauto. „Nein, von außen alles in Ordnung“, lautet die Antwort. Was ist da bloß passiert?
Nachdem die Beamten das Gebäude dann auch innen gesichert haben, fällt dem Wirt beim Austausch der Personalien ein, wer der Übeltäter gewesen sein könnte. Ein Ballon hat sich in der gewittrigen Nachtluft bewegt und den Alarm ausgelöst. Aber das ist nicht irgendein Ballon.
Die heliumgefüllte, rund einen Meter große Champagnerflasche bekamen der Wirt und seine Frau von Stammgästen nach sieben Monaten Pause als Aufmunterung geschenkt. Claus-Henning Guthard hatte in unserer Zeitung gelesen, wie sehr sich Unmüßig darüber freue, wieder ohne 3-G-Nachweis Besucher in seinem Biergarten begrüßen zu dürfen. Daraufhin beschloss er spontan mit einigen Freuden, den jetzt auch gastronomischen Sommerbeginn im Außenbereich des Bärenschlössles zu feiern. „Da kam uns die Idee, das Ehepaar Unmüßig mit einem großen Luftballon und einer kleinen Grußbotschaft zu überraschen“, erzählt Guthard.
Unmüßig, der davon nichts wusste, war bei der Übergabe nicht dabei, da er einen privaten Termin hatte. Also brachten seine Mitarbeiter die federleichte Magnumflasche in sein Büro. Als Unmüßig am Abend darauf im Bärenschlössle nach dem Rechten sah, wollte er im Obergeschoss noch lüften, weil der Tag sehr schwül gewesen war. Den Ballon hat er dabei an der Theke abgestellt, um noch zwei Oberlichter zu schließen. Beim Verlassen des Gebäudes hat er den Ballon dort vergessen, und das Schicksal nahm mit dem aufkommenden Nachtwind seinen Lauf.
Als sich die Aufregung über den vermeintlichen Eindringling in der Waldeinsamkeit gelegt hatte, konnten der Beschenkte ebenso wie der Schenker herzlich über die kuriose Geschichte lachen. Übrigens: Die Grußbotschaft am Ballon endet mit den Worten: „Alles wird gut!“