Bahn im Rems-Murr-Kreis Ärger und Chaos bei der Rems- und der Murrbahn
Bahnfahrer hatten zuletzt wenig Freude auf Strecken im Kreis. An einer Stelle wird es wohl besser, dafür droht eine neue Baustelle. Ein Überblick.
Bahnfahrer hatten zuletzt wenig Freude auf Strecken im Kreis. An einer Stelle wird es wohl besser, dafür droht eine neue Baustelle. Ein Überblick.
Zu kurze Züge, Verspätungen, Überfüllung – auch wegen der 9-Euro-Tickets sowie Ferienstart, und teils komplette Ausfälle: Bahnfahrer hatten zuletzt wenig Freude auf den Strecken der Rems- und der Murrbahn. Doch zumindest die Remsbahn gibt Anlass für Optimismus. Bauarbeiten dort dauern laut Angaben eines Pressesprechers der Deutschen Bahn nur noch bis einschließlich kommenden Sonntag an.
Doch was war überhaupt das Problem, und ist bald wirklich alles gut?
Problem wegen Instandhaltung Seit Anfang Juli ist auf der Remsbahn Stuttgart-Aalen ein Gleis zwischen Grunbach und Schorndorf für den Zugverkehr gesperrt. Die Deutsche Bahn führte dort „kurzfristige Instandhaltungsarbeiten“ aus. Für den Zugbetrieb stand nur ein Gleis zur Verfügung.
Daraus ergaben sich Änderungen und Probleme. Die Bahn leitete die Intercity-Züge der Linie 61 Karlsruhe-Nürnberg um. Haltepunkte in Schwäbisch Gmünd, Aalen und Ellwangen entfielen. Die Züge der Linie IRE 1 zwischen Karlsruhe und Aalen fuhren planmäßig. Auf der Route MEX 13 Stuttgart Richtung Ellwangen/Crailsheim fuhr etwa ein Viertel der Zugverbindungen nicht im Abschnitt Stuttgart-Schorndorf, sondern nur zwischen Schorndorf und Ellwangen/Crailsheim. Da boten sich laut Bahnsprecher für betroffene Fahrgäste als Alternative die Züge der S-Bahn-Linie 2 an.
Bürgermeister beschwert sich Dieter Zahn, der Schultes von Sulzbach, regte sich über die Situation bei der Murrbahn auf. Seine Aussage „Die Betriebsqualität auf der Murrbahn hat einen Zustand erreicht, der für die Bahnfahrer als unzumutbar zu bezeichnen ist“, bringt es auf den Punkt. Der Mangel an verfügbaren Triebwagen scheine in den vergangenen Wochen dermaßen eklatant geworden zu sein, dass die eigentlich geplante Kapazität nur in absoluten Ausnahmen gefahren werde. Gemeinsam mit Bürgermeisterkollegen aus dem Kreis hat sich Zahn an die Geschäftsführung der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg gewendet mit der dringenden Bitte, für geordnete Verhältnisse zu sorgen.
Pendler berichten von Verspätungen Das Nervende bei der Remsbahn sei die eingleisige Streckensperrung zwischen Schorndorf und Grunbach, was gefühlt kein Ende nehme, fasst ein Pendler zusammen. Züge und S-Bahnen in Grunbach oder in Schorndorf müssten erst die Gegenzüge abwarten, bevor sie weiterfahren können. Das führe zu massiven Verspätungen, auch bei den S-Bahnen. Die gesamte Taktung stimme nicht mehr, beklagen sich Betroffene.
Zu allem Unglück seien die MEX-Züge (früher Regionalexpress) von Go-Ahead momentan oft kürzer als üblich, was mit dem 30-Minuten-Takt der S-Bahn zu einem Gedränge führe, auch bei Stehplätzen. In Zeiten, in denen die Züge wegen 9-Euro-Tickets voller als gewöhnlich seien, steigerten solche Ausdünnungen des Taktes, kürzere Züge und andauernde Verspätungen nicht gerade die Laune, macht ein Pendler seinem Ärger Luft – und spricht für beide Bahnen.
Auch S-Bahn macht Kummer Es gibt laut Betroffenen noch eine weitere Steigerung der unzumutbare Zustände: Bei Pendlern, die bis nach Stuttgart fahren, fängt am Montag die Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke an. Das bedeute wieder Umwege. Und dadurch kommen wohl manche Leidgeplagten vom Regen in die Traufe.