Das Bahnhofsumfeld soll attraktiver gestaltet werden. Vor Kurzem wurde der Siegerentwurf des Planungswettbewerbs vorgestellt. Durch viel Grün, aufgelockerte Flächen und zahlreiche Sitzgelegenheiten soll die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werden.

Blanke Betonwände, trister grauer Asphaltboden, herumliegender Müll – das Umfeld des Zuffenhäuser Bahnhofs wirkt nicht gerade attraktiv. Das ist seit langem bekannt, und seit langem ist klar, dass etwas geschehen soll. Dank des Konzepts „Stadtteilzentren konkret“ bietet sich auch die Chance dafür (wir berichteten). Nun ist ein wichtiger Schritt erfolgt: Der Planungswettbewerb für das Bahnhofsumfeld ist entschieden, der Siegerentwurf wurde vor Kurzem in der Stadtteilbücherei vorgestellt.

Ökologie, Multifunktionalität und Urbanität

„Der Ort hat es wahnsinnig nötig“, sagte Michael Glück, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer des gleichnamigen Stuttgarter Büros, von dem der Siegerentwurf stammt. Glück brachte mit diesem kurzen Satz genau das auf den Punkt, was nicht nur viele Zuffenhäuser Bürger, sondern auch Bahnreisende empfinden, wenn sie den Blick schweifen lassen. So erging es übrigens auch Saliou Gueye, als er zum ersten Mal vor Ort war – damals freilich noch nicht als Zuffenhäuser Bezirksvorsteher. „Wo bin ich nur gelandet“, seien damals seine ersten Gedanken gewesen, erzählte er beim Pressetermin in der Stadtteilbibliothek. Gueye, selbst gelernter Stadtplaner, saß mit in der Jury des Planungswettbewerbs. Ebenso wie Cornelia Bott. Die Landschaftsarchitektin erläuterte, dass drei Kriterien besonders wichtig für die Beurteilung gewesen seien: Ökologie, Multifunktionalität und Urbanität.

Insgesamt waren sechs Entwürfe eingereicht worden. Neben dem Gewinner gab es noch zwei zweite Preise, die an zwei Arbeitsgemeinschaften gingen. Die drei weiteren teilnehmenden Arbeitsgemeinschaften erhielten je eine Anerkennung. Ausgelobt worden war der Wettbewerb vom Amt für Stadtplanung und Wohnen. Hermann-Lambert Oediger, der dort die Abteilung Stadtentwicklung leitet, sagte, dass der Siegerentwurf eine „kraftvolle Grundlage“ biete, auf der man nun an die Umsetzung des Projektes gehen könne. Ziel ist es, das Bahnhofsumfeld mit dem Vorplatz und den Bahnhofszugängen aufzuwerten. Das Areal soll eine hohe Aufenthaltsqualität bekommen, einladend und nicht abstoßend wirken und städtebaulich klare Akzente setzen. Oediger erläuterte, dass dies der erste Schritt in einem aus mehreren Modulen aufgebauten Entwicklungskonzept sei. Zunächst konzentriere man sich auf Bereiche, die innerhalb der bestehenden Eigentumsverhältnisse in Angriff genommen werden können. Später sollen hingegen Abschnitte folgen, die nicht der Stadt gehören – wie beispielsweise die Unterführung oder das eigentliche Bahnhofsgelände (beides gehört der Bahn).

Das Areal bietet ein großes Potenzial

Zunächst einmal aber wird es in den kommenden Jahren ums Bahnhofsumfeld und den Vorplatz gehen. Zahlreiche Grünflächen, Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellplätze sowie größtmögliche Barrierefreiheit sollen für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Die massive Betonwand zwischen Bahnhofsvorplatz und dem Busbahnhof soll abgerissen und das Gelände aufgelockert werden. Auch der Zugang zum Fußgängersteg Richtung Bessemer Straße soll deutlich attraktiver werden. „Das war eine sehr komplizierte Aufgabe“, sagte Michael Glück. Das Areal biete zwar ein sehr großes Potenzial, dieses auszureizen, sei aber eine große Herausforderung. Leitbild des Entwurfs sei das Motto „Grüne Urbanität“.

Bezirksvorsteher Gueye betonte, dass das Projekt für Zuffenhausen äußerst wichtig sei. Er ging kurz auf die historische Bedeutung des Bahnhofs ein, der 1846 den Beginn der Industrialisierung eingeleitet habe. Heute sei er ein wichtiger Knoten- und ein essenzieller Dreh- und Angelpunkt. Die Aufwertung des Umfelds werde zur positiven wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Bezirks beitragen. Zudem erhoffe er sich eine Imageverbesserung, der Bahnhof könne zur Visitenkarte für ganz Zuffenhausen werden.

Einen konkreten Zeitplan für das Projekt gibt es momentan noch nicht. Oediger erläuterte, dass als nächster Schritt eine Gemeinderatsdrucksache erarbeitet werde, in deren Rahmen es dann auch eine Kostenschätzung geben werde. Klar sei, dass der Prozess „einige Jahre“ brauche.

Die sechs eingereichten Entwürfe sind noch bis Mittwoch, 11. Mai, in der Stadtteilbibliothek Zuffenhausen, Burgunderstraße 32, zu sehen. Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Donnerstag von 11 bis 19 und Samstag von 10 bis 14 Uhr.

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