Bahnhof Wernau Direkter Weg zum stillen Örtchen
Die Frage, wo am Wernauer Bahnhof eine öffentliche Toilette installiert werden könnte, beschäftigt den Gemeinderat schon eine Weile. Jetzt rückt eine Lösung näher.
Die Frage, wo am Wernauer Bahnhof eine öffentliche Toilette installiert werden könnte, beschäftigt den Gemeinderat schon eine Weile. Jetzt rückt eine Lösung näher.
Wernau - Auf der Stadtseite gibt es keinen möglichen Standort“, erklärte Stadtbaumeister Patrick Klein im Gemeinderat. Praktisch überall seien Leitungen verlegt, das Toilettenhäuschen – als Fertigmodul geplant – brauche aber ein Fundament im Untergrund. Über der Unterführung kann es deshalb auch nicht aufgestellt werden. Nach „extrem schwieriger“ Suche sei schließlich ein Standort auf der Neckarseite gefunden worden, so Klein: links von den beiden Betonsäulen, unter der Brücke, und somit sogar witterungsgeschützt. Der exakte Standort könne aber erst beim Aufgraben festgelegt werden, weil die vorhandenen Pläne die genaue Lage der Brückenfundamente nicht verrieten.
Aus Sicht der Gemeinderäte ist die Neckarseite keine schlechte Lösung, denn hier steigen die aus Richtung Stuttgart kommenden aus der S-Bahn und haben vielleicht auf ihrem Heimweg ein Bedürfnis. Wolfgang Sieler (SPD) dachte auch an Taxi- und Busfahrer und schlug vor, ihnen zuliebe ein blickgeschütztes, aber frei zugängliches Pissoir an der Außenwand des Toilettenhäuschens anzubringen. Diese Personengruppe werde eher nicht „in den Geldbeutel greifen“, um zu pinkeln, begründete er.
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Bürgermeister Armin Elbl hatte aber Bedenken gegen den Vorschlag. Denn wenn man an der geplanten Toilette, einem vorgefertigten Modul, etwas verändere, werde es kompliziert und teuer. Außerdem würden die genannten Nutzer, die ja auf der Stadtseite unterwegs seien, wohl kaum durch die Unterführung bis zu der Toilette gehen, meinte er. „Wir haben ja nach wie vor eine nette Toilette“, unterstrich er. In der Stadtbücherei und im Bistro Bajazzo dürfen die WCs von der Öffentlichkeit genutzt werden.
Die Kosten für die WC-Anlage aus vorgefertigten Betonteilen liegen der Berechnung nach bei rund 189 000 Euro. Darin enthalten sei eine automatische Sitzbrillen- und Fußbodenreinigung, erklärte Klein, auf die man aus Sicht der Verwaltung verzichten könne. Denn täglich geputzt werden müsse die Anlage sowieso. Somit komme das Häuschen, das aus einer barrierefreien Toilette und einem Technikraum besteht, rund 30 000 Euro günstiger. Einsparen könnte man vielleicht auch den Anti-Graffiti-Schutz auf der Außenseite: Eine kleine Verschönerung durchs Jugendhaus Kiwi sei durchaus vorstellbar, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage von Joachim Gelewski (WBL/JB). Einen Förderantrag ans Land hat die Stadt gestellt; sie könnte einen Zuschuss von bis zu 30 000 Euro fürs WC bekommen.
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Unkomplizierter ist die Aufstellung der ebenfalls beschlossenen zehn abschließbaren Fahrradboxen. Sie würden nur „mit ein paar Schrauben festgedübelt“, so Patrick Klein. Fünf sollen auf Stadtseite – am Treppenabgang – und fünf auf der Neckarseite über der Unterführung angebracht werden. Die Hälfte der Boxen soll für zehn Euro monatlich dauervermietet werden, die andere mit einem Pfandsystem spontan nutzbar sein. Auch mit diesem Vorschlag war der Gemeinderat einverstanden, einziger Wermutstropfen sei, so Nicolai Boldt (Grüne), „dass die Boxen erst so spät kommen“.