Bahnhofsgeschichten Die böse Überraschung blieb meistens aus

Von Torsten Ströbele 

Die vier Lifte an den Bahnhöfen und -stationen im Stuttgarter Norden waren in diesem Jahr nur selten außer Betrieb.

Diese Aufzugsanlage Foto: Torsten Ströbele
Diese Aufzugsanlage Foto: Torsten Ströbele

Stuttgarter Norden - Wer mit gepackten Koffern, einem Kinderwagen, Fahrrad oder Rollstuhl am Bahnhof steht und den Aufzug nutzen möchte, kann schon einmal eine böse Überraschung erleben. Denn wenn der Lift streikt, bleibt der Ärger meist nicht aus. „Wenn wir wissen, dass ein Aufzug nicht funktioniert, geben wir die Instandsetzung sofort in Auftrag“, sagt Nikolaus Hebding, der bei der Deutschen Bahn für die rund 100 Aufzüge im S-Bahngebiet Stuttgart verantwortlich zeichnet.

In der Regel dauert die Reparatur eines Lifts ein bis zwei Tage, sagt Bahn-Pressesprecherin Birgit Januschke. Denn meistens seien es Kleinigkeiten, die zum Stillstand des Aufzugs führen würden. Es könne schon einmal vorkommen, dass ein paar Steine in die Führungsschiene der Tür geraten und sie deshalb blockiert wird oder jemand mit dem Koffer an ihr hängen bleibt. Wenn allerdings Vandalismus ins Spiel komme, könne sich die Reparatur des Lifts auch vier bis acht Wochen in die Länge ziehen. „Da kommt es darauf an, wie groß der Schaden ist und ob wir die Ersatzteile auf Lager haben“, sagt Birgit Januschke. Wenn ein Aufzug für längere Zeit ausfalle, könne man das auf der Internetseite des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS) unter der Rubrik Aktuelles sehen.

Ein Aufzug wurde erst 2011 ausgetauscht

Im Stuttgarter Norden sind die Aufzüge der Bahn in diesem Jahr bislang nur selten außer Betrieb gewesen. Während in Weil­imdorf eine Rampe für den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen sorgt und Feuerbach erst 2014 mit zwei Aufzügen rechnen kann, stehen in Zuffenhausen und Neuwirtshaus jeweils zwei Lifte für die Bahnkunden bereit. „Die beiden Aufzüge in Neuwirtshaus laufen weitestgehend störungsfrei“, sagt Birgit Januschke. In Zuffenhausen hätte man allerdings in diesem Jahr schon den einen oder anderen Ausfall verzeichnen müssen. „Bei dem Aufzug, der auch auf den Hochbahnsteig fährt, gab es 2012 bislang sieben Störungen, die aber jeweils in ein bis zwei Tagen behoben werden konnten“, sagt die Bahnsprecherin. Der zweite Lift, der für einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen 4 und 5 sorgt, sei in diesem Jahr zwei Mal außer Betrieb gewesen – insgesamt für etwa acht Tage. „Diesen Aufzug haben wir im vergangenen Jahr erst für rund 120 000 Euro erneuert“, sagt Birgit Januschke. Die Liftanlage verfüge nun über eine energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechnik sowie Vandalismus resistente Türen und Bedienelemente. „Wir haben im vergangenen Jahr damit begonnen, unsere alten Aufzüge aus den Jahren 1997 und 1998 auszutauschen. Insgesamt waren es in ganz Baden-Württemberg 18 Anlagen an elf Bahnhöfen.“ Allerdings müssen die Kunden im Rahmen der Erneuerungsmaßnahmen dann mehrere Wochen und Monate auf den Aufzug verzichten. In Zuffenhausen war der Lift vom 27. Juli bis 7. November vergangenen Jahres außer Betrieb.

Doch was kann der Bahnkunde tun, wenn der Aufzug nicht funktioniert? „An den Lifttüren steht eine Service-Telefonnummer, die man wählen kann. Dort ist rund um die Uhr jemand zu erreichen. Die Mitarbeiter können helfen. Das gilt vor allem für Rollstuhlfahrer“, sagt Birgit Januschke. „Leider müssen alle anderen in solchen Fällen die Treppe nutzen.“

Dass die Aufzüge in den vergangenen Jahren immer häufiger mutwillig außer Gefecht gesetzt werden und auch der Müll immer öfter in den Liften liegen bleibt, sei ein grundlegendes gesellschaftliches Problem, sagt Birgit Januschke: „Die Bahnhöfe und Aufzüge müssen täglich geputzt werden. Die Glasreinigung in den Aufzugskabinen selbst wird je nach Bedarf erledigt.“ Vor allem während des Festbetriebs auf dem Cannstatter Wasen müsse dies aber häufiger passieren, wenn die Aufzüge auch mal als Toilette missbraucht werden.

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