Bahnprojekt Stuttgart-Ulm Bahn: „Kein Versäumnis“

Von Klaus Nonnenmacher 

Die Bahn ist sich keines Versäumnisses bewusst. Es werde absolut planfeststellungskonform gearbeitet, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Seit Januar arbeiteten die Brandschutzexperten für dieses Projekt intensiv zusammen, teilt das Kommunikationsbüros für das Neubauprojekt mit, und die Projektleitung spielt den Ball an die lokalen Akteure zurück. Die konkretisierten Wünsche der Feuerwehren seien erst seit zwei Wochen bekannt, sagt der Projektsprecher Wolfgang Dietrich.

Im übrigen verweisen die Projektträger darauf, dass am Steinbühltunnel erfahrene Mineure arbeiteten. Diese seien in der Regel selbst als Retter ausgebildet und ausgerüstet, sie könnten auch eine eigene Grubenwehr stellen, die von externen Rettern nur unterstützt werde. Wie letztlich das Zusammenspiel zwischen Bergleuten und Feuerwehren aussehen solle, darüber müsse man sich freilich noch abstimmen, so ein Sprecher des Kommunikationsbüros.

Bahn: „Vorgaben werden eingehalten“

Klar sei auch, dass man die Sicherheitsfragen bei einem Tunnelbau auf der Alb nicht mit einem Tunnelbau in Stuttgart vergleichen könne, wo man eine schlagkräftige Berufsfeuerwehr im Hintergrund habe, fügt er hinzu. Man nehme die Sorge des Göppinger Kreisbrandmeisters Michael Reick ernst, verweise aber darauf, dass auf allen Baustellen der Bahn der Arbeitsschutz ein hohes Gut sei und folglich eingehalten werde. Bei Tunnelbauten würden alle nationalen Vorgaben für unterirdisches Bauen erfüllt.

Zwar ist der Kreisbrandmeister Reick mit der Bahn seit Monaten im Gespräch. Gleichwohl mahnt er: „Man kann vielleicht am Anfang der Bauarbeiten ein Auge zudrücken. Noch reden wir von einer Eindringtiefe von bis zu 200 Metern. Man kann noch argumentieren, das sei noch kein richtiger Bergbau. Dennoch stoßen wir schon eindeutig an unsere Grenzen. Es muss geklärt sein, wie die Sicherheit gewährleistet ist, wenn der Tunnel einmal 300, 800 oder 1500 Meter tief in den Berg geht“, sagt er. Es sei seine Pflicht, jetzt den Finger zu heben.