Das Deutschlandticket war zweifellos eine der beliebtesten Ideen der Ampel-Regierung. Für 49 Euro im ganzen Land den öffentlichen Nahverkehr und die Regionalzüge zu benutzen, das überzeugte viele Menschen. Rund 11,2 Millionen Abonnenten nutzen das Ticket pro Monat. Doch nun haben die Bundesländer angekündigt, dass der Ticketpreis steigen wird. Ab 2025 soll es so weit sein. Die Preissteigerung ist sicher nicht schön, viel drängender ist aber eine andere Frage: Bund und Länder müssen eine langfristige Lösung finden.
Wie viel mehr das Deutschlandticket ab 2025 kostet, soll im Herbst entschieden werden, wenn die Verkehrsminister erneut beraten. Was es jedoch insbesondere für die Verkehrsunternehmen braucht, ist Planungssicherheit. Dass Bund und Länder sich jedes Jahr darüber streiten, wie hoch die Zuschüsse sind und wie die Preissteigerungen für die Kunden ausfällt, wird sicher nicht dazu führen, dass der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird.
Dass das Deutschlandticket teurer wird, war absehbar. Die Löhne steigen, die Energiekosten auch. Der Umstieg von Dieselbussen auf klimafreundlichere Modelle kostet die Verkehrsunternehmen ebenfalls Geld. Nicht alles davon kann die Politik abfangen, zu steil sollte der Preisanstieg aber nicht ausfallen.
Denn die Folgen einer Preiserhöhung beim Deutschlandticket sind klar: Je höher der Preis, desto mehr Kunden werden sich abmelden – insbesondere dort, wo man weniger für sein Geld bekommt. In Großstädten wie Stuttgart, Berlin oder Leipzig unterbietet das Deutschlandticket eine normale Monatskarte um die Hälfte. Doch in eher ländlichen Gebieten, wo Bahn und Bus nicht so häufig fahren, wird man wohl Abonnenten verlieren. Die nutzen dann wieder häufiger das Auto, ohne das man auf dem Land vielerorts verloren ist.