Balkan Grill Pnishi in Winnenden Hier sind Cevapcici und Balkanteller Familiensache

Ylber Pnishi stammt aus einer Gastronomenfamilie. Foto: Gottfried Stoppel

Ylber Pnishi betreibt mit viel familiärer Unterstützung den Balkan Grill Pnishi in der Winnender Marktstraße. Im Familienbetrieb gibt es keinen Ruhetag, auch Vegetarier finden Gerichte auf der Karte.

Ein Imbiss ist der Definition nach ein Verkaufsstand, manchmal auch mobil, der über keine oder nur einfache Sitzmöglichkeiten oder Stehtische verfügt. Unter einem Restaurant versteht sich gemeinhin ein gastronomischer Betrieb, in dem Speisen und Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle verkauft werden. Der Balkan Grill Pnishi in der Marktstraße 10 in Winnenden kombiniert das Beste aus beiden kulinarischen Modellen – mit einem Imbiss im Erdgeschoss und einem Restaurant im ersten Stock. „Drinnen haben wir insgesamt vielleicht 70 Plätze und außen noch mal 30“, sagt Ylber Pnishi.

 

In den 1950er Jahren wurden die sogenannten Balkangrill-Restaurants zu einem der erfolgreichsten Restauranttypen der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Auch, weil sie eine kulinarische Brücke von der bekannten Wiener zu der damals noch als exotisch empfundenen türkischen Küche bauten. Zudem boten sie ein vergleichsweise günstiges fleischhaltiges Speisenangebot.[

Typische Gerichte vom Balkan

„Bei uns gibt es die typischen Gerichte vom Balkan, alles, was es auch in Kroatien und Serbien gibt, und zwar entweder zum gemütlich im Restaurant essen, aber auch zum Mitnehmen“, sagt Ylber Pnishi, der aus einer Gastronomenfamilie stammt. Auf heimatliche Esstradition legt der Familienbetrieb schon deshalb großen Wert.

Der Balkan Grill hingegen ist eher modern und funktional eingerichtet. Gleich im Eingangsbereich machen die bunten Salate in der großen Theke Appetit und auch optisch was her. Hier können die Gäste quasi im Vorbeigehen Balkanburger, Burek mit Spinat, Fleisch oder Käse, Cevapcici und Cyfte mit Pommes oder Djuvec-Reis – mit grünen Erbsen drin – genießen.

Auch Teigspezialitäten gibt es für die Gäste. Foto: Gottfried Stoppel

„Um die Mittagszeit kommen auch viele Leute aus den umliegenden Geschäften zum Essen zu uns“, sagt Ylber Pnishi. Bei den Gästen seien vor allem die klassischen Cevapcici beliebt. „Aber wer hart arbeitet wie Bauarbeiter, der nimmt auch gerne den ganzen Balkanteller.“ Und wer sich mehr Zeit lassen kann und will, setzt sich in das Restaurant im Obergeschoss oder bei schönem Wetter in den Außenbereich direkt an der Fußgängerzone. Denn dort serviert die Familie alle Balkan-Köstlichkeiten auch am Tisch.

Aufgetischt wird den Gästen ausschließlich 100 Prozent Rindfleisch. Die Balkanküche sei an sich ziemlich fleischlastig und arbeite auch viel mit Innereien wie Leber und Nieren, erzählt der Wirt mit einem Lächeln. „Aber wir haben natürlich auch für Vegetarierinnen und Vegetarier Gerichte auf der Karte.“ Es gibt den typischen Balkansalat oder Burek, auch Pizza haben die Pnishis nicht nur mit Thunfisch oder Sucuk, der kräftig gewürzten Wurst, auf der Speisekarte, sondern auch in einer fleischlosen Variante.

Seit 2015 betreibt Ylber Pnishi mit viel Unterstützung seiner Familie den Balkan Grill, der nicht nur viel Laufkundschaft hat, sondern auch viele Stammkunden, die für einen üppigen Balkanteller auch von außerhalb kommen. „Mein Vater ist schon seit 1973 hier in Winnenden, 1994, als ich elf Jahre war, bin ich mit meiner Mutter und meinen drei Brüdern nachgekommen.“ Mittlerweile ist die ganze Familie hier, wohnt ganz in der Nähe und alle, inklusive seiner Eltern und Neffen, packen tatkräftig im Familienbetrieb mit an, in dem es keinen Ruhetag gibt. „Wir haben jeden Tag von 11 bis 22 Uhr geöffnet“, sagt Ylber Pnishi. Nur im August macht der Balkan Grill Pause, denn dann fährt die ganze Familie für einen Monat in die alte Heimat im Kosovo.

Die große Familie ist aber nicht nur bei der täglichen Arbeit im Balkan Grill hilfreich. Auch viele der Rezepturen, die sie verwenden, würden seit Langem schon bei ihnen von Generation zu Generation weitergegeben, erzählt Ylber Pnishi. „So stellen wir beispielsweise alle Gewürzmischungen selbst her, teilweise nach originalen Rezepten von unserer Mama.“ Wein, Obst und Gemüse hingegen bezieht der Chef von hier, entweder vom Großmarkt in Stuttgart oder vom Wochenmarkt, der immer samstags direkt vor der Tür aufgebaut wird.

Der Gastronom freut sich über die zentrale Lage

Nicht nur deshalb sei die zentrale Lage des Balkan Grills praktisch und schön, berichtet Ylber Pnishi. Beim viertägigen Winnenden Stadtfest, dem City-Treff im Juli, seien sie immer mittendrin im Trubel. „Und das Geschäft läuft dann natürlich auch richtig gut“, sagt der Gastronom zufrieden.

Ylber Pnishi ist nicht nur Chef im Balkan Grill, sondern hat auch noch eine ganz besondere Aufgabe. Denn wenn es um das für den Balkan typische Fladenbrot und andere aus dieser Küche nicht wegzudenkende Teigspezialitäten geht, ist der 41-Jährige der Fachmann in der Familie. Also steht der ausgebildete Bäcker jeden Morgen in der Küche, bereitet den Teig zu und backt frisches Brot. „Gelernt ist halt gelernt“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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