Ballontaufe in Göppingen Da müssen auch die Chefs mit anpacken

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Frisch getauft, soll ein Heißluftballon für Staufers und das Stauferland werben. Passagiere, die sich den Kreis Göppingen aus der Vogelperspektive anschauen möchten, sind dabei willkommen.

Mit Seilen gesichert und von Schaulustigen beobachtet, wird der neue Staufers-Heißluftballon für die     Segnungszeremonie vorbereitet. Foto: Ines Rudel
Mit Seilen gesichert und von Schaulustigen beobachtet, wird der neue Staufers-Heißluftballon für die Segnungszeremonie vorbereitet. Foto: Ines Rudel

Göppingen - Rote Äpfel als Symbol für die charakteristische Streuobstlandschaft, die grüne Silhouette der drei Kaiserberge, dazu das Firmenlogo – der gelbe Heißluftballon der Göppinger Konsumgenossenschaft, besser bekannt als Staufers Edeka, hat am Mittwochabend den kirchlichen Segen bekommen, was gemeinhin als Ballontaufe bezeichnet wird. Andreas Weidle, Pfarrer der evangelischen Oberhofengemeinde, und der katholische Diakon Norbert Köngeter nahmen die feierliche Zeremonie vor. Für Weidle war es, wie er sagte, eine Premiere. Köngeter hingegen hatte in gleicher Mission bereits im Allgäu zu tun. „Hier in Göppingen oder im Landkreis aber noch nie“, erklärte er.

Bevor es überhaupt so weit war, erlebten die zahlreichen Schaulustigen auf dem Parkplatz in der Stuttgarter Straße, vis-à-vis der Staufers-Markthalle, ein ziemliches Spektakel. Weil die Thermik auch in Bodennähe einen böigen Wind aufkommen ließ, mussten der Pilot Klaus Weiler und seine Helfer ordentlich ranklotzen. „Auf dem freien Feld ist das bei solchen Bedingungen kein Problem. Hier zwischen Industriegebäuden und Straßen muss man indes aufpassen, dass alles in Position bleibt“, sagte Weiler, der beim Entwurf des Ballons mitgeholfen hat und diesen in den nächsten fünf Jahren steuern wird.

Bürgermeisterin Cobet spricht von einer „tollen Idee“

Mit Seilen gesichert und unter ständig regulierter Zufuhr von Luft aus einem großen Ventilator sowie Hitze aus dem mächtigen Gasbrenner blähte sich die gelbe Hülle jedoch wie gewünscht auf. Körperlich gefordert waren bei den aufwendigen Vorbereitungen auch die beiden Staufers-Chefs. Während Matthias Füchtner beim Befüllen des Ballons mit anpacken musste, half Dieter Buhle dabei, den Korb am Boden zu sichern. Für beide bedeutet die Anschaffung und die Inbetriebnahme des auffälligen Luftgefährts einen weiteren Schritt auf dem Weg, „die Marke Staufers Edeka zu bilden und mit ihrer regionalen Identität weiter zu etablieren“, sagte Füchtner.

Dass dies mit der „tollen Idee“ gelingen kann, davon ist zumindest die Göppinger Erste Bürgermeisterin Almut Cobet überzeugt: „Sie sorgen nicht nur für einen Blickfang und bewerben das Stauferland. Sie bieten auch den Passagieren, die mitfahren, eine außergewöhnliche Perspektive und ein klasse Panorama.“ Zudem sei dieses Projekt ein schönes Beispiel für die gelungene Kooperation zwischen ballonbegeisterten Menschen und einem hier ansässigen Unternehmen, wie das ja auch bei der Baufirma Leonhard Weiss der Fall sei, ergänzte sie.

Die regionale Identität des Unternehmens soll weiter ausgebaut werden

Matthias Füchtner hätte gar nicht erst verkünden müssen, wie stolz er „auf unser neues Baby“ ist. Es war ihm förmlich anzusehen. Er hoffe nun, dass die Marke Staufers wie der Ballon weiter aufsteige und über den Kreis hinausgetragen werde. Dass dabei auch mal Flaute herrschen kann, wissen Füchtner und Buhle derweil nur all zu gut. Gerade die Göppinger Markthalle stand lange in der Diskussion und muss sich nach wie vor mit dem Vorwurf auseinandersetzen, nur ein gewöhnlicher Supermarkt zu sein. „Zugegeben, wir haben da eine Anlaufzeit gebraucht, weil das einfach ein neues Konzept ist“, räumte Buhle ein. Nachdem nun aber Produkte der Göppinger Partnerstädte an Marktständen angeboten würden und die Regionalität immer stärker umgesetzt werde, gelinge es zunehmend, die Kunden zu überzeugen, fügte er hinzu. „In jedem Fall sind wir auf dem richtigen Kurs, was sich nicht zuletzt an den steigen Umsätzen zeigt.“

Matthias Füchtner sieht das genauso: „Bei uns in der Gegend wird immer der Vergleich mit der Stuttgarter Markthalle gezogen, die wir nie kopieren wollten und noch weniger konnten.“ Die Stärke von Staufers liege in der Regionalität und in der Partnerschaft mit Edeka. „Deshalb wollen wir hier weiter wachsen“, stellte er klar. Entsprechende Pläne gebe es bereits für Hochdorf im Kreis Esslingen sowie für Heiningen und für Wäschenbeuren, kündigte er an.

Ein Staufers-Kunde wurde am Abend dann sogar noch beschenkt: Almut Cobet zog den Namen von Jonas Tischer aus Adelberg als Gewinner einer Ballonfahrt für drei Personen aus dem großen Lostopf.